Kinder ohne Grenzen – nein danke.

Hier in der Nähe wohnt ein Kind, mit dem sich meine beiden angefreundet haben. Außerdem besuchte man den selben Kindergarten, daher bietet sich eine solche Freundschaft geradezu an. Wären da nicht die [nicht vorhandenen] Erziehungsmethoden der Mutter. Es kann natürlich ein Jeder seine Kinder erziehen wie er oder sie möchte, solange denen dadurch kein Schaden an Körper oder Seele entsteht.

Doch hier wären wir bereits bei meinem Problemchen mit dieser Freundschaft. Die Kinder verstehen sich prächtig, und grundsätzlich unterstütze ich Freundschaften, die meine Kinder schließen, erst einmal.

Das erste Aha-Erlebnis liegt schon länger zurück, als die Kinder zum zweiten oder dritten Mal bei dem Nachbarskind zu Besuch waren. Man wollte rausgehen, weil das Wetter schön war, und irgendwann kam wohl eines der Kinder auf die Idee, man könne ja zur Eisdiele gehen. Meine beiden kamen also erst einmal nach Hause und fragten noch ganz artig, ob sie mitdürften.

„Geht denn die Mama von M. auch mit?“

„Äh, ja.“

„Okay, aber nur wenn sie auch wirklich mitgeht.“

Die Kinder bekamen noch Geld für ein Eis und zogen los. Wenig später stellte sich heraus, dass die Mama von dem anderen Kind eben nicht dabei gewesen war „ja warum denn, der M. darf ja auch allein zur Eisdiele gehen.“ Achja? Mit fünf Jahren? Meine Kinder dürfen das aber nicht, zumal man, um die Eisdiele zu erreichen, drei Straßen überqueren muss, eine davon eine der Hauptverkehrsadern im Dorf. Und es gibt weder Ampel noch Zebrastreifen dort.

Das zweite Erlebnis dieser Art trug sich erst kürzlich zu, das Nachbarskind fährt [ohne Helm oder dergleichen!] auf dem Skateboard sitzend eine steil abschüssige Seitenstraße herunter, welche direkt auf die Straße führt, an der wir wohnen. Und meine Beiden stehen unten an besagter Straße und schauen, ob auch kein Auto herannaht, was ja an und für sich nicht verkehrt ist. Zwar ist dies eine 30-Zone, doch gerade in der Rush-Hour hält sich da kaum einer dran. Auf mein Fragen ob er das dürfe bekomme ich die Antwort, er könne das doch. Ich meinte, das sei aber nicht meine Frage gewesen. Vorsichtshalber gehe ich zu der Mutter und frage, ob ihr Sohn das darf. Nein, eigentlich nicht, ich solle ihm bitte Folgendes ausrichten [Achtung, O-Ton]: „Sagst ihm dass er bitte daran denken soll, dass da unten eine Straße ist.“ Auf mein Nachhaken ob er das denn dürfe meinte sie nur „naja, er soll halt aufpassen auf die Straße“ und sonst bekomme ich keine weitere Information.

Ehm, ja.

Außerdem darf er tun und lassen was er möchte und obendrein hat er unbegrenzt Zugang zu Süßigkeiten. Und der Tonfall den er stellenweise seiner Mutter gegenüber an den Tag legt, ist wirklich grenzwertig.

Und dann sind da meine Beiden die ihn mögen und die er auch mag, und so viele andere befreundete Kinder gibt es in der Nähe nicht, die als Freunde in Betracht kämen. Wie gesagt, generell unterstütze ich die Freundschaften meiner Kinder zu anderen Kindern, und es muss schon einiges vorgefallen sein, bis ich meine Bemühungen diesbezüglich einstelle. Das heißt, dass ich ihnen den Kontakt natürlich nicht verbieten werde. Momentan hab ich mich einfach tierisch erschreckt, wie sorglos manche Eltern ihre kleinen Kinder halt einfach ihr Ding machen lassen. Und ich wundere mich immer noch.

Aber ich glaube, das gehört dazu, wenn man Kinder hat. Es gibt eben immer Eltern, deren Erziehungsmethoden man selbst fragwürdig findet.

 

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