Archiv für den Monat Mai 2013

ADHS – eine schier unendliche Geschichte.

Vor einigen Tagen habe ich endlich den Weg zu einem ADHS-Internetforum gefunden. Ich weiß auch ziemlich genau, warum ich es so lange vor mir her geschoben habe.

Was ich dort gelesen habe, bestätigt nämlich die Vermutung, die ich schon seit längerer Zeit habe. Nämlich dass ADHS in meiner Familie weiter verbreitet ist, als ich zunächst angenommen hatte.

Wenn ich einmal alle Faktoren zusammenzähle, die dafür sprechen, dass ich selbst ebenfalls ADS habe, [was die Hyperaktivität angeht bin ich mir nicht sicher], dann ist die nächste logische Konsequenz tatsächlich der Gang zu einem Arzt, der sich auf die AD[H]S Diagnostik bei Erwachsenen spezialisiert hat.

Denn: wenn schon konsequent, dann richtig. Es scheint tatsächlich gar nicht so selten der Fall zu sein, dass die Eltern von ADHS-Kindern tatsächlich auch selbst ADS oder ADHS haben.

Bis vor kurzem dachte ich noch, dieser Zug sei bei mir ohnehin schon abgefahren, da ich mit meinen 34 Lenzen mittlerweile gelernt habe, damit zu leben, und meinen Alltag ohne medikamentöse Hilfe zu bewältigen. Natürlich erfordert dies Strategien, und die konsequente Umsetzung und Einhaltung dieser Strategien.

Eine davon ist zum Beispiel, dass ich mir alles – wirklich alles – aufschreibe. Meine Alltags-Überlebensausrüstung hängt in der Küche und besteht aus einigen recht praktischen Erfindungen namens Terminkalender, Notizblock und Kugelschreiber. Ohne diese Dinge wäre ich vollends aufgeschmissen. Weil mein Hirn einfach absolut nichts an „vorbeifliegender“ Information behalten will.

Eine weitere Strategie heißt: möglichst wenige Spontaneitäten. Es lässt sich im Leben mit Zweischicht-Dienst arbeitendem Partner und zwei Kindern im Kindergartenalter natürlich nicht ganz vermeiden, aber ich versuche es auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Alles andere wirft mich dermaßen aus der Bahn, dass an einen geregelten Tagesablauf nicht mehr zu denken ist.

Meine Jahrzehnte andauernde Unfähigkeit, mich in Stress-Situationen vernünftig zu artikulieren, habe ich mittlerweile ich sag mal nahezu gänzlich ablegen können. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass man mit den Jahren nicht mehr so leicht aus der Fassung zu bringen ist, und es somit leichter fällt, gelassen zu bleiben. Aber ich glaube, speziell im alltäglichen Umgang mit Kindern und Partner, den Menschen die mir besonders nah stehen, ist noch eine Verbesserung möglich. Weil gerade diese wenigen Menschen, die mir emotional nah genug stehen um mich auch wirklich „berühren“ zu können, bringen mich nach wie vor immer wieder aus der Fassung.

Ab zur nächsten Baustelle!

Buon Compleanno Julia!

Letzte Woche war etwas stressig, hatte gleich zwei Torten für einen Geburtstag zu machen, eine davon auch noch quasi „Premiere“ weil ein Klavier hab ich bis dato noch nie gebacken.

Aber ich finde, dafür ists mir ganz gut gelungen. Ich mag es. ❤

Das Herz war jetzt nicht sooo super-anspruchsvoll, aber das war auch ganz gut so, eine zweite Premiere hätte mich wohl vollends ins Schleudern gebracht.

Aber seht selbst.

compleanno2-gross-wordpress

compleanno3-gross-wordpress

compleanno-gross-wordpress

compleanno-herz-gross-wordpress

Der Alltag und noch mehr Entscheidungen.

Die Kinder kränkeln unmotiviert vor sich hin, Loniekind hat sich zu allem Überfluss letzte Woche eine Zecke eingefangen, dabei hat sie noch keinen Impfschutz weil ihre erste FSME-Impfung erst zwei Wochen zurückliegt und die nächste erst in zwei Wochen geplant ist. *hmpf*

Aber du kannst sie ja nicht zuhause einsperren, nur weil wir das Pech haben, hier in einem Risikogebiet zu wohnen.

Sohnemann ist erkältungsbedingt arg weinerlich, aber so richtig krank ist er auch nicht; zumindest nicht krank genug, als dass es möglich wäre, ihn etwas zur Ruhe zu kriegen. *grml*

Und nebenbei bemerkt, mir hängt diese ganze ADHS-Thematik derart zum Halse raus, das kann sich kein Mensch vorstellen.

