Das Drama um einen C 180 T – Teil 4

Teil 3

In den darauffolgenden Tagen diskutieren wir einige Male das Für und Wider einer Reparatur. Ich bin ehrlich, ich will das Auto nicht reparieren lassen. Hinzu kommt, dass in der Folgewoche mein eigener sowie der Geburtstag meiner Tochter ansteht. Hierfür habe ich mir extra eine Woche Urlaub genommen. Während dieser Woche könnte ich aber theoretisch einige Tage auf das Auto verzichten.

Mein Lieblingsmensch hingegen möchte das Auto behalten; als Alternative gäbe es noch ein anderes Auto, selbes Modell mit nur einem Nachteil: er hat über 100tkm mehr auf dem Zähler. Der hätte auch noch neun Monate TÜV, aber die Kilometerzahl ist kritisch, wahrscheinlich macht der Motor es nicht mehr lang. Wenn er nicht bereits einen Motorschaden hat.

Freitags rufe ich nochmal beim Autohändler an, erwische ihn jedoch nicht. Doch wie der Zufall es will, treffe ich ihn als ich einen Tag später meinen Sohn vom Betreuungstag abhole. Leider habe ich den Mängelbericht wieder nicht dabei, dennoch spreche ich ihn an. Er meint, ich solle doch zu seiner Händlerwerkstatt gehen und mir einen Kostenvoranschlag geben lassen. Zähneknirschend stimme ich zu, jedoch nicht ohne dem Verkäufer vorher mitzuteilen, was ich von dieser Angelegenheit halte, nämlich gar nichts.
Er geht in die Defensive: ich hätte doch nur zu der Prüfstelle gehen müssen, die er mir genannt hat, da seien die nicht so kleinlich. Diese Frechheit lasse ich mir nicht gefallen, und so entbrennt eine kurze aber hitzige Diskussion die erst endet, als sich aus Neugier ein Schaulustiger hinzu gesellt. Offensichtlich ist diese Angelegenheit meinem Autoverkäufer doch ziemlich unangenehm, denn er wechselt schnell das Thema.

Ich lasse es erstmal auf sich beruhen und beschließe, an meinem ersten Urlaubstag tatsächlich mitsamt dem Mängelbericht zur Händlerwerkstatt des Verkäufers zu gehen.

Gesagt, getan. Der Kraftfahrzeugtechnikermeister bzw. Chef ist sympathisch; ich schätze irgendwasfünfzig. Erkläre ihm die Situation und drücke ihm den Mängelbericht in die Hand. Er sieht zuerst nur die erste Seite und runzelt die Stirn, als ich ihn darauf hinweise, dass der Bericht auf der zweiten Seite weitergeht. Nach eingehendem Studieren beider Seiten meint er, dass er dafür mindestens zwei Tage brauchen wird, und er nennt ebenfalls einen vierstelligen Betrag, der jedoch immerhin nur noch halb so hoch ist wie der von der anderen Werkstatt Genannte. Aha. Ist zwar schon weniger, aber immer noch deutlich zu viel. Schließlich mussten wir schon einen Satz neue Winterreifen kaufen.

Er meint noch, mein Verkäufer solle ja nicht meinen, dass er es für weniger macht; auch dann nicht, wenn er ihm die Ersatzteile beschafft. Aha, alles klar.

Ich frage ihn neugierdehalber, ob er es diese Woche noch schaffen würde. Er meint nein, so schnell bekommt er die Teile nicht. Naja, dann müsse ich mir wohl oder übel nochmal zwei Tage freinehmen, aber es hilft nicht; ich brauche ein Auto.

Als ich erneut mit dem Verkäufer telefoniere, fragt er mich, wieviel ich maximal ausgeben würde, um das Auto herrichten zu lassen. Ich nenne ihm den Betrag und er meint gut, er legt den Rest drauf. Ich glaub ich hör nicht recht, frage sicherheitshalber ob das sein Ernst ist [ja, ist es] und wir einigen uns darauf, dass ich mit dem Inhaber der Werkstatt einen Termin ausmache.

Dienstags habe ich jedoch zuerst einen Termin zur Hygieneschulung, welche von sämtlichen Beschäftigten eines Lebensmittel produzierenden Betriebes jedes Jahr aufgefrischt werden muss. Noch so ein blöder Vormittags-Termin. Also setze ich mich zu meinen beiden Kolleginnen und lasse die Belehrung unseres Diplom-Lebensmittel-Ingenieurs über mich ergehen. Nicht dass ich das alles schon wüsste und mir gerade echt Angenehmeres vorstellen kann, als meine Zeit hier zu verbringen [zum Beispiel im Bett liegen und schlafen] aber nach einer Dreiviertelstunde ist es überstanden und ich kann endlich heim.

Auf meinem Heimweg muss ich eine lange und steile Steigung hinauf, danach geht es ein Stück steil bergab. Und als ich von der Seitenstraße auf die Hauptstraße abbiege, hat es jemand hinter mir ziemlich eilig. Ich trete also aufs Gas und wundere mich, huch, der wird ja immer lauter. Und leiser wird er nicht mehr, auch nicht nachdem ich vom Gas gehe. Das Geräusch kommt mir verdächtig bekannt vor, es hört sich an wie mein Corsa damals, nachdem der Endtopf abgefallen war. Mir schwant Böses und ich versuche mir ins Gedächtnis zu rufen, ob bei der Mängelliste sowas wie ein undichter Endtopf dabeigewesen ist. Undicht nicht, aber ich meine mich an eine mangelhafte Befestigung zu erinnern. Naja, wenn sie vorher mangelhaft war, dann ist sie dem Geräuschpegel nach zu urteilen jetzt wohl kaputt.

[Fortsetzung folgt]

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