Dinge, die mich so beschäftigen.

Kre-O / Hasbro Starscream.
Kre-O / Hasbro Starscream.

Den hat Sohnemann diesmal tatsächlich ganz allein gebaut.

Schon krass, welche Fortschritte er macht, seit er MPH einnimmt. Noch vor einem Jahr war er nicht dazu in der Lage, auch nur die einfachsten Objekte aus den kleinen Bausteinen zu bauen. Oder ein Bild zu malen. Oder etwas alleine zu basteln. Oder, oder, oder. Er konnte einfach nicht bei der Sache bleiben. Mittlerweile baut er schon die größeren Flugzeuge ohne Hilfe fehlerfrei zusammen. Faltet Papierflieger, malt bunte Bilder, baut Puzzle. Arbeitet auf den Gelbgrün-Gürtel im Taekwondo hin. Das alles stärkt natürlich sein Selbstwertgefühl und seine Selbstsicherheit.

Diese Woche fiel mir eine Ausgabe des Stern [oder war es Spiegel?] in die Hände, in welchem ich einen sehr interessanter Artikel zum Thema Familie fand. Grob zusammengefasst beschreibt dieser Artikel die verstärkte Tendenz in Richtung Ganztages-Schule bzw. Hortbetreuung und den Wunsch der [Grundschul-]Kinder nach mehr freier Spielzeit und auch mehr Zeit mit den Eltern.

Was sich absolut mit den von mir gemachten Erfahrungen deckt.

Das Töchterchen war – übrigens auf eigenen Wunsch – für zwei oder sogar drei Wochen ein so genanntes „Tageskind“. Das heißt, sie aß in der Kita zu Mittag, machte einen Mittagsschlaf und wurde von mir zwischen 15 und 16 Uhr abgeholt. Statt wie vorher Mittags nur ein Vesper zu essen und um 13:30 Uhr abgeholt zu werden. Während dieser Zeit machte das Mädel eine Entwicklung durch, mit der wohl keiner von uns gerechnet hatte. Zumindest nicht in diesem Ausmaß.

Die ersten ein, zwei Tage lief alles wie gewohnt gut und dann begann das Töchterchen, grätig zu werden. Egal was sie tat und egal mit wem, sie begann innerhalb kürzester Zeit, Streits vom Zaun zu brechen und einfach nur un-ausstehlich zu sein. So schaffte sie es innerhalb dieser kurzen Zeit, gleich zwei Freundinnen zu vergraulen. Zumindest bekam ich es so von ihrer Erzieherin erzählt. Tja Mama, was machste jetzt?  Das Töchterchen ist „eigentlich“ durchaus zu sozialer Interaktion fähig. Sie ist clever und für ihr Alter schon sehr redegewandt, kann teilen bzw. spielt eigentlich auch lieber „mit“ anderen Kindern als allein. Zwar kann sie zuhause durchaus zu einer kleinen Tyrannin mutieren, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass hier andere Faktoren verantwortlich sind, von denen einer sieben Jahre alt ist.

Also suchten wir das Gespräch, bzw. diesmal beschloss mein Lieblingsmensch, dem Mädel „auf den Zahn zu fühlen“, da ich  an diesem Tag verhindert war. Und siehe da, was stellte sich heraus? Ihr wars schlicht zu lang im Kindergarten. Mittagsschlaf macht sie seit ihrem dritten Lebensjahr nicht mehr, und seit ihr Bruder zur Schule geht, hatte sie uns jeden Nachmittag einige Stunden ganz für sich allein. Rumgammeln, Kuscheln, Vorlesen, Fernsehen, Malen, Basteln, Einkaufen etc. pp. Alles ohne Bruder und ohne das ständige Buhlen um Aufmerksamkeit und Zuneigung. Während dieser Zeit ist die Kleine regelrecht aufgeblüht. Es war Balsam für die Kleine-Schwester-Seele dass Mama, auch wenn sie sich nur ausruhen würde oder anderweitig beschäftigt war, im Zweifel „nur für sie“ Zeit hätte.

Jedenfalls brachen wir das Experiment „Tageskind“ ab und das Töchterchen wird ab Montag wieder Mittags vom Kindergarten abgeholt. Auch wenn das bedeuetet, dass Mamas Schlafplan bleibt wie gehabt. Sprich: Irgendwie über den Tag verteilt möglichst sechs Stunden Schlaf zusammenkratzen, dass ich Freitags noch halbwegs geradeaus schauen kann.

Dem Sohnemann dauern die Schultage natürlich auch zu lang. Er freut sich wie ein Schnitzel, dass er wenigstens Freitags früher nach Hause kommt. Ihm fehlt es ebenfalls an freier Spielzeit, zuerst natürlich an Zeit mit uns, seiner Familie. Doch seine Schule ist eine ambulante Einrichtung, und seine Tage kann ich nicht nach Gutdünken verkürzen. Die Alternative – eine Regelschule – ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht denkbar. Deshalb muss alles am Wochenende nachgeholt werden, was man unter der Woche so verpasst hat. Was natürlich nicht geht.

Anfangs fand ich die Betreuungstage, die meist Samstags stattfinden, noch nett. Mittlerweile weiß ich nicht mehr so recht, ob ich sie noch gut finden kann. Einerseits ist es irgendwie schon positiv, dass die Kinder über die Betreuungstage die Möglichkeit bekommen, außerhalb der Schulzeit die Kontakte zueinander zu vertiefen und gemeinsam Unternehmungen zu machen. Doch diese Zeit fehlt den Kindern wiederum mit der Familie. Und die nicht wahrgenommenen Betreuungstage zählen als Unterrichts-Fehltage. Zwar entschuldigt, doch jedes Kind hat pro Jahr nur eine begrenzte Anzahl an Fehltagen, die es sich leisten darf.

Tatsächlich würde ich es begrüßen, wenn Sohnemann seine Frustrationstoleranz und die anderen Themen, welche ihm Schwierigkeiten bereiten, so weit reguliert bekäme, dass er während der Grundschulzeit noch auf eine Regelschule wechseln kann. Und falls nicht, naja, dann eben nicht.

 

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