Er lernt nach wie vor irre viel dazu seit er MPH  nimmt, macht in vielen Belangen riesige Fortschritte, in anderen allerdings nicht so sehr, und ich merke, wie sich langsam aber stetig jene Themen herauskristallisieren, die noch zusätzlich nach Aufmerksamkeit verlangen. Seine Schwierigkeiten, innerhalb einer großen Gruppe zu agieren, und die Tatsache, dass er im September eingeschult werden MUSS, weil er den Input schlicht braucht, verlangen nach einer besonderen Schule für ihn.

Und damit wären wir wieder bei der Frage aller Fragen: Was ist das kleinere Übel? Der [zumindeste temporäre] Verlust seines Freundeskreises aufgrund Einschulung in einer E-Schule [10 km von hier entfernt], allerdings hätte er dort um Längen bessere Lern- und Betreuungsverhältnisse. Oder doch lieber hier einschulen, zugunsten des Kontakts zu den gleichaltrigen Kiga-Kumpels, damit allerdings das Risiko eingehen, dass er sich nicht durchsetzen kann bzw. sich in Richtung Underachiever bewegt?

Eltern-Infoabend: Ich bin doch kein Heini!?

Übermorgen findet in der Kita eine Veranstaltung zum Thema „Ich bin doch kein Heini!? – Kinder stark machen gegen sexuellen Missbrauch“ statt.

Voraussetzung hierfür ist, dass zumindest ein Elternteil an dem dazugehörigen Eltern-Infoabend teilgenommen und sein Einverständnis erklärt hat, dass das Kind an der Veranstaltung teilnehmen darf. Dieser Eltern-Infoabend fand heute statt.

Natürlich war ich schwer neugierig auf diesen Infoabend, schließlich hört und liest man ja so viel, und man möchte seinen Kindern so viel wie möglich mit auf den Weg geben, um sich selbst schützen zu können.

Vorab: Es geht in erster Linie darum, Kinder stark zu machen, und nicht, sie einzuschüchtern, daher wird darauf verzichtet, ihnen vor etwas oder jemand Angst zu machen.

Es wurde in allen Einzelheiten erklärt, was für Situationen durchgespielt werden, und was genau trainiert wird.

Drei Fragen ziehen sich durch das gesamte Training:

– Gutes oder schlechtes Bauchgefühl?

– Wissen Mama und Papa, wo ich bin?

– Komme ich hier immer weg?

Das mit dem Bauchgefühl fand ich mit am Spannendsten, da „uns Erwachsenen“ dies in mühevoller Kleinarbeit von unseren Eltern aberzogen wurde. Uns wurde beigebracht, zu allen höflich zu sein, „weil das gehört sich ja so“, und zwar egal ob wir da gerade Lust drauf hatten oder nicht.

Diese Veranstaltung geht da andere Wege: es sei zwar natürlich wichtig und richtig, dass den Kindern eine gewisse Erziehung angedeiht, allerdings ist es mindestens genauso wichtig, dass man den Kindern zB erlaubt, selbst zu entscheiden, ob sie Oma/Opa/Onkel/Tante/wemauchimmer einen Kuss geben, sich umarmen lassen oder sonstigen direkten ich sags mal vorsichtig „Körperkontakt“ wünschen.

Die Eltern werden ermuntert, auch mal ein „Nein“ vom Kind zu akzeptieren, einfach damit das Kind begreift, dass auch seine Bedürfnisse wichtig sind und wahrgenommen werden.

Ich find das super und bin gespannt, was Sohnemann übermorgen nach dem Kiga zu erzählen hat.

Hier gibts mehr Info:

http://behaupte-dich.de/programme/heini.htm

Iron Throne Cake

Tadaa:

iron throne cake 3-bymichi

 

iron throne cake 2-bymichi

 

iron throne cake seite-bymichi

 

iron throne cake seite2-bymichi

Meinem Bruder sind schier die Augen rausgefallen, so hat er sich drüber gefreut. :> Er wollte ihn auch am liebsten gar nicht anschneiden, hats dann aber doch gemacht, und war natürlich nicht nur schön, sondern auch seeeeehr lecker.

Nachträgliche Geburtstagsüberraschung lvl. like a boss.

