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Zehn.

Kommenden Samstag feiert der Sohnemann seinen zehnten Geburtstag.

Ein guter Anlass wie ich finde, um die wichtigsten Entwicklungen zusammen zu fassen. Nicht zuletzt weil ich mich kurz nach der Geburt meines Sohnes fragte, wie er wohl in zehn Jahren sein würde.

Zehn ist ja schon irgendwie ein besonderer Geburtstag. Die erste Dekade. Deshalb habe ich mir auch diesmal wieder eine Woche Urlaub genommen um ihm einen schönen Geburtstag organisieren zu können.

Das hier soll er als Torte bekommen:
venator
Ein Venator Klasse Sternenzerstörer.
Ich freu mich schon drauf. Der Plan bis jetzt: Torte gefüllt mit Erdbeerbuttercreme, das Raumschiff als Deko möchte ich separat modellieren, den Korpus innen aus Crispiemasse [sonst wirds zu schwer weil ich es ziemlich groß machen möchte], außen Rollfondant und dazwischen eine Schicht Pariser Creme [auch bekannt als Ganache].

So viel erst mal hierzu.
Wir wissen ja nun seit einer ganzen Weile, dass der Sohn eine mittelschwere Ausprägung der ADHS hat. Außerdem besteht Verdacht auf Asperger-Syndrom, welchem noch diesen Monat bei seinem nächsten Termin im Kinderzentrum nachgegangen werden soll.
Das Medikament musste gewechselt werden, da er auf das Ritalin LA 20 mg nicht mehr gut reagierte. Mittlerweile nimmt er Equasym retard 20 mg, es hat den Vorteil dass es zu Beginn nicht so eine hohe Wirkstoffkurve hat wie Ritalin, dafür aber länger und auch gleichmäßiger wirkt. Mir kommt vor, er verträgt es gut und spricht ganz allgemein besser darauf an als zuletzt auf Ritalin.
Er besucht mittlerweile die vierte Klassenstufe einer Erziehungshilfeschule. Entgegen meiner Hoffnungen wird er den Wechsel auf eine Regelschule voraussichtlich erst mal nicht schaffen in nächster Zeit. Was eigentlich nicht weiter schlimm ist, bis auf die Tatsache dass sich auf dieser Schule immer wieder unschöne Zwischenfälle ereignen, die deutlich in Richtung Mobbing gehen; Ereignisse die mich selbst aufs Übelste triggern da ich selbst so ziemlich während meiner gesamten Schulzeit immer wieder Ziel verschiedenster Gemeinheiten und systematischen Mobbings wurde.
Doch zurück zum Thema. Es gibt auch viel Positives zu vermelden: Sohnemann hat in den Sommerferien Inliner fahren gelernt :3 Und darüber hinaus zeigt sich sogar eine gewisse Begabung bei ihm, ich kanns noch gar nicht so richtig fassen.
Außerdem waren wir einige Male im Freibad. Wer ihn kennt weiß: Sohni ist noch kein Freischwimmer und er ist alles andere als eine Schwimmbad-Wasserratte. Und seit diesem unschönen Ereignis während seines Fortgeschrittenen-Schwimmkurses hatte ich mir diesbezüglich auch erst mal keine Hoffnungen mehr gemacht.
Im Freibad ließ ich ihm alle Zeit die er brauchte, um sich mit dem Nichtschwimmerbecken anzufreunden. Ohne Hetze und ohne „du musst“. Er bestimmte sein Tempo selbst.
Das bedeutete, dass er sich die erste halbe, dreiviertel Stunde erst mal nicht weiter als bis zur Treppe hineintraute. Doch ich akzeptierte seine Grenze, wir spielten Wasserball und Stück für Stück wurde er mutiger, bis er schließlich am dritten Tag, den wir im Freibad verbrachten,  gänzlich furchtlos durchs Becken flitzte, sich mal mit uns, mal mit anderen Kindern eine Wasserschlacht [die Kids bekamen von meiner Ma jeweils eine große Super Soaker geschenkt] nach der anderen lieferte und aus dem Wasser auch gar nicht mehr so recht hinauswollte.
Und nun hat er in der Schule jede Woche Schwimmunterricht. Seine Lehrkräfte bekamen von mir vor der ersten Schwimmstunde einen kleinen Brief mit allen nötigen Infos bezüglich Sohnemann und Wasser, und prompt konnten auch sie kleine Erfolge vermelden: Sohnemann hat keine Panik mehr im Schwimmbad, er wird zusehends mutiger und ich glaube, dass er die Angst vorm Wasser verloren hat, daran habe auch ich einen kleinen Teil beigetragen.

Man merkt ihm an dass er stolz auf die Fortschritte ist, die er macht. Dies dürfte eine angenehme Abwechslung zu dem vielen Druck darstellen, den er von anderer Seite immer wieder bekommt.

