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Schwimmkurs hurrah! Und anderes Zeug.

Die Kiddies hatten tolle Ferien, Ostern durften sie zum Papa, auch sonst gaben wir uns Mühe keine Langeweile aufkommen zu lassen. Auch wenn ich zugegebenermaßen immer dann, wenn ich Urlaub habe, dazu neige etwas träge zu werden. Wer kann es mir verübeln. Aber wir waren unter anderem im Wildpark und im Indoorspielplatz und draußen wann immer das Wetter sich erbarmte, ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke zu lassen. Schön wars. 🙂

Nachdem es am letzten Wochenende wieder mal spannend wurde [am Freitag gab es ausgelaufene Bremsflüssigkeit inklusive asap-Werkstattbesuch weil Mama braucht das Auto in der Nacht von Sonntag auf Montag schließlich wieder] verlief die letzte Woche freundlicherweise ohne weitere Vorkommnisse. Naja, sagen wir mal fast keine. Das Töchterchen, ohnehin eine kleine „Laberdasch´“ und wahrlich nicht auf den Mund gefallen, hat momentan die Angewohnheit wirklich immer das letzte Wort haben zu müssen, alles besser zu wissen und überhaupt, alle sind doof und alles ist unfair. Sie pendelt gerade zwischen zuckersüß und Kotzbrocken hin und her, je nachdem durch welche Strategie sie sich den größeren Erfolg erhofft.

Das ist anstrengend.

Aber: sie ist seit Samstag letzter Woche Inhaberin des ersten vereinsinternen Schwimmabzeichens: das Entchen. Und ich musste es natürlich sofort an ihren Bikini drannähen. Sie ist soooo stolz, immerhin kann sie schon den Kopf unters Wasser halten, und nur mit Schwimmnudel [ohne Schwimmflügel bittesehr!] schwimmen, und außerdem hat sie sogar schon einmal unter Wasser die Augen offen gehabt. :3 Und reinspringen UND alleine rutschen traut sie sich auch schon.
Hab ich schon mal gesagt, dass ich mich total darüber freue, dass sie so einen Spaß am Schwimmen hat? ❤

Sohnis Ferien sind auch vorbei, er geht wieder in die Schule. Der Wiedereinstieg  in den Schulalltag fiel ihm dieses Mal deutlich leichter als bei den letzten Ferien. Nun noch den morgigen Betreuungstag rumkriegen und dann ist auch schon wieder Wochenende. Er liest mittlerweile sehr gut, und er liest wirklich alles [!] was ihm unterkommt. Buchtitel, DVD-Titel, Schilder, Verpackungen und natürlich auch Kinderbücher und -Zeitschriften. Sohni ist sehr stolz darauf, dass er in Deutsch schon weiter ist als seine Mitschüler.

Immer noch wundere und freue ich mich jeden Tag darüber, dass er so aufblüht seit er, nun ja, seit er Ritalin nimmt. Natürlich ist er immer noch sensibel, und wenn es ihm zuviel wird, dann zieht er sich entweder zurück, oder aber, wenn keiner von uns rechtzeitig reagiert, dann geht eben die Sirene an. Natürlich ist es nicht wirklich eine Sirene, allerdings macht er seinem Frust lautstark Luft, und er hat dann diesen speziellen Tonfall, bei dem man am liebsten die Flucht ergreifen möchte.

Meine letzten anderthalb Arbeitswochen [auf altem neuen Posten, ihr erinnert euch vielleicht] bewältigte ich erfreulicherweise ohne größere Patzer :3 Es zahlt sich eben doch aus, sich vorzubereiten. Und wenns nur der alte, neue Posten ist, den man nach einem halben Jahr „Abstinenz“ wieder antritt.

Ansonsten nicht viel Neues, bis auf den Geschlechterkram, der mich nach wie vor ziemlich beschäftigt. Derzeit lese ich zum zweiten Mal A Song of Ice and Fire und hibbel der vierten Staffel der HBO Serie entgegen. Und vielleicht schaff ich es ja, irgendwo noch kurz Tussikratie und Not am Mann dazwischen zu schieben.

