Mamaa… was ist eigentlich ein Hurensohn?

Das Grauen einer Mutter. Das Kind schnappt fiese Schimpfwörter auf.

Bei uns war es dann diese Woche auch mal so weit, Sohni wollte erst wissen was „fick dich“ heißt und einen Tag später stellte er mir die obige Frage.

Tja Mama, was nun? Erklären? Verbieten? Mund mit Seife auswaschen [letzteres zog ich natürlich zu keinem Zeitpunkt in Betracht]?

Eigentlich versuchen wir, die Kinder aufgeklärt zu erziehen und pflegen einen recht offenen Umgang auch mit heiklen Themen wie zB Tod und Sexualität. Aber: muss ein Siebenjähriger wirklich schon wissen, was eine Hure ist? Ich sage nein. Muss er nicht. Meines Erachtens würde ihn das überfordern.

„Ficken“ erklärte ich ihm noch, selbiges gilt für den bei Kindern und Teenagern so beliebten Zusatz „…und deine ganze Generation“ indem ich ihn darüber aufklärte, was eine Generation eigentlich ist. Dass ein Gleichaltriger, der ihn beleidigt und sich auf die „ganze Generation“ bezieht, eigentlich auch sich selbst beleidigt. Sohni hats kapiert und fands lustig.

Die Sache mit dem Hurensohn fand ich schon heikler. Vielleicht war es nicht besonders klug, aber mir ist einfach nichts besseres eingefallen. Ich sagte ihm, dass einer, der jemanden als Hurensohn bezeichnet, nicht nur ihn sondern zuerst mal dessen Mutter beleidigt. Dass es erstens gar nicht geht, jemandes Mutter zu beleidigen. Und zweitens, dass es passieren kann, wenn er den Falschen als Hurensohn bezeichnet, dass dieser mal kurz ausholt und ihm eine zentriert. Und ob er schon mal mitgekriegt hat, dass ich jemanden als Hurensohn bezeichnet hab. Nein, hat er nicht. Ob er sich vorstellen könne, warum ich niemanden als Hurensohn bezeichne? Ja, weil es ein schlimmes Wort ist. Immerhin.

Und ich legte ihm ans Herz, wenn er ein Schimpfwort hört dessen Bedeutung er nicht kennt, dass er auf gar keinen Fall dieses Schimpfwort selbst benutzen darf.

Vielleicht bin ich naiv wenn ich glaube, dass es etwas bringt.

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9 Gedanken zu “Mamaa… was ist eigentlich ein Hurensohn?

    1. Ich habe mich zugegebenermaßen schon ein bisschen seelisch und moralisch darauf vorbereitet, weil mir zugetragen wurde, dass sowas unter umständen früher passieren könnte als mir lieb ist, sobald er in die schule geht. 😉

  1. Immerhin hast du ihm Ficken erklärt. Ich habe mich schon da geweigert. Fe: Mami, die Betreuerin im Hort hat gesagt, du sollst mir erklären, was Ficken ist.
    Ich: So…? Wirklich?
    Fe: Ja!
    Ich: Wieso?
    Fe: Wir haben „Ficken“ gerufen und sie hat gesagt, wir dürfen es nur sagen, wenn wir wissen, was es bedeutet. Keiner hats gewusst.
    Ich: Dann erklär ichs dir in dem Fall nicht.

    (Naja, zwei Tage später wusste er es natürlich. Aber weshalb man damit nicht immer Kinder macht, hab ich Fe auch noch nicht erklärt…Ich glaub, ich brauch ne Strategie…)

    1. Wir haben ein Buch, das ist total süß bebildert und erklärt alles, was passiert damit ein Kind in Mamas Bauch entsteht. Ich habe es meinen Kids schon einige Male vorgelesen, natürlich ist das irgendwie komisch, aber irgendwoher müssen sie es ja erfahren, oder? 😉

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