Schlagwort-Archive: Torte

Making of: Intercity Express Cake

Hier ebenfalls eines meiner Projekte aus 2016. Es war das Erste des Jahres um genau zu sein. Der Intercity Express, ebenfalls für eine Arbeitskollegin.

Der Zugwagen sowie der erste Waggon bestehen aus jeweils einem kastenförmigen Kuchen, den ich drei Mal durchgeschnitten und mit Ganache [1 x Milchkuvertüre und 1 x Yoghurette] und Konfitüre gefüllt habe.

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Da ich zuvor noch nie einen Intercity Express gebacken habe musste ich mich natürlich erst einmal an die Form des Zugwagens herantasten. Deshalb lieber erst mal etwas weniger abschneiden als zuviel.

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Ahja. Langsam wird die Form erkennbar. Läuft doch gar nicht mal so schlecht.

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Nur noch einstreichen…

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…dann mit weißem Rollfondant eindecken…

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…und anmalen.

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Nochmal dasselbe in grün, oder besser gesagt aus Milchkuvertüre. Die Form war noch einfacher als gedacht. Aufschneiden, füllen, die Kanten rund schnitzen, ebenfalls einstreichen und mit Fondant eindecken.

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Hier sieht man die rundliche Form etwas besser.

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Et voilà 🙂

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Making of: Camera Cake

Meine Arbeitskollegin wünschte sich für ihren Bruder eine Geburtstagstorte. Eine Kamera sollte es sein, da er sich fürs Fotografieren interessiert. Klingt erst mal nicht besonders schwierig bis zu jenem Moment in dem du dich fragst, wie zum Henker du aus Kuchen ein perfekt zylinderförmiges Objektiv hinbekommst, welches nachher auch stabil ist und notfalls bei Zimmertemperatur die Form behält. Meine Antwort lautete: Erst mal gar nicht. Deshalb beschloss ich, es aus Crispiemasse zu formen und wie den Rest der Kamera mit schwarzem Fondant einzudecken.

Die Grundform war wie schon so oft zuvor die rechteckige mit Vollmilch-Ganache gefüllte Kapsel aus Öl-Sand-Masse. Geht einfach und schnell und ist gelingsicher. Kapsel auf gewünschte Größe zurechtschneiden, die Abschnitte passend ansetzen und durch Schnitzen in Form bringen.

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Für das Objektiv habe ich einen entsprechend geformten Mixbecher genommen, mit Folie ausgekleidet und mit Crispiemasse gefüllt. Dann nur noch erstarren lassen und mit Ganache einstreichen.

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Die Kamera ebenfalls mit Ganache einstreichen.

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Hier nochmal stehend: Die Kamera war tatsächlich überraschend stabil.

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Nun alles mit schwarzem Rollfondant eindecken. Tasten und Knöpfe modellieren, ausschneiden und mit etwas Wasser ankleben.

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Das Objektiv habe ich mithilfe von meinem Mehlsieb, einem Stück Bindfaden, einem Eierschneider und etwas silberner Lebensmittelfarbe mit Mustern versehen.

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Für die Darstellung der Linse benutzte ich verschieden große runde Ausstecher.

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Ich will ja nicht angeben, aber manch einer hielt sie auf den Fotos zumindest auf den ersten Blick für echt 🙂

Making of: Star Destroyer Venator Class Torte

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Mein Sohn wünschte sich zu seinem zehnten Geburtstag eine Star Destroyer Venator Class Torte. Ich sagte zu – okay, rückblickend vielleicht etwas leichtfertig. Zum Glück hatte ich mir in weiser Voraussicht eine Woche Urlaub genommen und konnte aus diesem Grund entsprechend Zeit für die Modellierarbeit erübrigen.
Da dies mein erstes Raumschiff überhaupt war, welches ich sozusagen selbst gebaut habe, musste dieses Werk natürlich dokumentiert werden.

Aus Crispiemasse zuerst eine ca. 2 cm dicke Platte in ausreichender Größe herstellen. Anschließend in der Mitte einen sanft ansteigenden länglichen Hügel aufbauen. Während die Platte vollständig auskühlt eine Schablone mit den Umrissen der Venator Class aus Pappe basteln. Schließlich die Grundform der Venator Class mithilfe der Schablone ausschneiden.

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Mit Ganache einstreichen.

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Und mit hellgrauem Fondant eindecken.