Soviel von mir bzw. uns, ich wünsch euch ein schönes Wochenende!

Over and out.

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Menschen und ihre Märchen.

Am 7. August 2012 war der vierte Todestag meines Vaters.

Ich denke natürlich immer noch sehr oft an ihn. Es vergeht genau genommen kein einziger Tag ohne mindestens einen Gedanken an meinen Dad.

In der Woche drauf schaffte ich es tatsächlich, ans Grab zu gehen, und die Deko zu platzieren, die seit bald einem Jahr hier herumstand. Bei der Gelegenheit spendierte ich den Blümchen noch einige Portionen Brunnenwasser, da sie während der Hitzewelle ein wenig ähm ja, vernachlässigt worden waren.

Natürlich fragen auch die Kinder oft nach ihm, sie interessieren sich dafür, wie alt er war als er starb, und wie alt er jetzt wäre wenn er noch leben würde. Und welche Krankheit er hatte, wo er gewohnt hat, ob sie ihn gesehen haben als er noch lebte und wie alt sie zu dem Zeitpunkt waren, und weißderGeier was denen noch für Fragen einfallen. Unter anderem interessiert es die Kinder natürlich auch, wo mein Vater jetzt ist. Also, wo seine sterblichen Überreste begraben liegen.

Natürlich dürfen sie demnächst einmal mit mir dorthin gehen, damit sie sich etwas darunter vorstellen können, wenn ich sage, mein Papa ist schon lange tot und jetzt liegt das, was noch von ihm übrig ist, auf dem Friedhof.

Nun bin ich selbst ja nicht religiös. Kein bisschen. Tote kommen weder in den Himmel noch in die Hölle, und es gibt auch keinen „lieben Gott“ da oben. Dafür gibt es in meinen Augen  mindestens einen sehr triftigen Grund, und dem entsprechend habe ich ernsthafte Skrupel, meinen Kindern „Märchen“ aufzutischen. Und seien es nur „die üblichen, harmlosen“ Geschichten um Nikolaus/Christkind/Osterhase, und was auch immer es da noch so gibt.

Okay, in meiner Kindheit gab es das auch nicht, wir feierten weder Weihnachten noch Ostern, kein Silvester und auch keinen Geburtstag. Vielleicht habe ich deshalb selbst keinen wirklichen Bezug zu diesen Feiertagen [außer den Bezug beruflicher Art]. Aber mir wurden wirklich genug andere Lügen erzählt [bzw. „Wahrheiten“ die sich später als Lügen entpuppten], sodass ich es absolut unmöglich finde, dass es Eltern gibt, die ihren Kindern Märchen erzählen, um sie auf diese Weise zu manipulieren. Möglich, dass ich hier durch meine eigene Geschichte überempfindlich reagiere.

Wenn meine Kinder dann anfangen, zu erzählen, was ihnen ihre Kindergartenkollegen so auftischen, dann packe ich halt auch erst mal aus. Dass der Nikolaus im Kindergarten kein echter Nikolaus ist, sondern ein verkleideter Mann, und dass es auch nicht der Osterhase ist, der die Nestchen versteckt, sondern die Erzieherinnen. Und natürlich sage ich meinen Kindern ganz unverhohlen, dass wir die Geschenke kaufen, und dass NICHT der Weihnachtsmann sie bringt.

Außerdem erzähle ich ihnen, dass andere Eltern ihre Kinder anlügen, wenn sie erzählen, sie müssten lieb sein weil sie sonst vom Weihnachtsmann/Christkind [je nachdem welche Variante man bevorzugt] keine Geschenke bekommen; und dass ich es deshalb nicht tue, weil ich zu meinen Kindern ehrlich sein möchte.

Ich weiß nicht, ob sie mir glauben oder ihren Freunden. Oder den Erzieherinnen.

