Sie werden so schnell groß.

Jetzt war ich letzte Woche Freitag schon mit meinem Töchterchen in der Grundschule, um sie für die erste Klasse anzumelden.

Sie ist sechs Jahre alt. Mein kleiner großer Kampfzwerg kann immer noch trotzen und toben, aber sie kann – wenn sie denn möchte – auch so viel mehr. Wenn jemand traurig ist, kann sie trösten und einfach „da sein“. Sie macht sich viele Gedanken und hinterfragt alles, was sie nicht sofort versteht. Und zwar so lange, bis sie eine für sie halbwegs plausible Antwort bekommen hat. Sie kann teilen, helfen und beherrscht einige einfache Strategien zur Konfliktlösung.

Wir hatten anfangs so unsere Schwierigkeiten, weil sie unglaublich wüten kann. Von wem sie das wohl hat? Also von mir sicher nicht, ich hab mein Temperament noch. 😉

Sie wünscht sich ein Pony. Pferde und Einhörner, Pegasi und Pegacorns Fliegepferdeinhörner sind ihre Lieblingstiere. Aber sie versteht auch, dass wir weder genug Platz noch genug Geld haben, um ihr ein Pony zu kaufen.

Sie weiß alles besser. Ist schon seltsam, die eigene Kindheit heute mit den Augen eines Erwachsenen zu betrachten. Ich wusste als Kind natürlich auch alles besser. Eben erinnere ich mich an eine Diskussion mit meiner damaligen besten Freundin bzw. mit ihrer Mutter. Damals waren alle Mädels, oder zumindest alle die ich kannte, Fans der Serie „Black Beauty“. Und ich beharrte in meinem damals schier grenzenlosen Starrsinn darauf, dass ich, damals Grundschülerin mit null Englischkenntnissen, besser als sie wisse, wie man „Black Beauty“ schreibt. Natürlich hatte sie Recht und ich Unrecht, aber das glaubte ich  erst, als ich beim Anschauen der Serie einmal genau darauf achtete.

Und heute? Nervt es mich tierisch, dass meine Kinder ebenso wie ich damals ein ernsthaftes Problem damit haben, Erwachsenen etwas zu glauben, ohne es selbst nachgeprüft zu haben.

Natürlich ist das nicht unbedingt verkehrt, auf diese Weise kann ich zumindest sicher sein, dass sie nicht jeden x-beliebigen vorgefertigten Scheiß glauben, ohne hinterfragt zu haben.

Ich habe manchmal ein bisschen Angst, dass ich ihr zu wenig Aufmerksamkeit zukommen lasse. Vor lauter Sohni und Sohnis ADHS und überhaupt dreht sich sehr viel um ihn und seine Besonderheiten. Doch dann wiederum merke ich, dass Fräulein Tochter es mittlerweile sehr gut versteht, die allgemeine Aufmerksamkeit ihn ihre Richtung zu lenken. Denn auch sie ist ein besonderes Kind, eben auf ihre eigene Art und Weise. Sie ist klug, geschickt, kreativ, fröhlich, nachdenklich, zickig, witzig, freundlich, hilfsbereit, neugierig, mutig, stur, laut, und noch so viel mehr, was mir auf Anhieb gerade gar nicht einfällt. Achja, und natürlich ist sie die beste Tochter, die ich mir vorstellen kann.

 

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