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Hier fängt das Gefriemel an. Je nach gewünschtem Detailgrad die Aufbauten aus Fondant modellieren und ansetzen.

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Um den Brückenaufbau zu stabilisieren eignen sich Zahnstocher oder Schaschlikspieße.

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Noch mehr Modellieren und schließlich anmalen.

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Zugegeben: Es ist wirklich unfassbar viel Zeit draufgegangen. Habe ich eigentlich mal erwähnt dass ich zu Perfektionismus neige?

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Fehlt nur noch die Torte:

Eine runde Torte aus Öl-Sand-Masse, gefüllt mit etwas Erdbeerbuttercreme und selbst gemachter Erdbeer-Rhabarber-Konfitüre, eingestrichen mit Ganache und mit weißem Rollfondant eingedeckt.

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Da ich nicht gerade das bin, was man als Airbrush-Experte bezeichnen würde und obendrein allein am Samstag knapp zehn Stunden am Venator gesessen bin erklärte sich mein Lieblingsmensch bereit, die Torte zu colorieren. Eine brillante Idee wie sich herausstellte, denn das hätte ich SO sicher nicht hinbekommen.

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Und hier das Endergebnis:

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Der Sohnemann schaute natürlich immer mal wieder bei mir in der Küche vorbei und jedes Mal, wenn er den Fortschritt sah, wurden seine Augen und seine Begeisterung größer.

Und, ja: Meine ebenfalls. Wenn man bedenkt, dass ich erst das dritte Mal überhaupt wirklich mit Crispie-Masse gearbeitet habe und auch nicht wirklich einen Plan hatte, wie ich würde vorgehen wollen,  dann finde ich das Ergebnis umso beeindruckender.

Handball-Torte

Entschuldigt bitte die grottige Fotoqualität. *hmpf*

Eine Handball-Torte für den Sohn einer ehemaligen Klassenkameradin. Ich finde sie sehr gelungen.

Füllung: Sacherboden, Erdbeerbutterkrem und Erdbeerkonfitüre, Deko: Rollfondant, Lebensmittelfarbe
Füllung: Sacherboden, Erdbeerbutterkrem und Erdbeerkonfitüre, Deko: Rollfondant, Lebensmittelfarbe

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Nun doch noch eins in besserer Qualität. Diesmal mit Schrift.
Nun doch noch eins in besserer Qualität. Diesmal mit Schrift.

Mikrofon-Torte.

Endlich wieder mal eine Torte, sagte ich schon dass mich das Tortenbasteln für die doch recht eintönige Arbeit in der Bäckerei entschädigt bzw. derzeit mein Ausgleich dafür ist? =)

Öl-Sand-Masse, Vanillebutterkrem, Beerchenkonfitüre, Rollfondant, schwarze und silberne Lebensmittelfarbe.
Öl-Sand-Masse, Vanillebutterkrem, Beerchenkonfitüre, Rollfondant, schwarze und silberne Lebensmittelfarbe und für die Schrift weiße Kuvertüre.

Minionized.

Das sind Bob und Steve. Zumindest behaupten das die Kinder. :)
Das sind Bob und Steve. Zumindest behaupten das die Kinder. 🙂
Darf ich vorstellen: Bob. Ich persönlich finde ihn sehr gelungen, die Brille allerdings wäre fürs nächste Mal verbesserungswürdig.
Darf ich vorstellen: Bob. Ich persönlich finde ihn sehr gelungen, die Brille allerdings wäre fürs nächste Mal verbesserungswürdig.
Das hier ist Steve. Wer genau hinsieht stellt fest, dass er vier statt drei Fingern hat. Ihr wisst ja, künstlerische Freiheit und so. ;)
Das hier ist Steve. Wer genau hinsieht stellt fest, dass er vier statt drei Fingern hat. Ihr wisst ja, künstlerische Freiheit und so. 😉
Und dann fragt man sich: Wie sieht so ein Minion eigentlich von hinten aus? Hier mag ich besonders die Stoffstruktur sowie die Abnutzungserscheinungen. ^^
Und dann fragt man sich: Wie sieht so ein Minion eigentlich von hinten aus? Hier mag ich besonders die Stoffstruktur sowie die Abnutzungserscheinungen. ^^

Diese beiden Kumpels waren – wer hätte es gedacht – für einen Kindergeburtstag. Zum Schluss stand ich etwas unter Zeitdruck; tatsächlich wurde ich fünf Minuten vor Abholtermin fertig. Das nennt man dann wohl Punktlandung.

