Fünf Jahre.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, an Paps´ Todestag etwas zum Thema zu bloggen, weil mir irgendwie so melancholisch zumute war. Allerdings war ich dann doch zu platt dafür. -.-*

Am 7.8. 2013 war es genau fünf Jahre her, seit mein Bruder und ich am Sterbebett unseres Vaters standen und ihn auf seinem letzten Weg begleiteten. Die Zeit danach ist in meiner Erinnerung wie von einem grauen Schleier umgeben, ich funktionierte irgendwie weil ich es musste, oder zumindest glaubte, es zu müssen. Es dauerte Jahre, bis ich dazu in der Lage war, seinen Tod zu betrauern und so richtig für mich selbst Abschied von ihm zu nehmen. Vermutlich musste ich mir erst einmal selbst über einige Dinge ihn betreffend klar werden.

Ich weiß nicht ob es wirklich „leichter“ wird mit den Jahren, aber ich habe mich irgendwie daran gewöhnt, dass er nicht mehr da ist. Meine Mutter hat schon seit Jahren einen Partner, schließlich haben meine Eltern sich bereits 1994 getrennt.

Natürlich bin ich erwachsen und brauche so gesehen keine Vaterfigur mehr, auch wenn ich mir manchmal denke, dass er sicher eine große Freude mit seinen Enkelkindern hätte.

Da ich selbst Kinder habe, sehe ich vieles was er damals tat heute in einem anderen Licht, so wie es den meisten Eltern gehen dürfte, wenn sie sich selbst dabei ertappen, Dinge zu tun, für die sie ihre Eltern damals gehasst haben. Unter anderem deshalb sehe ich jetzt auch ihn in einem anderen Licht als noch vor einigen Jahren.

Allerdings bedauere ich, dass meine Geschwister und ich uns mit jedem Jahr, das verstreicht, seltener sehen. Der einzige, den ich halbwegs regelmäßig sehe, ist mein zweitältester Bruder, aber auch nur weil er im selben Kaff arbeitet, in dem wir wohnen.

Irgendwie gab es zwischen uns Geschwistern nie wirklich so etwas wie Familienbande. Jeder hat so sein eigenes Süppchen gekocht und war damit auch mehr oder weniger zufrieden. Eine Zeit lang dachte ich zwar, zwischen meinem jüngeren Bruder und mir wäre zumindest ein Stück weit Gemeinsamkeit vorhanden, doch auch hier habe ich mich getäuscht.

Jedoch sehe ich mittlerweile vieles klarer als damals, und ich bin mir sicher, dass er für seine Kinder eigentlich nur das Beste wollte. Seinen Möglichkeiten entsprechend gab er sein Bestes, solange er lebte, und hierfür bin ich dankbar.

R.I.P.

*6. Januar 1938

† 7. August 2008

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