Archiv für den Monat Mai 2015

Wie verhalte ich mich gegenüber Eltern (psychisch) kranker Kinder?

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Hilfeplan 2015

Heute fand das erste diesjährige Hilfeplangespräch in Sohnis Schule statt. Die Themen sind dieselben geblieben, Konzentration, Zappeln, Frustrationstoleranz, Regeln einhalten, Strategien erarbeiten, Ordnung halten, sauber arbeiten etc, allerdings kam ein neues hinzu.

Sohni braucht mehr Input. Und da die Schule in einer nahgelegenen Schule eine Außenklasse sprich Integrationsklasse hat, schlug seine Klassenlehrerin vor, man könne ihn – nur mal so probehalber – eine oder zwei Stunden pro Woche in diese Integrationsklasse setzen, einfach um zu sehen, wie er dort klarkommt.

Der Hintergrund: Sohni ist ein Kind, das sich sehr leicht von seinen Mitschülern mitziehen lässt, im Positiven wie im Negativen. Wenn er also nun in eine Klasse mit weniger, äh, speziellen Kindern kommt, könnte es durchaus sein, dass es sich positiv auf sein eigenes Verhalten auswirkt. Und der Input, ganz ehrlich, den braucht er dringend. Wie hat seine Lehrerin das vorhin formuliert? „Speziell in MeNuK hat er einen Wissenschatz, der dem seiner Mitschüler und auch teilweise dem seiner Lehrer weit voraus ist. Er merkt sich einfach alles und saugt alles Wissen das er bekommen kann regelrecht auf.“

Na dann. Hoffen wir das Beste.

Das Drama um einen C 180 T – 6. und letzter Teil

Teil 5

In der darauffolgenden Woche schaffe ich es gesundheits- und terminbedingt erst am Mittwoch, das Auto nochmals vorzuführen. Diesmal fahre ich zu der anderen Prüfstelle, aber nur, weil der Werkstattinhaber sie mir ebenfalls empfohlen hat. Das ginge viel schneller meinte er, und ich solle dem TÜV-Ingenieur einfach ausrichten, er selbst habe das Auto repariert. Aha, so einfach ist das also. Warum bin ich da eigentlich nicht schon früher drauf gekommen?

Dort angekommen nimmt eine junge Dame am Empfang zuerst meinen Mängelbericht entgegen, um ihn prüfen zu lassen. Als sie zurück kehrt bedauert sie, das könne man bei einer so langen Mängelliste nicht machen. Ich solle besser direkt zur Dekra fahren und das Auto dort nochmal vorführen. Naja, einen Versuch wars wert. Ich bedanke mich, nehme meinen Mängelbericht wieder entgegen und ziehe von dannen.

Da ich keine Lust auf eine weitere Überraschung habe fahre ich erstmal zur Händlerwerkstatt und frage den Chef, ob ich das Auto so ohne Weiteres bei der Dekra vorführen kann. Klar meint er, es sei ja alles repariert bzw. getauscht worden. Na gut, dann wollen wir mal.

Ich düse also weiter zur nächsten Dekra-Prüfstelle. Dort sitzt ein ziemlich junger TÜV-Ingenieur, der entweder mit dem falschen Fuß aufgestanden oder einfach noch nicht ganz wach ist. Jedenfalls ist er ziemlich kurz angebunden, schafft es jedoch mich darauf hinzuweisen, dass ich die Prüfung auch dann bezahlen müsse, wenn er jetzt keine Plakette zuteilen kann. Diese Option hatte ich bis jetzt geflissentlich ignoriert, doch jetzt, wo es alles oder nichts heißt, bekomme ich ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Verstohlen wandert mein Blick zur Kennzeichenbeleuchtung und ich versuche zu erkennen, ob sie auch wirklich wieder funktioniert. Keine Chance, es ist einfach zu hell hier drin. Außerdem, jetzt ist es ohnehin egal. Entweder der Kübel bekommt heute die Plakette, oder eben nicht.