Nachtrag: Die Torten sind definitiv gut angekommen. Vom Papa des Geburtstagskindes bekam ich vor wenigen Tagen ein großes Lob. Da freut sich das Konditorenherz! =)

 

 

 

Lightning McQueen Cake.

Der Tortenrohling sieht irgendwie noch ein bisschen aus, als wollte es ein Panzer werden. :)
Der Tortenrohling sieht irgendwie noch ein bisschen aus, als wolle er ein Panzer werden. 🙂
Ah jetzt ja. Noch ein bisschen zurechtgeschnitzt und siehe da: Es wird ein Auto!
Ah jetzt ja. Noch ein bisschen zurechtgeschnitzt und siehe da: Es wird ein Auto!
Die Frontpartie ist erstaunlich gut gelungen, finde ich.
Die Frontpartie ist erstaunlich gut gelungen, finde ich.
Mit rotem Rollfondant eingedeckt kann man sogar erkennen, dass es nicht irgendein Auto werden soll, sondern ein ganz spezielles.
Mit rotem Rollfondant eingedeckt kann man sogar schon erkennen, dass es nicht irgendein Auto werden soll, sondern ein ganz Spezielles.
Unverwechselbar. Lightning McQueen aus Disney Pixars "Cars".
Jup, das isser. Lightning McQueen aus Disney Pixars „Cars“.
Zum Schluss noch die restliche Deko drauf, anpinseln/brushen, Räder dran und fertig!
Zum Schluss noch die restliche Deko drauf, anpinseln/brushen, Räder dran und fertig!
Frontansicht. Man sieht auch fast nicht dass ich einen Scheinwerfer-Sticker fast zerbröselt hätte -.-*
Frontansicht. Es fällt auch fast nicht auf dass ich einen Scheinwerfer-Sticker fast zerbröselt hätte -.-*
Das Heck im Detail. Der Spoiler  und die Rücklichter gefallen mir besonders gut. :)
Das Heck im Detail. Die Rücklichter gefallen mir besonders gut. 🙂
Das mit dem Airbrush üben wir aber nochmal.
Lightning-Sticker. Das mit dem Airbrush üben wir aber nochmal.
Draufsicht. Einfach ein cooles Teil. Ich bin begeistert! [Und lecker war sie auch!]
Draufsicht. Einfach ein cooles Teil. Ich bin begeistert! [Und lecker war sie auch!]

How to build a [PzKpfW VIII] tank [cake].

Tortenboden [30 x 40] nach Wunsch anschlagen, backen und auskühlen lassen. Hier: Öl-Sand-Masse. Zwei Mal durchschneiden, mit Buttercreme o.ä. füllen. Gut durchkühlen lassen.
Tortenboden [30 x 40] nach Wunsch anschlagen, backen und auskühlen lassen. Hier: Öl-Sand-Masse. Zwei Mal durchschneiden, mit Buttercreme o.ä. füllen. Gut durchkühlen lassen.
Das ist die Vorlage, ein Panzerkampfwagen VIII "Maus" [Quelle: Wikipedia].
Das ist die Vorlage, ein Panzerkampfwagen VIII „Maus“ [Quelle: Wikipedia]. Das war Sohnemanns Wunsch. 🙂
 

Den gefüllten Tortenrohling zurechtschneiden.
Den gefüllten Tortenrohling zurechtschneiden.

Die Wanne [oben im Bild] der Vorlage entsprechend in Form bringen.
Die Wanne [oben im Bild] der Vorlage entsprechend in Form bringen.
Den Turm [links] sowie die Panzerketten [rechts] ebenfalls  aus dem Tortenrohling ausschneiden und  in Form bringen.
Den Turm [links] sowie die Panzerketten [rechts] ebenfalls aus dem Tortenrohling ausschneiden und in Form bringen.
Mit Buttercreme einstreichen, durchkühlen lassen. Schwarzen Rollfondant ausrollen und die Ketten damit eindecken. Räder ausstechen und aufkleben. Die einzelnen Kettenglieder mit einem Schaschlikspieß oder dünnem Pinselgriff vorsichtig [nicht zu tief, sonst reißts!] eindrücken.
Mit Buttercreme einstreichen, durchkühlen lassen. Schwarzen Rollfondant ausrollen und die Ketten damit eindecken. Räder ausstechen und aufkleben. Die einzelnen Kettenglieder mit einem Schaschlikspieß oder dünnem Pinselgriff vorsichtig [nicht zu tief, sonst reißts!] eindrücken. Eine Kuvertüreplatte in passender Größe auflegen. An allen vier Ecken mit einem erhitzten Metallstäbchen ein Loch hineinschmelzen und mit Schaschlikspießen  fixieren.

