Archiv für den Monat März 2014

Frau Lehrerin junior.

Töchterchen und ich bewundern Sohnis Kunstwerke. Er ist richtig geschickt geworden mit Stiften und Schere, seit er in die Schule geht.

„Gell Mama, der Bruder kann schon voll gut malen.“

„Mhm, er wird immer besser.“

Sie nickt. „Ja, weil ich ihn so gut unterrichte.“

Sie ist ja so bescheiden. ❤

Ich bin ein Genie!

Ein bisschen *hüstel* langsam zwar, als mich jedoch vor einigen Tagen an der Tankstelle der Geistesblitz traf, fühlte ich mich wie selbiges.

wasserkanne

frostschutz

Geldzähldaumen

Seit Ende 1998 besitze ich einen Führerschein. Und diese Woche stellte ich nach nunmehr fast sechszehn Jahren fest, dass diese Ausgieß-Löcher gerade so groß sind, dass man sie während des „Zielvorganges“ mit dem Daumen [oder einem anderen Finger 😉 ] verschließen kann. Damit nicht die Hälfte daneben geht. Wer einen Panda hatte oder hat, kennt das Leid mit dem Scheibenfrostschutz.

Das da unten wird übrigens „Geldzähldaumen“ genannt. Ist nicht meiner, aber ich kann meinen rechten Daumen ebenfalls um fast 90° nach hinten biegen.

Hurrah! Schwimmkurs!

Nun habe ich wider Erwarten doch noch einen Platz im Frühjahrs-Schwimmkurs für das Töchterchen bekommen. Juhu! Und nachdem sie nun ein ganzes Jahr darauf hatte warten müssen, weil ihr Bruder letztes Jahr einen Schwimmkurs absolvieren durfte und sie nicht, hibbelte sie schon seit Montag [an dem Tag hatte ich die Zusage erhalten] der ersten Trainingseinheit entgegen.

Gestern, am Freitag, war es endlich so weit. Nachdem ich sie vom Kindergarten abgeholt hatte, musste ich sie noch eine gute Stunde lang vertrösten, weil wir doch erst ihren Bruder reinlassen mussten, der eine Stunde später als wir von der Schule heimkommen würde.

Und dann, um viertel nach Drei, war es endlich so weit. Ich hatte mich informiert, wo das Schwimmbad genau ist und wie ich hinkomme [wer braucht schon ein Navi 😉 ] und da ich nicht komplett ortsunkundig bin, fand ich auf Anhieb hin. Wir waren etwas zu früh dort, und der andere Schwimmkurs war noch fleissig am Plantschen.

Das Töchterchen wurde so nervös, dass sie begann, im Kreis um mich herum zu laufen, was mich in Kombination mit den vielen anderen Leuten und dem Lärm den sie verursachten, bald enorm nervte. Ich bat sie, dies doch bitte zu unterlassen, und so ging sie einige Meter von mir weg, nur um dort mit ihrem „Kreis-Lauf“ weiter zu machen.

Während dessen kamen die restlichen Eltern plus Kurskinder hineingetröpfelt und die Kursleiterin war auch schon da. Sie erklärte den Eltern wie es ablaufen würde, die Kinder würden draußen die Schuhe und Socken ausziehen und dann mit der Schwimmlehrerin hineingehen, um sich dort ohne die störenden Eltern alleine umzuziehen.

Schuhe und Socken ausgezogen und ordentlich in einer Ecke verstaut, und dann war es so weit: Bepackt mit Rucksack bzw. Sporttasche ging es los, und irgendwie war das komisch, weil ich das Töchterchen bei allerlei Sportkursen doch immer zum Umziehen begleitet hatte. Wie sie da so ganz ohne Mama bei den anderen Kindern stand, fiel mir auf, dass ich sie, mein Rockzipfelkind, sehr mutig fand, weil sie einfach so mit der Schwimmlehrerin und den anderen Kindern mitging, ohne Maulen, ohne Tränen, ohne „Mamaa ich WILL aber!“ und das ganze wie eine Große einfach hinnahm.

Naja, sie hatte jetzt immerhin ein Jahr auf „ihren“ Schwimmkurs warten müssen. Und dass sie vor dem Wasser keine Angst mehr hat, wissen wir seit letztem Sommer. Da hatte sich mein einst so ängsliches Kind nämlich von einem Tag auf den anderen im Freibad in eine echte Wasserratte verwandelt.

Gestern sprach ich ziemlich lang mit der Kursleiterin, und als ich dann doch mal einen Blick durch die Scheibe warf, sah ich mein großes Mädchen, so ganz ohne Schwimmgürtel, dafür aber mit einer roten Schwimmnudel [die einzige Rote hatte sie sich natürlich unter den Nagel gerissen] die aus der Entfernung irgendwie rosa aussah, und musste schmunzeln. So ist sie eben, immer müssen es Mädchenfarben sein. Die andern Kinder hatten blaue und grüne Schwimmnudeln.

Und Angst? Fehlanzeige. Sie hat sich gleich getraut, voll einzusteigen und hatte eine Mordsgaudi im Hallenbad.

Im September ist „unser“ Fortgeschrittenenkurs, da dürfen dann beide Kinder mitmachen, weil rein zufällig am Freitag zur gleichen Uhrzeit zwei Schwimmkurse stattfinden. Und dass beide Kinder im gleichen Kurs nicht funktioniert, das wissen wir ja spätestens seit dem Vorschulturnen, wo sie die komplette Turngruppe aufgemischt hatten.