Daher gehe ich äußerlich wie innerlich einige Schritte auf Abstand und lasse den TÜV-Ingenieur seine Arbeit machen. Ich versuche, möglichst unbeteiligt zu wirken während ich – zumindest nach außen hin – diverse ausgehängte Brandschutz- und Notfallvorschriften studiere. Tatsächlich rasen meine Gedanken und ich lege mir gedanklich einen Notfallplan zurecht, nur für alle Fälle.
Jetzt gerade wäre es nicht sehr passend, wenn das Auto keine Plakette bekäme, ganz und gar nicht.

Ganz in Gedanken versunken bekomme ich zuerst gar nicht die Worte des Prüfers mit. Doch irgendetwas kriecht in mein Bewusstsein, ich meine zuerst, mich verhört zu haben. Daher drehe ich ich um und frage ihn, ob er gerade etwas gesagt hat.

„Alles repariert, Sie bekommen die Plakette.“

Erleichterung. Eine gefühlt tonnenschwere Last fällt von mir ab, als ich ihm dabei zusehe, wie er die rosafarbene Plakette mit der 17 in der Mitte hinten auf das Nummernschild klebt.

Ich bezahle noch meine Dreizehnfünfzig und nehme die Papiere in Empfang. Und auf der Heimfahrt stelle ich fest, dass ich eigentlich echt mal wieder über etwas anderes als ADHS und Geschlechterzeug bloggen könnte.

You´re welcome

Das Drama um einen C 180 T – Teil 5

Teil 4

Direkt im Anschluss gehts weiter zur Werkstatt, wo ich mit dem Technikermeisterschrägstrichchef einen Termin für die kommende Woche vereinbare. Am Mittwoch Vormittag soll ich ihm das Auto hinstellen, damit er genug Zeit hat, sämtliche Mängel zu beheben. Außerdem informiere ich ihn darüber, dass es der Endtopf jetzt auch hinter sich hat.

Mir für diese beiden Tage extra Urlaub zu nehmen käst mich zwar an, ist jedoch nicht zu ändern. Also finde ich mich damit ab und beschließe, diesen Zwangsurlaub wenigstens so gut es geht zu genießen.

Eine Woche später ist es endlich so weit; Zwischenzeitlich musste ich den Endtopf abnehmen, da er gefährlich nah am Boden hing, und unterwegs verlieren wollte ich ihn dann auch nicht. In Gedanken entschuldigte ich mich jedes Mal bei meinen Nachbarn, wenn ich um kurz nach Mitternacht den Motor startete.

Den Einarmwischer, der zwischendurch klemmte, haben wir zum Glück selbst wieder flott bekommen, WD40 sei Dank. Bei Sauwetter ohne anständig funktionierenden Scheibenwischer zu fahren ist einfach Mist.

Ich übergebe also Schlüssel und Zulassung und der Chef sagt, er meldet sich bei mir, sobald das Auto fertig ist. Ich frage ihn, ob er eventuell das Auto auch gleich vorführen könnte, er meint klar, wenn ihm die Zeit noch reicht macht er das.

Donnerstag Nachmittag beschließe ich, in der Werkstatt anzurufen. Erwartungsgemäß ist das Auto noch nicht fertig, ich soll mich tags drauf nochmal melden. Natürlich hätte ich das Auto lieber heute als morgen wieder, aber stressen möchte ich die Jungs von der Werkstatt auch nicht. Also sage ich passt schon, hast ja noch Zeit.

Wie besprochen melde ich mich am Folgetag, die Schweißarbeiten sind soweit erledigt, aber fertig ist das Auto immer noch nicht. Ich freunde mich sicherheitshalber schon mal mit dem Gedanken an, das Auto für die Nachprüfung selbst vorführen zu müssen.

Und so ist es dann auch, am Samstag um 14 Uhr rufe ich in der Werkstatt ein letztes Mal an, und wie ich erfahre, ist der Chef gerade von der Probefahrt zurück. Alles erledigt, ich kann das Auto abholen. Doch er ist nicht mehr lang dort und bietet freundlicherweise an, mich abzuholen damit ich nicht auch noch mit dem Bus in die Stadt fahren muss.
Dankend nehme ich sein Angebot an. Ich will endlich mein Auto wiederhaben.

Und als ich kurze Zeit später frierend [Sch***winter!!11einself] vor dem Haus stehe, fährt er tatsächlich in einem silbernen Mercedes Kombi vor. Kerl steigt vorne ein; er fährt mit, weil wir später noch einkaufen wollen.

