Some things never change…

„Jetzt stell dich doch nicht so an… du warst doch früher nicht so.“

Und da wunder sich noch einer warum ich die längste Zeit meines bisherigen Lebens der festen Überzeugung war, mit mir stimme etwas nicht.

Die Tochter und ich feierten heute Geburtstag, sie ihren achten und ich meinen, naja, ein paar Jährchen mehr :3

Es war sehr lustig, wie eigentlich immer wenn wir es denn mal schaffen, uns zu treffen. Bis zur Verabschiedung. Meine Mom wollte mich irgendwie umarmen oder mir ein Bussi auf die Backe drücken, was weiß ich, ist mir eigentlich auch egal, aber ich wollte eben nicht. War für mich ziemlich viel Input heute und als sich das lustige Gelage dem Ende näherte merkte ich, dass ich jetzt-dann-wirklich-langsam-aber-sicher genug hatte. Also bat ich meine Mutter „Nicht anfassen.“ und erntete zuerst mal nur einen ungläubigen Gesichtsausdruck und als nächstes einen weiteren Versuch, sich mit einem eindeutigen „Zuviel“ an körperlicher Nähe von mir zu verabschieden.
Daraufhin zuckte ich zurück und wand mich aus ihrer Annäherung heraus. Ihre Antwort? Siehe oben.

Als alle Gäste gegangen waren erfuhr ich, dass mein Lieblingsmensch in jenem Moment den Raum verlassen hatte; aus eigener Erfahrung weiß er dass es keine gute Idee ist, mit mir auf Tuchfühlung zu gehen wenn ich zuvor ausdrücklich darum gebeten hatte, genau dies nicht zu tun.

Ich selbst war gerade zu sehr mit mir selbst beschäftigt und damit, zu begreifen was sie da gerade zu mir gesagt hatte… dass sie DIESEN SATZ gesagt hatte.

Stell dich nicht so an.

Jener Satz, der einen Menschen – ein Kind – dazu bringen kann, dem eigenen Bauchgefühl zu misstrauen… es irgendwann vollkommen zu ignorieren. So wie ich.

Das Schlimme daran: Dass sie erst an meinem ungläubigen Gesichtsausdruck und an der betretenen Stille im Raum merkte, dass sie wohl irgendetwas Falsches gesagt hatte.

Ich weiß nicht wie ich noch vor einem Jahr reagiert hätte. Vielleicht – nein, sogar ziemlich sicher – hätte ich es über mich ergehen lassen weil ich – so wie es vor der Diagnose und somit auch vor der Medikation eigentlich immer der Fall war – gar nicht gemerkt hätte, dass es mir schon längst bis obenhin steht und ich vor lauter Reizüberflutung gar nicht mehr gewusst hätte, wo mir eigentlich der Kopf stand. Meistens waren es genau solche „Kleinigkeiten“, die das Fass zum Überlaufen brachten; die in der Veragangenheit schon unzählige Male zum Auslöser für einen Kontrollverlust meinerseits wurden.

Ich kann es nicht ausstehen, wenn meine Mitmenschen von mir klar aufgezeigte Grenzen nicht respektieren. Versteht mich richtig, ich verlange von niemandem, dass er meine Gedanken liest. Wenn ich jedoch jemanden – egal wen – darum bitte, mich nicht anzufassen, was-zum-Henker ist eigentlich daran so schwer zu verstehen?

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2 Gedanken zu “Some things never change…

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