Papatag auf der Pforzemer Mess´

Derzeit ist bei uns Kirmes, auch bekannt als Pforzemer Mess´, und die Kinder bettelten seit Tagen, dass wir mit ihnen hingehen. Eigentlich wollte ich ja nicht, aber als der Papa anbot, sich finanziell zu beteiligen, gab ich nach und besprach das Budget mit meinem Partner.

Wir einigten uns auf einen realistischen Betrag. Nicht übertrieben aber dennoch genug, um etwas damit anfangen zu können. Zumindest  aus der Entfernung hielt ich ihn für realistisch. Aber ihr kennt das sicher, mit der Strategie und dem Feindkontakt, und naja, sagen wir es mal so: ich hab es versucht.

Wir, also die Kinder und ich, trafen uns kurz nach Mittag mit dem Papa am Bahnhof und fuhren von dort weiter zum Messplatz, wo ich nach der ersten Runde erfolglosen Parkpatz-Suchens den Papa samt Kindern ablud, damit sie schon mal vorgehen konnten.

Natürlich fand ich einen Parkplatz, jedoch etwas weiter weg, und marschierte zurück zum Messplatz, wo wir uns wie vereinbart am Riesenrad wieder trafen.
So, was jetzt? Erst mal eine Runde gehen um zu sehen, was es alles gibt. Das Gedrängel hielt sich freundlicherweise noch in Grenzen, so dass wir problemlos durchkamen. Jedenfalls bis zum Kinder-Autoscooter. Natürlich wollten die Kids Autoscooter fahren, also holte ich gleich eine Ladung Fahrchips. Das Töchterchen hatte sich auch schon ein Auto ausgeguckt: in cooler pink-lilafarbener Metallic-Lackierung.  Doch das war schon besetzt, und so musste für die ersten Runden eben ein rosafarbenes mit Barbie-Schriftzug herhalten.

Sohni wars egal welches Auto er fuhr, hauptsache regelmäßig in ein Anderes einsteigen, es könnte schließlich schneller sein als das Letzte. 🙂

An der wilden Maus, einem Klassiker, kamen wir auch nicht vorbei, ohne eine Runde mitzufahren. Ich fuhr mehr so zwangsweise mit, denn beide Kinder wollten fahren, und pro Kind musste ein Erwachsener dabei sein. Na gut, dann halt doch wilde Maus, und es war auch okay, nur ich glaub meine erste Achterbahnfahrt seit etwa zwanzig Jahren.

Nächster Stopp: Musik-Express, ein weiterer Klassiker auf der Mess´, in dem ich selbst als Kind und Jugendliche schon  unzählige Runden mitgefahren bin. Ein bisschen Bammel hatte ich schon, weil die Kinder heute „Premiere“ hatten. Aber sie wollten unbedingt mitfahren, daher kauften wir vier Fahrchips und warteten das Ende der laufenden Runde ab.
Nach einem kurzen Missverständnis bezüglich der maximalen Anzahl Passagiere pro Wagen [maximal drei] verteilten wir uns dann doch auf zwei Wagen, Kinder auf die Innenseite, und warteten. Und warteten. Und warteten. Relativ wenig Gedrängel bedeutet nicht nur leichtes Durchkommen sondern eben auch Fahrgeschäfte, die nicht bei allen Fahrten sofort voll besetzt sind, und man muss kurze Wartezeiten in Kauf nehmen. Fazit: Sohni wie Töchterchen fanden Musik-Express toll, die kleinen Adrenalin-Junkies. =)