Wenn meine Kinder irgendwann einmal einen Glauben finden, der ihnen zusagt, dann werde ich es ihnen nicht verbieten. Zumindest hoffe ich, dass es ein Glaube sein wird, bei dem ich mir keine Sorgen um das seelische und körperliche Wohlbefinden machen muss.

Ich hätte allerdings ein echt mieses Gefühl dabei, meinen Kindern in vollem Bewusstsein Lügengeschichten zu erzählen, weil genau das ist es in meinen Augen.

Empörung.

Auf dem Wasserspielplatz. Wir sitzen entspannt etwas abseits im Schatten, als plötzlich meine Nichte Selina [8 Jahre] vom Spielplatz zurück kommt und sich zu uns setzt. Sie beginnt zu erzählen, völlig empört und die Arme verschränkt: „Stell dir mal vor, da ist ein Junge, der läuft da rum, ohne Schwimmwindel!“

Sie macht eine Pause und wartet scheinbar auf etwas.

Ich: „Ja, und?“

Selina: „Der hat überhaupt nichts an und ist ganz nackig, und da sieht man sogar seinen PENIS!“

Boika.

Heute möchte ich euch von einem für mich interessanten Erlebnis berichten.

Eigentlich bin ich kein Hundemensch. So gar nicht. Hunde stinken, sie bellen, sie stinken, sie sind wild und viele sind schlecht oder gar nicht erzogen, und sagte ich schon dass sie stinken? Jedenfalls mag ich Hunde nicht so sehr wie Katzen. Aber grundsätzlich bin ich eher jemand, der Tiere mag.

Da waren wir heute bei Léons Kumpel. Da gibts ne Cousine oder sowas in der Art, und deren Eltern haben eine Hündin: Boika. Ich glaub, das ist ein Golden Retriever oder ein Retrievermischling, ne ziemlich Süße, und ich hab mich ein bisschen mit ihr angefreundet.

Wir, also die Mama von seinem Kumpel und ich, wir saßen auf der Terrasse, und irgendwann kam die Cousine und brachte Boika mit. Zuerst lag sie unmotiviert auf der Terrasse herum, bis ich anfing sie ein wenig zu kraulen und ihr gut zuzureden. Sie rutschte immer weiter in meine Richtung während die Kinder wie gestört durch die Wohnung marodierten, bis sie irgendwann vor lauter Verzweiflung unter meinem Stuhl lag und dort schlief.

Irgendwann kam sie heraus, schlürfte ein paar Schlucke Wasser und ließ sich von der kleinen Schwester seines Kumpels Butterbrot füttern, und legte dann ihren Kopf zwischen meine Beine [WTF?] und begann leise vor sich hin zu grummeln [WTF?²]. Ich schaute hilfesuchend zu der Mama von Léons Kumpel, sie meinte nur, ihr gefällt das. Okay, Erleichterung, sie will mich also nicht fressen.

Also kraulte ich sie weiter.

Etwas später gingen wir dann in die Küche, woraufhin mich Boika etwas ungläubig ansah [Ja wie, du gehst schon?] und wenig später, wir waren bereits in der Küche, meinen Blickkontakt vom Wohnzimmer aus regelrecht suchte. Ich schaute sie an, und sie schaute mich an. So ging das einige Sekunden. Dann ging ich nochmal zu ihr, und sie kam mir auf halbem Weg entgegen, und sie legte wieder ihren Kopf zwischen meine Beine und wollte gekrault werden.

Den angenehmen Vormittag mussten wir dann leider aufgrund schwerwiegender Differenzen zweier Kerls im besten Rüpelalter [mimimi, der gibt mir das Auto net!] etwas vorzeitig beenden, aber es war für mich, trotz Hundegeruch, ein höchst interessantes Erlebnis, dass dieser Hund mich, Katzenmensch, tatsächlich zu mögen scheint. Und dabei hatte ich nicht mal ein Leckerli oder sowas für sie.