Blind Guardian 1.5.2015 Liederhalle Stuttgart – Teil 2

Teil 1 – Anfahrt und Orphaned Land

Als nach der Pause das Licht ausging und die ersten Töne des Intros von The Ninth Wave ertönten, begannen augenblicklich die „GUARDIAN! GUARDIAN!“ Rufe. Erst vereinzelt, dann immer lauter, bis schließlich das gesamte Auditorium einstimmte. Einer nach dem anderen betraten André, Marcus und Frederik sowie Tour-Bassist Barend und Keyboarder Mi die Bühne. Hansi machte es spannend und wartete bis ganz zum Schluss des Intros. Er zeigte sich erst, als auch der Gesangspart begann.

Ich war neugierig, ob Hansis Stimme alles mitmachen würde. Ehrlich gesagt hatte ich vorab schon einige Fanmade Videos der letzten Konzerte angesehen und ging deshalb mit ziemlich hohen Erwartungen in das Konzert. Ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil.

Nach The Ninth Wave begrüßte Hansi erst einmal das Publikum. Nach einem Blick in die ersten Reihen stellte er grinsend fest, dass der eine oder andere wohl zu heftig in den Mai gefeiert haben müsse. Danach seine Aussage, Stuttgart sei so etwas wie ihre zweite Heimat, wurde zwar etwas ungläubig, dennoch mit lautem Rufen und Gejohle quittiert. Als er dann noch erklärte, dass dieses Konzert übrigens, wie alle anderen auch, komplett aufgezeichnet würde, da es wieder einmal an der Zeit für ein Live Album sei, legten sich alle erst Recht ins Zeug, was Mitsingen und Party machen anging. 😀

Weiter ging es mit Banish from Sanctuary, Nightfall, Fly und Tanelorn [Into the Void]. Dazwischen heizte Hansi die Menge immer wieder an und schäkerte mit den vordersten Reihen. Danach kündigte er Prophecies vom neuen Album an, woraufhin doch tatsächlich ein paar vereinzelte Buhrufe erklangen. Hansi nahm es souverän und grinste einfach darüber hinweg, während wenige Sekunden später bereits die ersten Töne des angekündigten Liedes erklangen.

Ich muss ehrlich gestehen, dass Prophecies eines der Lieder war, auf die ich mich besonders gefreut hatte, da es eines meiner persönlichen Lieblingslieder auf dem neuen Album ist. Und da ich mir wie oben bereits erwähnt einige Videos angesehen hatte, hatte ich eine Idee, dass es eine tolle Performance werden dürfte. Und, was soll ich sagen, das wurde es dann auch. ^^

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Danach spielten sie The Last Candle und hier wurde – wie man es von früheren Konzerten der Band kennt – der erste längere Gesangspart des Publikums eingebaut. Die Menge auf dem Parkett sang fleissig mit, auf der Empore war es vergleichsweise ruhig, doch auch hier wurde mitgesungen und geklatscht, wenn auch nicht ganz so laut. Naja, sagen wir mal, bis auf ein paar, die es nicht wirklich auf den Sitzen hielt. Mein Begleiter und ich sangen natürlich auch so laut es ging mit, doch meine Stimme war/ist durch die doch ziemlich lange Erkältung immer noch angeschlagen, und so musste ich leider etwas Rücksicht auf selbige nehmen.

Wieder eine – ganz kurze – Umbaupause, während der ein kleines Akustik Drum Set auf die Bühne gefahren sowie die E-Gitarren gegen Akustik-Gitarren getauscht wurden. Die Band rückte auf der Bühne etwas näher zusammen und spielte Miracle Machine [Gänsehaut!] und Lord of the Rings [Gänsehaut²], wo erneut fleissig mitgesungen wurde.