Der Werkstattinhaber meint, er hätte dieses Auto an unserer Stelle nicht gekauft. Hätten wir auch nicht, wenn wir über den katastrophalen Zustand des KFZ vorher Bescheid gewusst hätten.
Hätte, hätte, Fahrradkette.
Ich werfe ein, dass ich das Auto eigentlich überhaupt nicht haben wollte, dass der Verkäufer jedoch nicht locker ließ und mir das Auto regelrecht aufgeschwatzt hat.
Daraufhin erzählt er, unser Verkäufer habe es geschafft, selbst ihm ein Auto aufzuschwatzen. Eins mit kaputten Stoßdämpfern, die zu tauschen ihn ein kleines Vermögen kosten wird. Was ihn in meinen Augen direkt noch sympathischer macht, weil ich mich deshalb gleich ein bisschen weniger bescheuert fühle.

In der Werkstatt angekommen übergebe ich die vereinbarte Summe und nehme meinen Autoschlüssel entgegen. Endlich.

Für den nächsten Autokauf rät der Technikermeisterschrägstrichchef uns, das Auto zuerst bei ihm vorbeizubringen, um es begutachten zu lassen. Ich bedanke mich für das Angebot, jedoch ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass ich bei diesem Autohändler so schnell nochmal ein Auto kaufe.

[Fortsetzung folgt]

Das Drama um einen C 180 T – Teil 4

Teil 3

In den darauffolgenden Tagen diskutieren wir einige Male das Für und Wider einer Reparatur. Ich bin ehrlich, ich will das Auto nicht reparieren lassen. Hinzu kommt, dass in der Folgewoche mein eigener sowie der Geburtstag meiner Tochter ansteht. Hierfür habe ich mir extra eine Woche Urlaub genommen. Während dieser Woche könnte ich aber theoretisch einige Tage auf das Auto verzichten.

Mein Lieblingsmensch hingegen möchte das Auto behalten; als Alternative gäbe es noch ein anderes Auto, selbes Modell mit nur einem Nachteil: er hat über 100tkm mehr auf dem Zähler. Der hätte auch noch neun Monate TÜV, aber die Kilometerzahl ist kritisch, wahrscheinlich macht der Motor es nicht mehr lang. Wenn er nicht bereits einen Motorschaden hat.

Freitags rufe ich nochmal beim Autohändler an, erwische ihn jedoch nicht. Doch wie der Zufall es will, treffe ich ihn als ich einen Tag später meinen Sohn vom Betreuungstag abhole. Leider habe ich den Mängelbericht wieder nicht dabei, dennoch spreche ich ihn an. Er meint, ich solle doch zu seiner Händlerwerkstatt gehen und mir einen Kostenvoranschlag geben lassen. Zähneknirschend stimme ich zu, jedoch nicht ohne dem Verkäufer vorher mitzuteilen, was ich von dieser Angelegenheit halte, nämlich gar nichts.
Er geht in die Defensive: ich hätte doch nur zu der Prüfstelle gehen müssen, die er mir genannt hat, da seien die nicht so kleinlich. Diese Frechheit lasse ich mir nicht gefallen, und so entbrennt eine kurze aber hitzige Diskussion die erst endet, als sich aus Neugier ein Schaulustiger hinzu gesellt. Offensichtlich ist diese Angelegenheit meinem Autoverkäufer doch ziemlich unangenehm, denn er wechselt schnell das Thema.

Ich lasse es erstmal auf sich beruhen und beschließe, an meinem ersten Urlaubstag tatsächlich mitsamt dem Mängelbericht zur Händlerwerkstatt des Verkäufers zu gehen.

Gesagt, getan. Der Kraftfahrzeugtechnikermeister bzw. Chef ist sympathisch; ich schätze irgendwasfünfzig. Erkläre ihm die Situation und drücke ihm den Mängelbericht in die Hand. Er sieht zuerst nur die erste Seite und runzelt die Stirn, als ich ihn darauf hinweise, dass der Bericht auf der zweiten Seite weitergeht. Nach eingehendem Studieren beider Seiten meint er, dass er dafür mindestens zwei Tage brauchen wird, und er nennt ebenfalls einen vierstelligen Betrag, der jedoch immerhin nur noch halb so hoch ist wie der von der anderen Werkstatt Genannte. Aha. Ist zwar schon weniger, aber immer noch deutlich zu viel. Schließlich mussten wir schon einen Satz neue Winterreifen kaufen.