Dann kamen wir an der Geisterbahn, dem „Haunted Mansion“ vorbei, wo das Töchterchen klarstellte, deses Jahr wolle sie mitfahren. Letztes Jahr hatte sie zu viel Angst vor den Gruselgestalten gehabt, und daher das Feld den Männern überlassen: Papa, ihrem Bruder sowie dessen Kumpel. Doch dieses Jahr wagte sie es. Überhaupt ist das Töcherchen dieses Jahr in unglaublich vielen Dingen viel mutiger als sie es letztes Jahr noch war. Ich selbst jedoch kann nicht von mir behaupten, besonders mutig zu sein was Geisterbahnen angeht, und zog es vor, gemeinsam mit Sohni draußen zu warten. Tatsächlich bin ich ein Schisshase. Ich fahre nahezu jedes Fahrgerät, egal wie schnell, wie hoch oder wie bekloppt, Hauptsache nüchterner Magen, dann geht alles. Nur vor der Geisterbahn fürchte ich mich.
Nach erfolgreichem Erwerb von zwei Fahrchips und letztem Nachfragen [„Und du bist dir sicher, dass du dich traust?“ -„Jaaa Mama, wenn ich Angst krieg mach ich einfach die Augen zu.“] stellte sie sich gemeinsam mit Papa in die Reihe und wartete, bis ein Wagen für sie beide frei wurde.
Sohni und ich stellten uns derweil in respektvollem Abstand in den Schatten und warteten ebenfalls.

Töchterchen nach der Geisterbahn so: „Ich hab ü-ber-haupt keine Angst gehabt! Ich hab mich einfach hingesetzt und die Augen zugemacht.“ 🙂

Danach gings kurz in Richtung Toiletten. Meine Güte, halbwegs sauber wars ja, aber solche Nachkriegs-Toiletten hab ich seit meiner Schulzeit nicht mehr gesehen. Naja, immer noch besser als sich ins Gebüsch zu schlagen.

Danach ging es weiter zur Piraten-Schiffsschaukel, wo das Töchterchen sogar ohne Begleitung eines Erwachsenen mitfahren durfte. Wir nutzten die kurze Pause, um für Sohni ein Slushy-Getränk zu holen.
Wenig später durfte sich auch das Töchterchen eines aussuchen, und bevor wir uns zum nächsten Fahrgeschäft aufmachten, holten wir uns einen kleinen Snack an einer der vielen Buden. Ich stellte erfreut fest: Keine Einweg-Pappteller sondern selbst für die Pommes gab es richtige Glas-Schälchen, für die der Betreiber nicht mal Pfand verlangte.

Ausgeruht und gestärkt gingen wir weiter, bis Töchterchen den „Hexentanz“ entdeckte und beschloss: Das will sie fahren. Mit Mama. Was ein Zufall, dass ich eine Schwäche für solche Fahrgeschäfte hab, und daher gleich nachfragte, ob sie denn überhaupt mitfahren durfte. Ja durfte sie, aber nur in Begleitung eines Erwachsenen. Mein Denkfehler dabei: Ich hatte bereits etwas gegessen, und sollte daher auf die heftigen Fahrgeschäfte besser verzichten. Nagut, macht ja nix. Nächstes Jahr gibts auch wieder Mess´.
Hexentanz war cool, nur wie gesagt: Vor dem Fahren etwas essen war keine so gute Idee, es ging zwar, wäre aber ohne vollen Magen weitaus besser gewesen. Auch das Töchterchen hielt sich wacker. Danach meinte sie jedenfalls, es habe ihr gefallen.

Wir machten einen zweiten Stopp am Kinder-Autoscooter, wo es mittlerweile deutlich voller geworden war. Doch nicht nur dort, die Menschenmenge auf dem gesamten Messegelände war zusehends dichter geworden, und ich merkte, wie es nicht nur mir, sondern auch den Kids und dem Papa der Kinder langsam aber sicher zu voll wurde. Also beschlossen wir, jetzt dürfen alle nochmal ein paar Runden Autoscooter drehen, im Anschluss holen wir für die Kinder noch je einen Luftballon, für meinen Partner den bestellten Süßkram, und danach ist Zapfenstreich.

Gesagt, getan. Ich bin seit, ich glaub zwanzig Jahren nicht mehr Boxauto gefahren, jaa Boxauto, so heißt das nämlich hier bei uns. Hat großen Spaß gemacht, und irgendwie glaub ich, dass ich irgendwann auch mal wieder ohne Kinder hinmuss. So in fünf bis zehn Jahren, oder so. 🙂

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