Die Wanne ebenfalls mit Buttercreme einstreichen, durchkühlen lassen. Mit weißem Rollfondant eindecken.
Die Wanne ebenfalls mit Buttercreme einstreichen, durchkühlen lassen. Mit weißem Rollfondant eindecken.
Aus Backtrennpapier und einem Rührlöffel sowie einem dicken Pinsel Gussformen für die Rohre herstellen. Sorgfältig mit Klebeband umwickeln, um sicherzustellen, dass die Formen sich nicht aufwickeln.
Aus Backtrennpapier und einem Rührlöffel sowie einem dicken Pinsel Gussformen für die Rohre herstellen. Sorgfältig mit Klebeband umwickeln, um sicherzustellen, dass die Formen sich nicht aufwickeln. Mittels Trichter temperierte Kuvertüre eingießen, erstarren lassen und vorsichtig aus den Formen lösen.
Den Turm einstreichen und eindecken. Für die Rohre vorsichtig Löcher in passender Größe bohren und die Rohre hineinstecken. In die Wanne vier gekürzte Schaschlikspieße stecken, um den Turm zu fixieren.
Den Turm einstreichen und eindecken. Für die Rohre vorsichtig Löcher in passender Größe bohren und die Rohre hineinstecken. In die Wanne vier gekürzte Schaschlikspieße stecken, um den Turm zu fixieren.
Den Turm aufsetzen.
Den Turm aufsetzen.
Restliche Deko nach Vorlage anbringen und anpinseln oder besser: mit Airbrush kolorieren.
Restliche Deko nach Vorlage anbringen und anpinseln oder besser: mit Airbrush kolorieren.
Kerze drauf und dem Geburtstagskind präsentieren :)
Kerze drauf und dem Geburtstagskind präsentieren 🙂
Das wilde Gemetzel kann losgehen! *om nom nom*
Das wilde Gemetzel kann losgehen! *om nom nom*

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Mein Gesellenstück.

Nach erfolgreicher Beendigung meiner Ausbildung hatte ich vor, nach Salzburg zu ziehen. Daher bescherte ich mir selbst einen kleinen Willkommensgruß in Form meines Gesellenstücks.

Wenn man überlegt, dass die man muss schon sagen grob fahrlässige Informationspolitik meines damaligen Lehrherrn mich beinah um meine Auszeichnung  gebracht hätte…

Laut seiner Aussage [und wie er mir wiederholt versicherte] benötigte ich nur genau ein Zuckerstück. Dieses könne ich getrost als Deko auch auf meine „Gesellenstück-Torte“ stellen, dazu müsse ich kein zweites Zuckerstück bzw. keine zweite Deko anfertigen. Dumm nur für mich, dass die Prüfer dies anders sahen. Das mag jetzt wie „Jammern auf hohem Niveau“ erscheinen, doch damals hing man kann fast schon sagen mein Seelenheil davon ab, ob ich nun mit oder ohne Auszeichnung vom Parkett gehen würde. Schließlich hatte ich es mir fest vorgenommen, als Jahrgangsbeste die Gesellenprüfung abzulegen. Ich hatte eine ganze Menge Herzblut investiert, gepaukt wie eine Bekloppte und ja, in der Tat zum ersten Mal in meinem Leben etwas „Großes“ vollbracht. Ich hatte diese Ausbildung drei Jahre lang durchgezogen, und das obwohl ich mehr als einmal kurz davor gewesen war, alles hinzuschmeißen.

Jedenfalls überzeugte er zu unser beider Ehrenrettung die Prüfer in einer für mich schier endlos andauernden Diskussion davon, dass dies nicht mein Verschulden sei sondern eigentlich seines, und ich bekam – immerhin – die zweitbeste Praxisnote. Da ich in der Theorieprüfung bei der Benotung weit vorn lag, brachte ich es zu meiner großen Erleichterung trotzdem auf die beste Gesamtnote.