Wir haben uns irgendwie arrangiert, der Lieblingsmensch und ich. Auch wenn es im Moment, bis die Wirkung meines Medikaments wieder anschlägt,  zumindest von meiner Seite aus ziemlich ruppig zugeht.
Eigentlich sind wir uns in den wenigsten Bereichen einig. Diese Tatsache erzeugt natürlich unendlich viele Reibungspunkte an denen aufgrund meines Dauer-Überreiztheit-Zustandes wieder und wieder dieselben Konflikte entstehen.

Die Tochter ist mittlerweile Drittklässlerin, ihre beste Freundin muss leider die zweite Klasse wiederholen; Doch wir geben uns große Mühe, auch ihr irgendwie gerecht zu werden.
Sie merkt mittlerweile, dass sie nicht einfach „die Kleine“ von den Beiden ist. So einfach ist es nicht. Trotz des Altersunterschieds [immerhin 15 Monate] ist oftmals seine Schwester – so seltsam das klingen mag – die Große. Sie muss es. Weil sie eben – und ich weiß dass auch diese Aussage irgendwie verstörend sein muss – in weiten Teilen vernünftiger, reifer ist als er. Mit ihren acht Jahren hat sie schon begriffen dass ihr Bruder – obwohl er der Ältere ist – in vielen Bereichen der Kindlichere von ihnen ist.

Ich merke wie langsam das Kopfgulasch Überhand nimmt, daher werde ich jetzt erst mal Schluss machen.

Kreatives Zeug.

Neulich sahen wir, also meine Kinder und ich, uns im Internet verschiedene Torten an. Da Sohnemanns Geburtstag unaufhaltsam näher rückt möchte ich natürlich langsam aber sicher von ihm wissen, welche es denn nun werden soll.

Lange Zeit wünschte er sich eine Torte im Tank-Design. Einen Panzerkampfwagen VIII „Maus“, um genauer zu sein. Klar, kein Problem, Mama wäre ja gänzlich umsonst Konditormeisterin, würde sie ihren Kindern nicht ganz besondere Torten zaubern. Und da Sohnemann letztes Jahr leider auf eine Torte von Mama verzichten musste, weil diese einen wichtigen Kurs in Salzburg absolvierte, möchte ich ihm dieses Jahr un-be-dingt seinen Tortenwunsch erfüllen.

Tja. Wenn er sich nur entscheiden könnte. Was als absolut sicher galt, ist es plötzlich so gar nicht mehr. Elf Tage sind es nur noch bis zu seinem siebten Geburtstag. Das heißt, großzügig geschätzt sollte er sich in den nächsten Tagen entscheiden, damit ich noch etwas Zeit habe um notfalls fehlende Zutaten und Dekomaterial zu beschaffen. Und falls nicht: entscheide ich, wirds eben doch der Panzer.

Sein Geburtstagsgeschenk ist heute früh auch schon hier aufgeschlagen. Ein neues Fahrrad, ein MTB in schwarzmetallic, blau beschriftet mit Beleuchtung laut StVZO sowie Sechsgang- Schaltung. War gar nicht mal sooo teuer [Omas und Opas Sponsoring sei Dank] und ich überlege mir schon, womit ich den zugegebenermaßen etwas langweilig aussehenden Schutzblechen plastiken den letzten Schliff verpassen könnte. Am liebsten mit Airbrush, irgendwas mit Flammen, in blau versteht sich, vielleicht sogar mehrere Blautöne und ein bisschen weiß, oder so ähnlich. Ich hab ja jetzt Urlaub. Aber das hängt wohl davon ab, ob ich die Torte „Dodge Ram“ nun machen muss oder nicht, und wie zeitaufwändig das Projekt wird. Eine Tortenpremiere ist immer mit viel Planung verbunden, und egal wieviel ich plane und wie gut ich mich vorbereite, es hängt immer auch an meinem Improvisationstalent und nicht zuletzt an meiner Tagesform, wie gut das Projekt nachher wirklich gelingt.

Falls die Kundin abspringt, steht einem „Pimp my ride Vol. 3“ nichts mehr im Wege.

Wer 1 & 2  noch nicht kennt, hier je ein Foto.

Pimp my ride Vol. 1
Pimp my ride Vol. 1
Pimp my ride Vol. 2
Pimp my ride Vol. 2

Ich gestehe, es war beim Aufbau des neuen [teilmontierten] MTB definitiv von Vorteil, dass ich vorher schon ein Laufrad und ein Kinderfahrrad jeweils komplett auseinander- und wieder zusammengebaut hatte, um beides neu lackieren zu können. Deshalb freue ich mich darauf, die Schutzbleche plastiken zu verschönern. Weils halt doch auch ein null-acht-fuffzehn-Bike zu etwas ganz Besonderem macht.