Er meint noch, mein Verkäufer solle ja nicht meinen, dass er es für weniger macht; auch dann nicht, wenn er ihm die Ersatzteile beschafft. Aha, alles klar.

Ich frage ihn neugierdehalber, ob er es diese Woche noch schaffen würde. Er meint nein, so schnell bekommt er die Teile nicht. Naja, dann müsse ich mir wohl oder übel nochmal zwei Tage freinehmen, aber es hilft nicht; ich brauche ein Auto.

Als ich erneut mit dem Verkäufer telefoniere, fragt er mich, wieviel ich maximal ausgeben würde, um das Auto herrichten zu lassen. Ich nenne ihm den Betrag und er meint gut, er legt den Rest drauf. Ich glaub ich hör nicht recht, frage sicherheitshalber ob das sein Ernst ist [ja, ist es] und wir einigen uns darauf, dass ich mit dem Inhaber der Werkstatt einen Termin ausmache.

Dienstags habe ich jedoch zuerst einen Termin zur Hygieneschulung, welche von sämtlichen Beschäftigten eines Lebensmittel produzierenden Betriebes jedes Jahr aufgefrischt werden muss. Noch so ein blöder Vormittags-Termin. Also setze ich mich zu meinen beiden Kolleginnen und lasse die Belehrung unseres Diplom-Lebensmittel-Ingenieurs über mich ergehen. Nicht dass ich das alles schon wüsste und mir gerade echt Angenehmeres vorstellen kann, als meine Zeit hier zu verbringen [zum Beispiel im Bett liegen und schlafen] aber nach einer Dreiviertelstunde ist es überstanden und ich kann endlich heim.

Auf meinem Heimweg muss ich eine lange und steile Steigung hinauf, danach geht es ein Stück steil bergab. Und als ich von der Seitenstraße auf die Hauptstraße abbiege, hat es jemand hinter mir ziemlich eilig. Ich trete also aufs Gas und wundere mich, huch, der wird ja immer lauter. Und leiser wird er nicht mehr, auch nicht nachdem ich vom Gas gehe. Das Geräusch kommt mir verdächtig bekannt vor, es hört sich an wie mein Corsa damals, nachdem der Endtopf abgefallen war. Mir schwant Böses und ich versuche mir ins Gedächtnis zu rufen, ob bei der Mängelliste sowas wie ein undichter Endtopf dabeigewesen ist. Undicht nicht, aber ich meine mich an eine mangelhafte Befestigung zu erinnern. Naja, wenn sie vorher mangelhaft war, dann ist sie dem Geräuschpegel nach zu urteilen jetzt wohl kaputt.

[Fortsetzung folgt]

Blind Guardian 1.5.2015 Liederhalle Stuttgart – Teil 2

Teil 1 – Anfahrt und Orphaned Land

Als nach der Pause das Licht ausging und die ersten Töne des Intros von The Ninth Wave ertönten, begannen augenblicklich die „GUARDIAN! GUARDIAN!“ Rufe. Erst vereinzelt, dann immer lauter, bis schließlich das gesamte Auditorium einstimmte. Einer nach dem anderen betraten André, Marcus und Frederik sowie Tour-Bassist Barend und Keyboarder Mi die Bühne. Hansi machte es spannend und wartete bis ganz zum Schluss des Intros. Er zeigte sich erst, als auch der Gesangspart begann.

Ich war neugierig, ob Hansis Stimme alles mitmachen würde. Ehrlich gesagt hatte ich vorab schon einige Fanmade Videos der letzten Konzerte angesehen und ging deshalb mit ziemlich hohen Erwartungen in das Konzert. Ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil.

