Das Drama um einen C 180 T [Teil 3]

Teil 2

Sagte ich, dass ich es schon merken würde, wenn der Blinker nicht hält? Tatsächlich lässt es einige Tage später einen Schlag, als ich auf der Landstraße unterwegs bin, um meine Kinder mitsamt deren Vater vom Bahnhof abzuholen.

Als ich dort angekommen das Auto inspiziere stelle ich fest, dass ich unterwegs den Blinker verloren habe. Das war es also. Während die Kinder und ihr Vater einsteigen versuche ich, gedanklich die genaue Stelle abzurufen, an der ich den Schlag gehört habe.

Auf dem Rückweg stelle ich das Auto an einem Feldweg ab und wir machen uns – ich für meinen Teil überhaupt nicht pädagogisch wertvoll schimpfend und fluchend – auf die Suche. Schon bald wird mein Begleiter fündig und wir fahren das restliche Stück nach Hause, wo ich meinem Lieblingsbastler erst einmal meinen Unmut kund tue. Natürlich konnte er das nicht wissen, und für die Sache mit der Fahrerflucht kann er auch nichts. Aber ich halt auch nicht, und um ehrlich zu sein, kotzt mich die Karre jetzt schon an. Neue Winterreifen hat er schon, außerdem ließen wir einen Ölwechsel durchführen und Bremsflüssigkeit nachfüllen. Aber er verliert immer noch Kühlflüssigkeit, zusätzlich zu den Dingen, die vielleicht außerdem noch repariert oder getauscht werden müssen.

Januar 2015. Die Ferien waren ein Höllenritt und die 24/7 Belagerung der Familie plus Nachtschicht haben mich nervlich an meine Belastungsgrenze – und darüber hinaus – gebracht. Persönliche Gründe und die viel zu kurzen, grauen Tage im Winter führen dazu, dass ich üblicherweise im Januar mein persönliches Jahrestief erreiche. Entsprechend groß ist meine Motivation, das Auto beim TÜV vorzuführen, nämlich nicht vorhanden.
Aber es hilft nicht, ich komme nicht drumherum. Also stelle ich das Auto morgens bei der Werkstatt ab, fahre mit dem Bus nach Hause und lege mich hin, sodass ich wenigstens ein paar Stunden Schlaf abgreifen kann.

Geweckt werde ich vom Läuten des Telefons. Jemand von der Werkstatt ist dran. Nicht dass ich ernsthaft geglaubt habe, der Karren würde bei der ersten HU direkt die Plakette bekommen. Aber als der Werkstattmensch mir die Neuigkeiten erzählt, krampft sich mein Magen zusammen und mir wird schlecht. Gehe direkt in die Werkstatt, ziehe keine Plakette ein. Ich schreibe zuerst meinem Lieblingsmensch eine SMS und rufe als nächstes meinen Bruder an, der hier im Kaff seinen Arbeitsplatz hat und frage ihn, ob er mich in die Stadt fahren kann. Klar kann er, und so hole ich am frühen Abend gemeinsam mit meinem Bruder den Kombi ab. Ohne TÜV, dafür mit einem zweiseitigen Mängelbericht.

Die Schätzung der Werkstatt für die Reparaturkosten liegt im vierstelligen Bereich; So viel will ich nicht ausgeben, auf keinen Fall. Mein Bruder ist auch mehr als nur leicht irritiert, als er den Mängelbericht studiert. Gemeinsam gehen wir die Möglichkeiten durch, die wir haben. Behalten und reparieren? Sicher nicht. Nicht wenn es so teuer wird. Zurück geben? Eher ja. Auf jeden Fall erst mal den Verkäufer anrufen.

Gesagt, getan. Wieder zuhause angekommen erzähle ich ihm am Telefon, dass das Auto keinen TÜV bekommen hat. Und dass ich ihn deshalb gern zurück geben würde, weil die Reparaturkosten bei weitem jenen Betrag überschreiten, den wir uns als Maximum gesetzt haben. Was das Auto denn für Mängel habe, will er wissen. Ich sage ihm, dass ich das nicht auswendig weiß und der Mängelbericht gerade noch im Auto liegt. Dass ich ihm diesen Mängelbericht gern zukommen lasse, wenn er möchte. Ja meint er, ich soll mich nochmal bei ihm melden.

Ich für meinen Teil bin total neben der Spur; DAS hat mir jetzt gerade noch gefehlt. Ist quasi zu meinem ohnehin echt miesen Allgemeinzustand das Sahnehäubchen.
Irgendwie bringe ich diesen Tag zuende, esse mit den Kindern zu Abend und bringe sie ins Bett. Doch an Schlaf ist nicht zu denken. Brütend versuche ich, etwas zur Ruhe zu kommen, doch ich weiß jetzt schon: das ist erst mal gelaufen. Also lasse ich mir eine Badewanne ein in der Hoffnung, dass ich vielleicht dort etwas entspannen kann, bis der Lieblingsmensch von der Spätschicht nach Hause kommt.

Der kommt jedoch erst eine Stunde später heim, weil er es nicht auf seinen Bus geschafft hat. Also besprechen wir erst mal nichts, weil ich los muss, kaum dass er zur Tür rein ist. So viel dann dazu.

[Fortsetzung folgt]

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