Ein Tag bis zur Einschulung.

Seit über einer Woche zählt Sohnemann die verbleibenden Tage bis zu seiner Einschulung. Nun ist es soweit, morgen wird er eingeschult. Er ist sehr aufgeregt und freut sich auf die Schule. Stolz ist er auch ein bisschen, schließlich ist er jetzt ein „Großer“. Vorhin kam auch endlich der Anruf des Taxi-Unternehmens, welches ihn ab Freitag die nächsten zwölf Monate jeden Morgen abholen und nachmittags wieder nach Hause bringen wird.

Puh.

Natürlich fiebere auch ich diesem Tag entgegen, ich bin aufgeregt und neugierig, wie es wohl werden wird mit ihm, meinem „ADHS-Käpsele“. Das Loniekind meinte gestern noch, sie will aber nicht ohne ihren Bruder im Kindergarten sein.

Ich weiß, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis wir alle uns an die neuen Umstände gewöhnt haben. Sohnemann besucht schließlich nicht irgendeine Schule, sondern eine Erziehungshilfe-Schule, kurz E-Schule. Diese Schule ist keine Sonderschule im eigentlichen Sinne, obwohl sie für Kinder mit speziellen Bedürfnissen konzipiert ist. Es ist eine Grund-, Haupt- und Förderschule und vermittelt wird der reguläre Lehrplan. Es gibt dort kleine Klassen [maximal 12 Schüler] und einen höheren Betreuungsschlüssel [immer mindestens zwei Pädagogen] innerhalb der Klassen. Außerdem ist der Lehrplan flexibler [es gibt weniger fixe Stundenpläne, dafür haben die Lehrer wöchentliche Lernziele für die Schüler] und die Kinder bekommen sogenannte „Bewegungszeiten“, während derer sie außerhalb der regulären Pausen Zeit und Raum bekommen, um sich auszutoben und zu spielen. Der Tagesplan kann flexibel gestaltet werden, und es werden auch solche Dinge wie „Strategien zur Konfliktlösung“ vermittelt und trainiert.

Diese E-Schule ist eine ambulante Einrichtung, und Sohnemann wird jeden Tag bis 16:15 Uhr dort sein, nur Freitags ist schon um 14 Uhr Schluss. Er wird dort Lernen, Spielen, Pausen verbringen, Hausaufgaben machen, Essen, Trinken und Kontakte knüpfen. Schulutensilien wie Bücher und Hefte werden in der Schule verbleiben, sprich, die Ranzenschlepperei bleibt ihm vorerst auch erspart.

Während seiner Schulzeit habe ich so gut wie keinen Einfluss auf ihn, daher war die Zusage dieser Schule eine große Erleichterung für mich. Ginge er auf eine normale Grundschule hätte ich, glaube ich, ziemlich viel Angst gehabt, dass er es nicht schaffen und „unter die Räder“ kommen könnte. Nicht zuletzt liegt dies natürlich an meinen eigenen Erlebnissen während der Schulzeit.

Doch auf diese Weise kann ich, trotz der Neugier und Aufregung die ich empfinde, dem Schulstart vergleichsweise gelassen entgegen sehen.

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2 Gedanken zu “Ein Tag bis zur Einschulung.

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