Nach The Ninth Wave begrüßte Hansi erst einmal das Publikum. Nach einem Blick in die ersten Reihen stellte er grinsend fest, dass der eine oder andere wohl zu heftig in den Mai gefeiert haben müsse. Danach seine Aussage, Stuttgart sei so etwas wie ihre zweite Heimat, wurde zwar etwas ungläubig, dennoch mit lautem Rufen und Gejohle quittiert. Als er dann noch erklärte, dass dieses Konzert übrigens, wie alle anderen auch, komplett aufgezeichnet würde, da es wieder einmal an der Zeit für ein Live Album sei, legten sich alle erst Recht ins Zeug, was Mitsingen und Party machen anging. 😀

Weiter ging es mit Banish from Sanctuary, Nightfall, Fly und Tanelorn [Into the Void]. Dazwischen heizte Hansi die Menge immer wieder an und schäkerte mit den vordersten Reihen. Danach kündigte er Prophecies vom neuen Album an, woraufhin doch tatsächlich ein paar vereinzelte Buhrufe erklangen. Hansi nahm es souverän und grinste einfach darüber hinweg, während wenige Sekunden später bereits die ersten Töne des angekündigten Liedes erklangen.

Ich muss ehrlich gestehen, dass Prophecies eines der Lieder war, auf die ich mich besonders gefreut hatte, da es eines meiner persönlichen Lieblingslieder auf dem neuen Album ist. Und da ich mir wie oben bereits erwähnt einige Videos angesehen hatte, hatte ich eine Idee, dass es eine tolle Performance werden dürfte. Und, was soll ich sagen, das wurde es dann auch. ^^

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Danach spielten sie The Last Candle und hier wurde – wie man es von früheren Konzerten der Band kennt – der erste längere Gesangspart des Publikums eingebaut. Die Menge auf dem Parkett sang fleissig mit, auf der Empore war es vergleichsweise ruhig, doch auch hier wurde mitgesungen und geklatscht, wenn auch nicht ganz so laut. Naja, sagen wir mal, bis auf ein paar, die es nicht wirklich auf den Sitzen hielt. Mein Begleiter und ich sangen natürlich auch so laut es ging mit, doch meine Stimme war/ist durch die doch ziemlich lange Erkältung immer noch angeschlagen, und so musste ich leider etwas Rücksicht auf selbige nehmen.

Wieder eine – ganz kurze – Umbaupause, während der ein kleines Akustik Drum Set auf die Bühne gefahren sowie die E-Gitarren gegen Akustik-Gitarren getauscht wurden. Die Band rückte auf der Bühne etwas näher zusammen und spielte Miracle Machine [Gänsehaut!] und Lord of the Rings [Gänsehaut²], wo erneut fleissig mitgesungen wurde.

Die Fans der ersten Stunde [zu denen ich – leider – nicht gehöre] hatten eine klare Vorstellung, welches Lied auf jeden Fall gespielt werden sollte: Es erklangen zwischen den Liedern immer wieder „MAJESTY! MAJESTY!“ Rufe. Doch Hansi bestand auf Business as usual und so ging es weiter mit – ich hatte es nicht zu hoffen gewagt – Bright Eyes vom Imaginations-Album. Einer meiner absoluten All-Time-Favourites von Blind Guardian. Die Menge tobte und sang aus vollem Halse mit. Leider ging dieses Lied auf Kosten von Imaginations from the other Side aber naja, man kann wohl nicht alles haben.

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Es folgte Twilight of the Gods; Danach verabschiedete sich Hansi – breit grinsend – von den Zuschauern und kündigte And the Story ends an. Natürlich glaubte keiner im Publikum auch nur eine Sekunde lang, dass Blind Guardian die Bühne verlassen würden, ohne vorher noch mindestens Valhalla und The Bard´s Song zu spielen. Ich für meinen Teil wusste es, weil ich gespoilert hatte: nicht nur hatte ich mir vorab einige Videos der laufenden Tour auf Youtube angesehen, sondern auch einige der Setlists.

Dennoch ertönten als das Licht ausging sehr bald die ersten „ZUGABE! ZUGABE!“ Rufe, welche mit War of Wrath, dem Intro des Nightfall-Albums, beantwortet wurden. Es folgten Into the Storm, Guardian of the Blind und – endlich – Valhalla. Mitsamt Zuschauer-Gesangspart Nummer zwei. Während die Zuschauer ca. zwei Minuten lang den Refrain sangen [und einige tapfere Crowdsurfer sich von der Menge nach vorn hinter die Absperrung verfrachten ließen, wo sie von der Security teilweise ziemlich ruppig in Empfang genommen wurden] konnte Hansi etwas ausruhen und hatte sogar noch Zeit, ein bisschen mit Marcus herumzualbern.