Heute gehts weiter, der Anfängerkurs ist immer Freitags und Samstags, und sie hat jetzt noch siebzehn Unterrichtseinheiten vor sich.

 

Mama, wo komm´ ich eigentlich her?

Derzeit ist bei uns wieder mal folgende Frage aktuell: „Mamaa, wo kommen eigentlich die Kinder her?“

Wir haben ein lustiges Buch, welches kindgerecht Aufklärungsarbeit leistet. Töchterchen bittet mich von Zeit zu Zeit, ihr daraus vorzulesen. Am Anfang war es irgendwie seltsam, mit dem eigenen Kind über ein solches Thema zu sprechen, auch wenn es natürlich ernst und in meinen Augen enorm wichtig ist, sie vorsichtig und kindgerecht an das Thema Aufklärung heran zu führen. Deshalb finde ich das Buch gut, weil es die Dinge beim Namen nennt, ohne Märchen, Bienchen oder Blümchen.

Vielleicht ist diese Einstellung naiv, doch meines Erachtens hilft eine frühe Aufklärung auch dabei, sexuellem Missbrauch vorzubeugen, da man Kindern auf diese Weise auch gleich mitgeben kann: Guck, so werden Kinder gemacht, und das ist nur was für Erwachsene, nichts für Kinder. Egal, was vielleicht jemand anderes zu dir sagt.

Jedenfalls las ich dem Töchterchen wieder einmal aus dem oben genannten Buch vor, als sie grinste und mich unvermittelt fragte: „Gell Mama, du und Papa, ihr macht das auch.“
Ganz kurz war ich überrumpelt, doch ich fing mich schnell wieder und antwortete ihr wahrheitsgemäß. Warum denn auch nicht.

Ich glaube, jetzt wird bald die Frage kommen, warum sie eigentlich immer noch kein kleines Geschwisterchen hat. Tja. Dann erreichen wir wohl das nächste Aufklärungs-Level.

Wie es scheint ist der gleichaltrige Nachbarssohn – dieses Früchtchen! –  auch sehr neugierig was das Thema angeht; was mir das Töchterchen nach ihrem letzten Besuch dort erzählte, ließ mir die Haare zu Berge stehen. Diesbezüglich werde ich in den nächsten Tagen ein Gespräch mit dessen Mutter führen.

Sie werden so schnell groß.

Jetzt war ich letzte Woche Freitag schon mit meinem Töchterchen in der Grundschule, um sie für die erste Klasse anzumelden.

Sie ist sechs Jahre alt. Mein kleiner großer Kampfzwerg kann immer noch trotzen und toben, aber sie kann – wenn sie denn möchte – auch so viel mehr. Wenn jemand traurig ist, kann sie trösten und einfach „da sein“. Sie macht sich viele Gedanken und hinterfragt alles, was sie nicht sofort versteht. Und zwar so lange, bis sie eine für sie halbwegs plausible Antwort bekommen hat. Sie kann teilen, helfen und beherrscht einige einfache Strategien zur Konfliktlösung.

Wir hatten anfangs so unsere Schwierigkeiten, weil sie unglaublich wüten kann. Von wem sie das wohl hat? Also von mir sicher nicht, ich hab mein Temperament noch. 😉

Sie wünscht sich ein Pony. Pferde und Einhörner, Pegasi und Pegacorns Fliegepferdeinhörner sind ihre Lieblingstiere. Aber sie versteht auch, dass wir weder genug Platz noch genug Geld haben, um ihr ein Pony zu kaufen.

Sie weiß alles besser. Ist schon seltsam, die eigene Kindheit heute mit den Augen eines Erwachsenen zu betrachten. Ich wusste als Kind natürlich auch alles besser. Eben erinnere ich mich an eine Diskussion mit meiner damaligen besten Freundin bzw. mit ihrer Mutter. Damals waren alle Mädels, oder zumindest alle die ich kannte, Fans der Serie „Black Beauty“. Und ich beharrte in meinem damals schier grenzenlosen Starrsinn darauf, dass ich, damals Grundschülerin mit null Englischkenntnissen, besser als sie wisse, wie man „Black Beauty“ schreibt. Natürlich hatte sie Recht und ich Unrecht, aber das glaubte ich  erst, als ich beim Anschauen der Serie einmal genau darauf achtete.

Und heute? Nervt es mich tierisch, dass meine Kinder ebenso wie ich damals ein ernsthaftes Problem damit haben, Erwachsenen etwas zu glauben, ohne es selbst nachgeprüft zu haben.

Natürlich ist das nicht unbedingt verkehrt, auf diese Weise kann ich zumindest sicher sein, dass sie nicht jeden x-beliebigen vorgefertigten Scheiß glauben, ohne hinterfragt zu haben.

Ich habe manchmal ein bisschen Angst, dass ich ihr zu wenig Aufmerksamkeit zukommen lasse. Vor lauter Sohni und Sohnis ADHS und überhaupt dreht sich sehr viel um ihn und seine Besonderheiten. Doch dann wiederum merke ich, dass Fräulein Tochter es mittlerweile sehr gut versteht, die allgemeine Aufmerksamkeit ihn ihre Richtung zu lenken. Denn auch sie ist ein besonderes Kind, eben auf ihre eigene Art und Weise. Sie ist klug, geschickt, kreativ, fröhlich, nachdenklich, zickig, witzig, freundlich, hilfsbereit, neugierig, mutig, stur, laut, und noch so viel mehr, was mir auf Anhieb gerade gar nicht einfällt. Achja, und natürlich ist sie die beste Tochter, die ich mir vorstellen kann.