Die Fans der ersten Stunde [zu denen ich – leider – nicht gehöre] hatten eine klare Vorstellung, welches Lied auf jeden Fall gespielt werden sollte: Es erklangen zwischen den Liedern immer wieder „MAJESTY! MAJESTY!“ Rufe. Doch Hansi bestand auf Business as usual und so ging es weiter mit – ich hatte es nicht zu hoffen gewagt – Bright Eyes vom Imaginations-Album. Einer meiner absoluten All-Time-Favourites von Blind Guardian. Die Menge tobte und sang aus vollem Halse mit. Leider ging dieses Lied auf Kosten von Imaginations from the other Side aber naja, man kann wohl nicht alles haben.

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Es folgte Twilight of the Gods; Danach verabschiedete sich Hansi – breit grinsend – von den Zuschauern und kündigte And the Story ends an. Natürlich glaubte keiner im Publikum auch nur eine Sekunde lang, dass Blind Guardian die Bühne verlassen würden, ohne vorher noch mindestens Valhalla und The Bard´s Song zu spielen. Ich für meinen Teil wusste es, weil ich gespoilert hatte: nicht nur hatte ich mir vorab einige Videos der laufenden Tour auf Youtube angesehen, sondern auch einige der Setlists.

Dennoch ertönten als das Licht ausging sehr bald die ersten „ZUGABE! ZUGABE!“ Rufe, welche mit War of Wrath, dem Intro des Nightfall-Albums, beantwortet wurden. Es folgten Into the Storm, Guardian of the Blind und – endlich – Valhalla. Mitsamt Zuschauer-Gesangspart Nummer zwei. Während die Zuschauer ca. zwei Minuten lang den Refrain sangen [und einige tapfere Crowdsurfer sich von der Menge nach vorn hinter die Absperrung verfrachten ließen, wo sie von der Security teilweise ziemlich ruppig in Empfang genommen wurden] konnte Hansi etwas ausruhen und hatte sogar noch Zeit, ein bisschen mit Marcus herumzualbern.

Danach ging erneut das Licht aus und zum zweiten Mal verlangte das Publikum „ZUGABE! ZUGABE!“ Wir wurden belohnt mit Wheel of Time und DEM Sing Along Song schlechthin von Blind Guardian: The Bard´s Song – in the Forest. Die Stimmung war… unbeschreiblich. Das Finale der Show – diesmal aber wirklich – bildete Mirror Mirror. Das heißt, als man sich dann endlich handelseinig werden konnte. Das Publikum verlangte nämlich – wieder einmal – lautstark Majesty, doch offensichtlich wartete Hansi nur darauf, dass irgendwann jemand das richtige Stichwort vorbrachte. Ob das tatsächlich passierte bekam ich von meinem Platz aus nicht wirklich mit, doch letztlich kündigte Hansi entgegen des vielfach geäußerten Wunsches eben nicht Majesty an, sondern Mirror Mirror.

Natürlich wurde der großartige Auftritt von Blind Guardian mit tosendem Beifall belohnt, die Band stellte sich in eine Reihe und verneigte sich vor dem Publikum. Danach wurde noch vom Schlagzeug aus das obligatorische Foto mit den Zuschauern im Hintergrund geschossen, und bevor Hansi, André, Marcus, Frederik, Barend und Mi die Bühne verließen, flog tatsächlich eine rote Rose Hansi ziemlich genau direkt vor die Füße. 😀

Mein Fazit: All meine Erwartungen wurden erfüllt und sogar noch übertroffen. Ich muss Blind Guardian wieder live sehen! Sobald sie wieder einmal in erreichbarer Nähe sind, werde ich definitiv mit von der Partie sein.

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Tot aber glücklich oder besser gesagt etwas heiser und total aufgekratzt bewegten wir uns langsam aber sicher zurück in Richtung Parkgarage. Die Heimfahrt erwies sich dann doch einfacher als erwartet: Wir hängten uns einfach an einen Karlsruher, der mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit in dieselbe Richtung fahren  würde wie wir. In Pforzheim noch schnell zum BöKi auf einen Mitternachtssnack und dann ging es ab nach Hause.

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