Danach ging erneut das Licht aus und zum zweiten Mal verlangte das Publikum „ZUGABE! ZUGABE!“ Wir wurden belohnt mit Wheel of Time und DEM Sing Along Song schlechthin von Blind Guardian: The Bard´s Song – in the Forest. Die Stimmung war… unbeschreiblich. Das Finale der Show – diesmal aber wirklich – bildete Mirror Mirror. Das heißt, als man sich dann endlich handelseinig werden konnte. Das Publikum verlangte nämlich – wieder einmal – lautstark Majesty, doch offensichtlich wartete Hansi nur darauf, dass irgendwann jemand das richtige Stichwort vorbrachte. Ob das tatsächlich passierte bekam ich von meinem Platz aus nicht wirklich mit, doch letztlich kündigte Hansi entgegen des vielfach geäußerten Wunsches eben nicht Majesty an, sondern Mirror Mirror.

Natürlich wurde der großartige Auftritt von Blind Guardian mit tosendem Beifall belohnt, die Band stellte sich in eine Reihe und verneigte sich vor dem Publikum. Danach wurde noch vom Schlagzeug aus das obligatorische Foto mit den Zuschauern im Hintergrund geschossen, und bevor Hansi, André, Marcus, Frederik, Barend und Mi die Bühne verließen, flog tatsächlich eine rote Rose Hansi ziemlich genau direkt vor die Füße. 😀

Mein Fazit: All meine Erwartungen wurden erfüllt und sogar noch übertroffen. Ich muss Blind Guardian wieder live sehen! Sobald sie wieder einmal in erreichbarer Nähe sind, werde ich definitiv mit von der Partie sein.

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Tot aber glücklich oder besser gesagt etwas heiser und total aufgekratzt bewegten wir uns langsam aber sicher zurück in Richtung Parkgarage. Die Heimfahrt erwies sich dann doch einfacher als erwartet: Wir hängten uns einfach an einen Karlsruher, der mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit in dieselbe Richtung fahren  würde wie wir. In Pforzheim noch schnell zum BöKi auf einen Mitternachtssnack und dann ging es ab nach Hause.

Blind Guardian 1.5.2015 Liederhalle Stuttgart – Teil 1

Sechs Monate habe ich auf diesen Tag hingefiebert. Die Karten waren im November schon bestellt worden, wo sie geduldig im Regal zwischen Matrix- und Star Trek Box auf ihren Einsatz warteten.
Also machten wir, sprich der Vater meiner Kinder, der selbst bereits sein halbes Leben ein Blind Guardian Fan ist, und ich uns gestern am späten Nachmittag auf den Weg nach Stuttgart, um Hansi, Marcus, André und Frederik endlich live zu sehen. Er wieder, ich zum ersten Mal überhaupt.

Die Anfahrt gestaltete sich relativ schwierig, in Städten die mir nicht vertraut sind bin ich am Steuer eine ziemliche Katastrophe. Doch in weiser Voraussicht hatte ich mehr als genug Zeit eingeplant, einfach weil ich weiß, wie ich diesbezüglich ticke.

Daher waren wir trotz zweimaligem Verfransen [durch einen Fehler meinerseits] eine halbe Stunde vor Einlass dort und konnten uns gemütlich in die Schlange der Wartenden einreihen. Lustigerweise war ich dann doch nicht mehr so nervös wie ich befürchtet hatte; Auch die Menschenmenge nahm ich zuerst nicht wirklich als unangenehm wahr. Rückblickend waren das wohl die Endorphine.

Als gegen 19 Uhr die Pforten öffneten, kamen wir relativ flott in die Eingangshalle, wo wir uns gleich in Richtung des Merchandise-Stands bewegten, um jeweils ein Tour-Shirt zu erwerben. Er kaufte sich ein Longsleeve, ich mir nach einigem Überlegen ein Tank-Top. Sehr geil. Eigentlich wollte ich ja noch ein Poster, aber irgendwie war ich wohl abgelenkt…

Wir holten uns noch etwas zu trinken und suchten unsere Plätze. Jawohl, wir hatten Platzkarten, für Sitzplätze, ja ihr lest richtig: Sitzplätze bei einem Heavy Metal Konzert. Ich wusste vor sechs Monaten schon, dass ich mich ganz gewiss NICHT in eine solche Menschenmenge würde werfen wollen, aus diesem Grund bestellte ich zwei Sitzplatzkarten.

