ADHS – eine schier unendliche Geschichte.

Vor einigen Tagen habe ich endlich den Weg zu einem ADHS-Internetforum gefunden. Ich weiß auch ziemlich genau, warum ich es so lange vor mir her geschoben habe.

Was ich dort gelesen habe, bestätigt nämlich die Vermutung, die ich schon seit längerer Zeit habe. Nämlich dass ADHS in meiner Familie weiter verbreitet ist, als ich zunächst angenommen hatte.

Wenn ich einmal alle Faktoren zusammenzähle, die dafür sprechen, dass ich selbst ebenfalls ADS habe, [was die Hyperaktivität angeht bin ich mir nicht sicher], dann ist die nächste logische Konsequenz tatsächlich der Gang zu einem Arzt, der sich auf die AD[H]S Diagnostik bei Erwachsenen spezialisiert hat.

Denn: wenn schon konsequent, dann richtig. Es scheint tatsächlich gar nicht so selten der Fall zu sein, dass die Eltern von ADHS-Kindern tatsächlich auch selbst ADS oder ADHS haben.

Bis vor kurzem dachte ich noch, dieser Zug sei bei mir ohnehin schon abgefahren, da ich mit meinen 34 Lenzen mittlerweile gelernt habe, damit zu leben, und meinen Alltag ohne medikamentöse Hilfe zu bewältigen. Natürlich erfordert dies Strategien, und die konsequente Umsetzung und Einhaltung dieser Strategien.

Eine davon ist zum Beispiel, dass ich mir alles – wirklich alles – aufschreibe. Meine Alltags-Überlebensausrüstung hängt in der Küche und besteht aus einigen recht praktischen Erfindungen namens Terminkalender, Notizblock und Kugelschreiber. Ohne diese Dinge wäre ich vollends aufgeschmissen. Weil mein Hirn einfach absolut nichts an „vorbeifliegender“ Information behalten will.

Eine weitere Strategie heißt: möglichst wenige Spontaneitäten. Es lässt sich im Leben mit Zweischicht-Dienst arbeitendem Partner und zwei Kindern im Kindergartenalter natürlich nicht ganz vermeiden, aber ich versuche es auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Alles andere wirft mich dermaßen aus der Bahn, dass an einen geregelten Tagesablauf nicht mehr zu denken ist.

Meine Jahrzehnte andauernde Unfähigkeit, mich in Stress-Situationen vernünftig zu artikulieren, habe ich mittlerweile ich sag mal nahezu gänzlich ablegen können. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass man mit den Jahren nicht mehr so leicht aus der Fassung zu bringen ist, und es somit leichter fällt, gelassen zu bleiben. Aber ich glaube, speziell im alltäglichen Umgang mit Kindern und Partner, den Menschen die mir besonders nah stehen, ist noch eine Verbesserung möglich. Weil gerade diese wenigen Menschen, die mir emotional nah genug stehen um mich auch wirklich „berühren“ zu können, bringen mich nach wie vor immer wieder aus der Fassung.

Ab zur nächsten Baustelle!

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