Elternabend: Medien aber sicher.

Diese Woche fand ein Elternabend unter obiger, zugegeben etwas holprig klingender Überschrift statt, welcher die Eltern der Kindergarten- und Schulkinder für die Gefahren, welche im Internet lauern, sensibilisieren soll.

Der Referent, seines Zeichens Lehrer, Internetexperte und selbst Vater von fünf Kindern, gestaltete den Abend interessant und unterhaltsam. Ich wurde trotzdem nach einer Stunde müde, doch das lag nicht an der langweiligen Präsentation, sondern war meinem eigenen Schlafmangel geschuldet.

Im Großen und Ganzen gefiel mir die Präsentation gut, eines stieß mir jedoch wirklich sauer auf: Der Referent erwähnte zwar nicht direkt Ego-Shooter als Ursache für Amokläufe an Schulen, doch seine Wortwahl und die Art, wie er es absichtlich als „möglich, wenn auch nicht nachgewiesen“ in den Raum stellte, ließ den „weniger gut informierten“ Eltern viel Raum zur freien Interpretation. Nicht gut. Doch der Papa von Sohni und Töchterchen, welcher aufgrund einer kurzfristigen Schichtänderung von meinem Lieblingsmenschen nun doch am Elternabend teilnehmen konnte, sprang in die Bresche und rettete, was zu retten war.

Es gab nicht viel Neues für mich, immerhin hatte ich bereits im November 2011 an einem Medien-Workshop teilgenommen, welcher vom hiesigen Jugendamt veranstaltet worden war.

Der Referent gab den Eltern jedoch einige Tipps mit und legte ihnen ans Herz, dem Kind, wenn es schon ein Handy sein muss, bitte auf keinen Fall ein Smartphone zu kaufen, sondern ihm eines ausschließlich mit Telefon- und SMS-Funktion zu geben, ohne Internet. Weil man als Eltern einfach unmöglich immer kontrollieren kann, was das Kind im Internet so treibt. Und was PC bzw. TV angeht, wird ebenfalls dringend davon abgeraten, Grundschulkindern ein eigenes Gerät ins Kinderzimmer zu stellen. Aber so schlau waren wir ja vorher schon.

Enttäuscht war ich über die geringe Anzahl anwesender Eltern. Dabei ist Medienkompetenz ein Thema, welches man den Kindern bereits von klein an vorleben und beibringen muss, da sie sonst früher oder später nur allzu leicht in ernsthafte Schwierigkeiten geraten können.

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7 Gedanken zu “Elternabend: Medien aber sicher.

  1. Hat das wirklich was getaugt? Der letzte vortrag auf dem ich war, war unterirdisch. Sehr viel mehr ausser „Computerspiele sind Killerspiele“ und „facebook mobbing ganz schlimm“ und dann noch „überall cybergrooming“ kam da nicht bei rum. Das war extrem enttäuschend. Dass grundschulkinder nix alleine im internet verloren haben, sollte selbstverständlich sein. naja.. ich bin leidlich fit.. das wird schon alles. bis dahin freue ich mich über die gelegentliche mail meiner tochter 😀

  2. Die geringe Menge an Eltern, die sich für diese und andere wirkliche wichtige Dinge im Leben ihrer Kinder interessieren, ist signifikant!

    Auf dem Elternabend zu den Sozialkompetenztagen in der Stufe 6 und 7, letzte Woche, waren von 210 möglichen Teilnehmern nur 40 anwesend.

    So was sollte eine verpflichtende Veranstaltung sein.

    Ganz kurz kam Whatsapp und FB Thema. Und das dort nicht kontrollierbare, aber stattfindende Mobbing.

    Die herrschende Grundmeinung, der nicht Betroffenene, „kann man eh nicht ändern“. 🙄

    So lange diese Eltern ihren Kindern alles erlauben, so lange kämpfen wir wie Don Quichotte.

    ABER

    deswegen dürfen wir nicht aufhören!

    1. Ist das wirklich so? Ich bin erschüttert! Letzte Woche fand noch etwas bei uns statt: „Ich bin doch kein Heini!? Kinder stark machen gegen sexuellen Missbrauch“, ich selbst hatte bereits letztes Jahr am zugehörigen Elternabend https://evilmichi.wordpress.com/2013/05/13/eltern-infoabend-ich-bin-doch-kein-heini/ teilgenommen, und musste daher dieses Jahr nicht nochmal hin. Meine Tochter nahm an dem Training teil, und danach erzählte sie mir, wieviele Vorschulkinder aus unserem Kiga insgesamt dabei waren: Mit ihr waren es gerade mal drei! Von zehn Vorschulkindern! Ist das zu fassen?

      1. Ja, das ist leider Realität. Und wir sprechen hier von Gymnasien. Und es ist nicht nur eines, „Dank“ des Autismus hat mein Ältester schon 3 verschiedene Schulen besuchen „dürfen“.

        Es ist ein allgemeiner Trend.

        Die Abende, wo man mit „Mannschaftsstärke“ rechnen kann, sind die, wo ein Event geplant wird.

        Nur ein einziges Mal habe ich es anders erlebt, da wandte sich die gesamte Elternschaft einer Klasse gegen Lehrer gestütztes Mobbing. Quintessenz hiervon war, dass die Elternratsvertreter zum Rektor mussten und wir als Eltern diese „Behauptung“ zurücknehmen mussten. 🙄

        GsD bin ich von dieser Schule und diesen Lehrern nicht mehr betroffen. Heute würde ich es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen.

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