Wenn jemand [so wie ich] keine oder nur sehr selten Überraschungen mag, dann schaut man sich auf der Website der Location – natürlich – auch erst einmal den Sitzplan an, bevor man überhaupt auch nur daran denkt, das Gebäude zu betreten. Daher wusste ich vorher schon, dass wir in der dritten Reihe der Empore ziemlich weit rechts sitzen würden. Und als wir den Beethovensaal betraten und ich sah, wie klein er eigentlich ist, freute ich mich schon ein bisschen darauf, trotz den Plätzen so weit hinten im Saal eine ziemlich gute Sicht auf die Bühne und das dortige Geschehen zu haben.

Pünktlich um 20 Uhr startete die Vorband „Orphaned Land“ aus Israel. Ich muss gestehen, ich wusste nicht was mich erwartet, denn ich hatte mich nicht wirklich im Vorfeld über die Band informiert. Was vielleicht im Hinblick auf den „Aha?“ Effekt nicht unbedingt das Verkehrteste war. Natürlich tanzte und klatschte das Auditorium fleissig mit, doch mit deren Texten waren die Blind Guardian Fans nicht wirklich vertraut.
Sänger Kobi Farhi richtete im Laufe des Auftrittes einige Worte an die Zuhörerschaft und sorgte damit für eine ganze Reihe Lacher; Der erste kam gleich zu Beginn: „Despite what you might think: Ich bin nicht Jesus.“
Tatsächlich stand der Frontman von Orphaned Land barfuß und im Kaftan auf der Bühne.

Alles in allem legten die fünf Jungs eine großartige Performance hin. Meine persönliche Meinung: Metal in Kombination mit orientalischen Klängen ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber dennoch etwas, womit ich mich auf Dauer definitiv anfreunden könnte. Dafür sorgt nicht zuletzt Kobi mit seiner großartigen Stimme.
Spätestens nach der Ansprache des Sängers, im Zuge derer das Publikum über den musikalischen Auftrag der Band aufgeklärt wurde, nämlich Christen, Moslems, Juden, Araber und Israelis vor der Bühne zu vereinen war das Eis, sofern es überhaupt vorhanden gewesen sein sollte, gebrochen und die Menge tanzte und sang beim letzten Song tatsächlich mit, was das Zeug hielt.

Nach dem Auftritt von Orphaned Land wurde erst mal umgebaut, so dass der geneigte Zuhörer  noch auf ein Meet & Greet nach draußen zum Merchandise Stand gehen konnte, um die Jungs persönlich kennen zu lernen und sich das eine oder andere Autogramm abzuholen.

So, jetzt muss ich unterbrechen. Den Rest gibts morgen, ich mag den genialen Auftritt von Blind Guardian jetzt nicht so auf die Schnelle hinschludern. War doch – so sehr ich die Show auch genossen habe – ein ziemlich anstrengender Spaß.

[EDIT] Hier gehts zu Teil 2 [/EDIT]

Das Drama um einen C 180 T [Teil 3]

Teil 2

Sagte ich, dass ich es schon merken würde, wenn der Blinker nicht hält? Tatsächlich lässt es einige Tage später einen Schlag, als ich auf der Landstraße unterwegs bin, um meine Kinder mitsamt deren Vater vom Bahnhof abzuholen.

Als ich dort angekommen das Auto inspiziere stelle ich fest, dass ich unterwegs den Blinker verloren habe. Das war es also. Während die Kinder und ihr Vater einsteigen versuche ich, gedanklich die genaue Stelle abzurufen, an der ich den Schlag gehört habe.