"Willkommen in Salzburg" Berge & Bergvorsprung: Zucker in Form gegossen, Steinbock & restliche Deko: Marzipan modelliert.
„Willkommen in Salzburg“ Berge & Bergvorsprung: Zucker in Form gegossen, Steinbock & restliche Deko: Marzipan modelliert.

Keine zwei Wochen später wohnte ich bereits in Salzburg.

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Mein Meisterstück.

Eigentlich finde ich, dass ich noch zu jung bin, um „aus dem Nähkästchen“ zu plaudern. Dieses Wortspiel ist in meinem Kopf aus irgendwelchen Gründen mit einer „Oma“ verknüpft, aber unterm Strich ist mir das dann doch egal, weil ich finde, es passt trotzdem. Schließlich liegt der praktische Teil meiner Konditorenmeisterprüfung bereits acht Jahre zurück, was ja schon irgendwie – zumindest gefühlt – ein halbes Leben ist.

Als ich damals [wie sich das anhört, DAMALS *kicher*] mit meiner Ausbildung begann, beschloss ich sehr bald, dass ich nach [den damals noch vorgeschriebenen] drei Gesellenjahren die Meisterprüfung absolvieren würde. Ich hatte noch keine Ahnung, wie es anstellen würde; wovon ich das alles würde finanzieren können, Meisterschule, Verdienstausfall, und trotzdem ein Dach über dem Kopf sowie einen vollen Kühlschrank zu haben. Doch eines war damals schon in Stein gemeißelt: Ich wollte Konditormeisterin werden, Punkt.

Tatsächlich dauerte es gute fünf Jahre, bis ich es finanziell halbwegs schultern konnte, und auch das ging eigentlich nur mit der Unterstützung meines Vaters. Natürlich war es trotz der Hilfe kein [Achtung, der kommt flach!] Zuckerschlecken, zumal ich nach wie vor meiner Vollzeit-Tätigkeit als Konditorin nachging. Dennoch schaffte ich es, die notwendigen Kurse zu absolvieren, und zwar abends, über mehrere Wochen hinweg.

Die theoretische Prüfung fand innerhalb weniger Tage statt. Die praktische Prüfung sowie im Anschluss der mündliche Teil, was insgesamt zweieinhalb Tage dauerte, erst einige Wochen später.

Ich wollte unbedingt etwas aus Zucker machen, und als Experte auf diesem Gebiet fiel mir nur eine Person ein: Mein ehemaliger Lehrherr und seines Zeichens Obermeister der hiesigen Konditoren-Innung. Also nahm ich Kontakt auf und bat um „Nachhilfe“. Freundlicherweise erklärte er sich bereit, mir einige Kniffe zu zeigen und mir bei der Wahl des Motivs sowie dessen Umsetzung beratend zur Seite zu stehen.

Und wenn man schon die Möglichkeit hat, mit einem Innungs-Obermeister zusammen zu arbeiten, dann macht man auch  gleich etwas richtig Cooles. Zum Beispiel das Blasen einer Zuckerkugel. Diese sollte die Erdkugel darstellen, im Hintergrund zu sehen die Sonne [eine Platte aus gegossenem Zucker], und ruhen sollte die [mit Lebensmittelfarben angemalte] Erdkugel auf zwei Händen aus Kuvertüre, ganz simpel in Handschuhe gegossen. Davor wollte ich, ganz im Zeichen des Themas „Sommer“, Blüten und Blätter aus Zucker sowie eine Schnecke drappieren. Soweit die Theorie.

In der Praxis lief einiges anders als geplant. Allem voran die Tatsache, dass ich zuwenig Kuvertüre dabei hatte, um zwei Hände daraus gießen zu können. Und die Erdkugel, naja, die Kugel war schön. Sehr schön sogar. Sie war so schön, dass ich sie vor lauter lass-mich-auch-mit schon mit Lebensmittel-Lack angesprüht hatte, als mir einfiel, huch, da war doch noch was mit anmalen… auf dem Lack wollte die Farbe natürlich nicht halten, und um eine neue Kugel zu formen, dazu fehlte mir die Zeit. Also ließ ich die Kugel wie sie war und hoffte, die Jury würde über ausreichend Fantasie verfügen, um sich die Farben der Erdkugel einfach hinzu zu denken.

Der Rest, zumindest der Rest des Meisterstücks, funktionierte wie geplant, und nun mag ich euch auch gar nicht länger auf die Folter spannen.

Tadaa!
Tadaa!
Tadaa!²
Tadaa!²