Unser neuer Alltag.

Nun, da sich alles ein wenig eingependelt hat, findet das Loniekind langsam aber sicher Gefallen an der neuen Situation.

Vorhin waren wir noch auf dem Spielplatz, nachdem ich sie vom Kindergarten abgeholt hatte. Sie konnte nach Herzenslust die Gegend mit ihrem heißgeliebten Fahrrad erkunden während ich auf einer Bank saß und die Herbstsonne genoss.

Zugegeben, ich musste trotz Müdigkeit und erkältungsbedingter Schlappheit den Impuls unterdrücken, ihr überallhin wie ein Schatten zu folgen. Mein Mädchen ist jetzt „eine Große“ und ich glaube es ist an der Zeit, ihr nun erneut ein Stück mehr „Leine“ zu gewähren. Im übertragenen Sinne natürlich. Vorbei sind die Zeiten, dass mein kleiner Trotzkopf im Zorn einfach davongelaufen ist und wir Großen sie erst einmal wieder einfangen mussten, bevor wir ihr in „geschützter“ Umgebung die Möglichkeit geben konnten, sich zu beruhigen. Sie ist natürlich immer noch ein Trotzkopf, immerhin ist sie gerade im besten Rüpelalter und ich glaube, als meine Tochter muss sie einfach so sein, wie sie ist.

Zugegeben, einfacher ist sie nicht geworden, doch der nachmittägliche Umgang mit ihr sehr wohl, da sie nicht mehr rund-um-die-Uhr mit ihrem Bruder um Aufmerksamkeit buhlen muss. Und ich muss nicht mehr ständig versuchen, mich irgendwie zwei-zu-teilen um beiden Kindern in angemessenem Ausmaß Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass sie sogar ein wenig aufblüht, und das liegt wohl nicht zuletzt an dem Mehr an Mamas Aufmerksamkeit, welches ihr nun täglich zuteil wird. Ich kann mich nun problemlos zur Gänze ihr widmen. Ich glaube, das tut uns beiden gut. Nachdem sie nun so lange immer nur „die Kleine“ war und speziell seit Beginn der Medikation ihres Bruders zusehends an Boden verloren hatte, gibt die neue Situation ihr und ihrem Selbstvertrauen neuen Aufwind.

Der Sohnemann bringt jeden Tag viele viele Smileys aus der Schule mit [es ist das dortige Bewertungssystem] und hat natürlich auch viiiel zu erzählen. Er hat sich mit seinem Sitznachbarn angefreundet und auch sonst freut er sich nach wie vor jeden Tag darauf, endlich vom Taxi abgeholt zu werden. Das frühe Aufstehen in Verbindung mit den langen Schultagen ist heftig für ihn, und letzten Freitag meinte er zu mir, nachdem ich ihn um kurz nach sechs geweckt hatte: „Morgen schlaf ich bis zehn Uhr.“ Ich merke, wie ihn die Schule an seine Grenzen bringt, auch wenn er sich dort wohl zu fühlen scheint.

Seine Vereins-Aktivitäten sind immer noch nicht neu sortiert, derzeit geht er lediglich einmal die Woche ins Taekwondo. Ich glaube, mehr wäre einfach zu viel des Guten. Für ihn genauso wie für mich selbst. Daher beschloss ich, dass ich uns allen vorerst noch Zeit gebe, uns im neuen Alltag zurecht zu finden.

Ansonsten kann ich nicht klagen, auch wenn die Kinder in Kombination natürlich nach wie vor anstrengend sind. Er, weil er verlorene Mama- sowie Papa-Zeit aufholen muss, und sie, weil sie nun plötzlich doch wieder Konkurrenz im Kampf um Mamas / Papas Aufmerksamkeit hat.

Aber hey, irgendwann werden sie groß sein, und ich werde mir wünschen, sie wären ein bisschen länger klein gewesen. 🙂

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