Auf dem Rückweg stelle ich das Auto an einem Feldweg ab und wir machen uns – ich für meinen Teil überhaupt nicht pädagogisch wertvoll schimpfend und fluchend – auf die Suche. Schon bald wird mein Begleiter fündig und wir fahren das restliche Stück nach Hause, wo ich meinem Lieblingsbastler erst einmal meinen Unmut kund tue. Natürlich konnte er das nicht wissen, und für die Sache mit der Fahrerflucht kann er auch nichts. Aber ich halt auch nicht, und um ehrlich zu sein, kotzt mich die Karre jetzt schon an. Neue Winterreifen hat er schon, außerdem ließen wir einen Ölwechsel durchführen und Bremsflüssigkeit nachfüllen. Aber er verliert immer noch Kühlflüssigkeit, zusätzlich zu den Dingen, die vielleicht außerdem noch repariert oder getauscht werden müssen.

Januar 2015. Die Ferien waren ein Höllenritt und die 24/7 Belagerung der Familie plus Nachtschicht haben mich nervlich an meine Belastungsgrenze – und darüber hinaus – gebracht. Persönliche Gründe und die viel zu kurzen, grauen Tage im Winter führen dazu, dass ich üblicherweise im Januar mein persönliches Jahrestief erreiche. Entsprechend groß ist meine Motivation, das Auto beim TÜV vorzuführen, nämlich nicht vorhanden.
Aber es hilft nicht, ich komme nicht drumherum. Also stelle ich das Auto morgens bei der Werkstatt ab, fahre mit dem Bus nach Hause und lege mich hin, sodass ich wenigstens ein paar Stunden Schlaf abgreifen kann.

Geweckt werde ich vom Läuten des Telefons. Jemand von der Werkstatt ist dran. Nicht dass ich ernsthaft geglaubt habe, der Karren würde bei der ersten HU direkt die Plakette bekommen. Aber als der Werkstattmensch mir die Neuigkeiten erzählt, krampft sich mein Magen zusammen und mir wird schlecht. Gehe direkt in die Werkstatt, ziehe keine Plakette ein. Ich schreibe zuerst meinem Lieblingsmensch eine SMS und rufe als nächstes meinen Bruder an, der hier im Kaff seinen Arbeitsplatz hat und frage ihn, ob er mich in die Stadt fahren kann. Klar kann er, und so hole ich am frühen Abend gemeinsam mit meinem Bruder den Kombi ab. Ohne TÜV, dafür mit einem zweiseitigen Mängelbericht.

Die Schätzung der Werkstatt für die Reparaturkosten liegt im vierstelligen Bereich; So viel will ich nicht ausgeben, auf keinen Fall. Mein Bruder ist auch mehr als nur leicht irritiert, als er den Mängelbericht studiert. Gemeinsam gehen wir die Möglichkeiten durch, die wir haben. Behalten und reparieren? Sicher nicht. Nicht wenn es so teuer wird. Zurück geben? Eher ja. Auf jeden Fall erst mal den Verkäufer anrufen.

Gesagt, getan. Wieder zuhause angekommen erzähle ich ihm am Telefon, dass das Auto keinen TÜV bekommen hat. Und dass ich ihn deshalb gern zurück geben würde, weil die Reparaturkosten bei weitem jenen Betrag überschreiten, den wir uns als Maximum gesetzt haben. Was das Auto denn für Mängel habe, will er wissen. Ich sage ihm, dass ich das nicht auswendig weiß und der Mängelbericht gerade noch im Auto liegt. Dass ich ihm diesen Mängelbericht gern zukommen lasse, wenn er möchte. Ja meint er, ich soll mich nochmal bei ihm melden.

Ich für meinen Teil bin total neben der Spur; DAS hat mir jetzt gerade noch gefehlt. Ist quasi zu meinem ohnehin echt miesen Allgemeinzustand das Sahnehäubchen.
Irgendwie bringe ich diesen Tag zuende, esse mit den Kindern zu Abend und bringe sie ins Bett. Doch an Schlaf ist nicht zu denken. Brütend versuche ich, etwas zur Ruhe zu kommen, doch ich weiß jetzt schon: das ist erst mal gelaufen. Also lasse ich mir eine Badewanne ein in der Hoffnung, dass ich vielleicht dort etwas entspannen kann, bis der Lieblingsmensch von der Spätschicht nach Hause kommt.

Der kommt jedoch erst eine Stunde später heim, weil er es nicht auf seinen Bus geschafft hat. Also besprechen wir erst mal nichts, weil ich los muss, kaum dass er zur Tür rein ist. So viel dann dazu.

[Fortsetzung folgt]