Das Drama um einen C 180 T

[Das hier habe ich bereits im Februar geschrieben, doch vorerst nur auf meinem anderen Blog veröffentlicht, wo mich meine Leser etwas besser kennen, einige sogar persönlich. Warum? Tja, gute Frage. Ich habe eigentlich grundsätzlich erst mal keine Angst davor, Fehler einzugestehen oder Dinge, die einfach dumm gelaufen sind. Aber DAS… das ging in sämtlichen Belangen weit über meine Schmerzgrenze hinaus, deshalb habe ich so lang gezögert. Doch hier ist es, bittesehr. Have fun!]

Das Drama um einen C 180 T oder: traue einem Gebrauchtwagenhändler nicht weiter, als du ihn werfen kannst.

Es ist November 2014. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wenig begeistert stelle ich fest, huch da war ja was, das Auto muss zum TÜV.

Seit 2007 leistet mir der Panda mehr oder weniger treue Dienste; Ursprünglich angeschafft als Zweitwagen mit Hauptfunktion als Lieferauto wird er ein halbes Jahr später, als ich meinen Punto im Zuge eines spontanen Anfalls von Sekundenschlaf auf der Autobahn am Anhänger eines LKW zerlege, zu meinem einzigen motorisierten Fortbewegungsmittel.

Sieben Jahre und 180tkm später eröffnet mir der Werkstattmeister das traurige Ergebnis der ersten Vorabkontrolle im Zuge des Reifenwechsels: Das Getriebe ist undicht. Kostenpunkt fürs Abdichten etwa 1000 €, Dauer ca. zwei Wochen weil das Getriebe eingeschickt werden muss. Geht nicht, selbst wenn ich wollte, ich kann unmöglich zwei Wochen auf mein Auto verzichten. Wie soll ich denn zur Arbeit kommen? Mit Bus und Bahn? Ha ha, sehr witzig. Ist in meinem Fall schlicht unmöglich.

Doch zurück zum Getriebe. Ich hab ein Déjà-vu, das hatten wir nämlich schonmal. Vor drei [oder vier?] Jahren war das glaube ich, da hielt ich es noch für eine gute Idee, den Kübel [der sich sehr bald als Montagsauto outete] für viel Geld reparieren zu lassen. Nun sind wir genau am selben Punkt wie damals, mit einem Unterschied: Diesmal nicht. Nicht noch einmal werde ich dieses Auto reparieren lassen.

Damals ging das noch, irgendwie, vier Personen und so ein kleines Auto; Die Kinder waren noch kleiner, entsprechend auch deren Fahrräder und sonstiges Gepäck das sie üblicherweise dabei haben. Mittlerweile ist jeder Großeinkauf und jeder Ausflug schlicht eine Zumutung.

Also muss ein größeres Auto her. Kerl klappert die nahegelegenen Angebote ab und wird schon bald fündig. Ruft dort an, vereinbart einen Besichtigungstermin.

Als wir uns einige Tage später zum vereinbarten Termin treffen, merke ich zuerst nicht, dass ich den Verkäufer bereits kenne. Beim zweiten Hinsehen kommt er mir irgendwie bekannt vor, doch ich habe ein katastrophales Gedächtnis bei Gesichtern, besonders wenn ich sie in einem anderen als dem „vertrauten“ Zusammenhang sehe, und kann ihn nicht zuordnen. Er selbst ist da fitter, erkennt mich gleich und kann auch noch sagen, woher. An dieser Stelle werde ich nicht darauf eingehen, woher genau ich ihn kenne,  nur so viel sei gesagt: man hat zwangsweise mehr oder weniger regelmäßig miteinander zu tun. Wie gesagt, katastrophales Gedächtnis.

Unser Objekt der Begierde ist ein Opel Astra Caravan, doch der Verkäufer rät uns vom Kauf ab. Das Thermostat sei defekt, das Auto würde innerhalb kürzester Zeit heißlaufen und müsse zuerst in die Werkstatt.

Aha? Für einen Moment werde ich stutzig, doch ich komme nicht wirklich dazu, den Gedanken zuende zu denken, der Verkäufer redet einfach weiter. Er versucht kurz, mir einen Fiat Bravo anzudrehen doch ich lehne dankend ab. Der Panda war mein dritter Fiat, und das reicht für ein Leben, finde ich. Außerdem will ich einen Kombi und nichts Kleineres!

Er hätte da noch einen Mercedes C 180 T, meint er. Da drüben, der hätte auch noch gar nicht so viele Kilometer, ob wir den haben wollen. Naja, nee, eigentlich nicht. Ich will keinen Mercedes, wollte ich noch nie. Los meint er, setz dich mal rein.
Ich setze mich – pardon, falle in den Sitz – und finde es irgendwie auf Anhieb sympathisch. Ob ich ihn mal probefahren dürfte? Leider nein, er habe kein Nummernschild dabei. Mh, schade. Aber auf dem Parkplatz darf ich eine Runde drehen meint er. Ich glaub, der verarscht mich, versuche dennoch den Motor zu starten [wasn das fürn komischer Schlüssel? Und überhaupt, wie gehört der da rein? oÔ] und scheitere kläglich. Überfordert von einem 17 Jahre alten Mercedes, das muss man sich mal vorstellen.
Der Verkäufer lacht und zeigt mir, wies geht. Der Motor springt an – ich suche erstmal den Rückwärtsgang – und bugsiere schließlich das Schlachtschiff vorsichtig rückwärts aus der Parklücke. Natürlich bin ich schon große Autos gefahren, auch Transporter, aber das ist schon über zehn Jahre her.

Der Kombi ist echt ungewohnt, alles geht viel schwerer als beim Panda, die Kupplung, das Gas, und überhaupt: Ich seh nix.

[Fortsetzung folgt]

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