Drei Jahre SPFH – ein Fazit.

Vergangenen Dienstag fand unser Abschlussgespräch statt. Frau B. hat uns die letzten Drei Jahre begleitet und mehr als einen konstruktiven Impuls geliefert. Speziell im Bezug auf Sohnemann war sie eine große Hilfe; doch auch was das Berzwerkerkind angeht konnte sie mit ihrer Erfahrung immer wieder einen guten Rat beisteuern. Und wenns nur ein „Well done, Frau U.“ gewesen ist.

Beantragt hatte ich die SPFH damals, weil ich im Umgang mit den Kindern völlig unsicher war. Weil ich aufgrund meines Burn Out Syndroms die Kinder in einer Pflegefamilie untergebracht hatte, um geordnet wieder auf die Beine kommen zu können während ich die Kinder in guter Obhut wusste; wo sie vierzehn Monate blieben bis ich sie – aufgrund des Trennungschmerzes gefühlt dem Wahnsinn nahe – im September 2010 wieder zu mir holte. Ich war halbwegs wieder auf den Beinen, somit zu einem geregelten Tagesablauf fähig und hatte obendrein das Gefühl, die Trennung von meinen Kindern keinen Tag länger ertragen zu können.

Sprich: Der Wille war da, doch mindestens genauso groß war die Unsicherheit. Welche Ziele verfolgte ich bei der Erziehung meiner Kinder? Und mindestens genauso wichtig: Wie hatte ich vor, diese zu erreichen? „Warum eigentlich nicht?“ dachte ich mir, und stellte einen Antrag auf -> Sozialpädagogische Familienhilfe. Wohl wissend, dass es wieder mehr als genug Leute geben würde, die mich deshalb blöde anschauen und schlimmstenfalls in die Schublade „Rabenmutter“ stecken würden. Natürlich wusste ich nicht was mich in Bezug auf die Familienhelferin erwartete, obwohl ich bis dato ausschließlich positive Erfahrungen mit dem Jugendamt gemacht hatte.

Die Hilfe wurde bewilligt und schon beim ersten Termin kristallisierte sich heraus, dass wir trotz des Altersunterschieds [~30 Jahre] schnell einen guten Draht zueinander hatten. Hauptsächlich arbeitete Frau B. mit mir zusammen und es gab immer wieder Gespräche mit meinem Partner sowie dem leiblichen Vater der Kinder. Doch den Großteil der Erziehungsarbeit macht im Normalfall die Mutter, und so war in erster Linie ich diejenige, welche an den SPFH-Gesprächen beteiligt war.

Die Zeit mit der SPFH war auch insofern interessant, da ich weder Oma noch Tante noch irgendeine andere [deutlich ältere und in Erziehungssachen erfahrenere] weibliche Bezugsperson hatte, welche ich in Erziehungsfragen hätte konsultieren können. Und meine Mutter… naja. Ist ein Thema für sich, kommt aber auch nicht hierfür in Betracht. Frau B. hat mir viel und noch mehr aus ihrem Erfahrungsschatz erzählt, und mehr als einmal hat sie mich in meiner Linie bestärkt wenn ich aufgrund irgendwelcher Ereignisse ins Wanken kam.

Sie hat nicht zuletzt immer wieder nachgehakt, was nun mit Sohnemann los ist, und jedes Mal hatte sie eine Idee, was man noch versuchen könnte um ihm dabei zu helfen, gesund groß zu werden. Sie nannte mir einen überaus kompetenten Kinder- und Jugendpsychologen, bei dem wir natürlich kurze Zeit später vorstellig wurden. Er sprach als erste Person überhaupt den Verdacht auf ADHS aus, wogegen ich mich zu diesem Zeitpunkt – aus Gründen der Falschinformiertheit – noch mit Händen und Füßen wehrte. Leider verschlug es ihn wenige Monate später nach Berlin, woraufhin wir händeringend nach einer Alternative suchten.

Da ich über Monate von der hiesigen ADHS-Facharztgröße bzw. von dessen Sprechstundenhilfe immer wieder vertröstet worden war, versuchte ich es in meiner Verzweiflung „dann eben doch“ im hiesigen Kinderzentrum und – was soll ich sagen – es war eine meiner besten Entscheidungen überhaupt. Ich fühlte mich dort ernstgenommen; wahrgenommen als eine Mutter, die für ihren Sohn einfach nur Hilfe sucht. Ohne dass mich jemand vorverurteilt hätte.

Mit Hilfe der SPFH schaffte ich es, für meinen Sohn eine passende Schule zu finden. Eine, die seinen Bedürfnissen entsprechen und ihm die für ihn so wichtige Geborgenheit geben kann. Er blüht auf, kann – man muss schon sagen endlich! – sein geistiges Potenzial und die vielen positiven Eigenschaften nutzen, die er mit sich herumträgt [und die aufgrund der vielen Probleme, die er aufgrund seiner ADHS im Alltag hatte, nahezu völlig untergingen].

Manchmal gingen allein aus meinen Erzählungen ganz neue Impulse hervor, ohne dass Frau B. aktiv etwas dazu hätte beisteuern müssen. Ich bin wirklich froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin, denn ohne die Hilfe der SPFH hätte ich diese Zeit vermutlich nicht so gut überstanden. Und ich wage zu bezeifeln, dass Sohnemann auf einer E-Schule gelandet wäre. Denn auch diese Idee kam – suprise, surprise – von der guten Frau B.

Danke.

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