How to make a violin cake vol. 2

Masse [nach Belieben] anschlagen, backen, auskühlen lassen & aus den Formen lösen. Hier: Öl-Sand-Masse, 1 x Kastenform, 1 x Springform [ca. 28 cm], 1 x Tortenring [ca. 23 cm]
Masse [nach Belieben] anschlagen, backen, auskühlen lassen & aus den Formen lösen. Hier: Öl-Sand-Masse, 1 x Kastenform, 1 x Springform [ca. 28 cm], 1 x Tortenring [ca. 23 cm]
Kapsel [2 & 3] jeweils 2 x durchschneiden.
Kapsel [2 & 3] jeweils 2 x durchschneiden.
Unter Zuhilfenahme des Tortenringes Kapsel [2] zurechtschneiden.
Unter Zuhilfenahme des Tortenringes Kapsel [2] zurechtschneiden. Oberste Scheibe der Kapseln [2 & 3] [mit Oberseite nach unten] auf das Blech legen.
Mit Buttercreme nach Geschmack füllen. Hier: Vanille.
Mit Buttercreme nach Geschmack füllen. Hier: Vanille.
Mit Hilfe eines an einer Ecke aufgeschnittenen Gefrierbeutels spiralförmig rote Konfitüre [passiert] wie zB Himbeer oder Ribisel eindressieren.
Mit Hilfe eines an einer Ecke aufgeschnittenen Gefrierbeutels spiralförmig rote Konfitüre [passiert] wie zB Himbeer oder Ribisel eindressieren.
Torte fertig füllen: immer jeweils Buttercreme aufstreichen & spiralförmig Konfitüre eindressieren.
Torte fertig füllen: immer jeweils Buttercreme aufstreichen & spiralförmig Konfitüre eindressieren. Zum Schluss die Unterseiten der runden Biskuitkapseln [2 & 3] mit der glatten Seite nach oben auflegen.
Schablonen für Zargen auflegen und mit einem spitzen Messer ausschneiden. Bügel ggf. nachbessern.
Schablonen für Zargen auflegen und mit spitzem Messer ausschneiden. Bügel ggf. nachbessern.
Korpus mit Buttercreme einstreichen. Hals aus der kastenförmigen Kapsel [1] ausschneiden.
Korpus mit Buttercreme einstreichen. Hals aus der kastenförmigen Kapsel [1] ausschneiden. Abschnitte der eckigen Biskuitkapsel für Saitenhalter und Hals aufbehalten.
Korpus ist nun eingestrichen und mit weißem Rollfondant eingedeckt.
Korpus ist nun eingestrichen und mit weißem Rollfondant eingedeckt.
Hier die Seitenansicht schön im Detail.
Hier die Seitenansicht schön im Detail.

Saitenhalter einstreichen und mit schwarzem Rollfondant eindecken.

Saitenhalter einstreichen und mit schwarzem Rollfondant eindecken.
Notfalls ein Lineal auflegen und schön gerade schneiden.
Fehlendes Halsstück aus Biskuitresten zurechtschneiden, notfalls ein Lineal auflegen und schön gerade schneiden.
Das noch fehlende Stück vom Hals einstreichen und ansetzen.
Das noch fehlende Stück vom Hals einstreichen, ansetzen und ebenfalls mit schwarzem Rollfondant eindecken. Danach den noch weißen Korpus mit brauner Lebensmittelfarbe anpinseln. Die holzähnliche Maserung entsteht durch längs geführte Pinselstriche.
Saiten & restliche Details  befestigen.
Saiten, Steg, Wirbel, Wirbelkasten sowie Schnecke und Untersattel befestigen.
Fehlen nur noch die Blumen.
Fehlen nur noch die Blumen.
Et voilâ.
Et voilà.

Methylphenidat – warum eigentlich nicht?

Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, bin ich lange Zeit eine strikte Methylphenidat-Gegnerin gewesen. Wir haben wirklich alle Alternativen ausgeschöpft, und erst als die Situation für alle [!] Familienmitglieder unerträglich wurde, inklusive Sohnemann [der von allen am meisten darunter litt weil er ständig von uns eins auf den Deckel bekam, weil wir selbst irgendwann permanent gereizt waren], rang ich mich dazu durch, eine medikamentöse Behandlung in Betracht zu ziehen.

Generell bin ich auch jetzt noch eher skeptisch bei Medikamenten, die an Kinder verabreicht werden.

Sohnemanns ADHS ist mittelschwer, sprich es schränkt seine Konzentration massiv ein [Konzentrationsspannen von im schlimmsten Fall wenigen Sekunden sind regelmäßig der Fall!] und er wird spätestens in der Schule bedingt durch Frust einen massiven Verlust seines Selbstwertgefühls erleiden.

Natürlich gibt es auch schwächere Ausprägungen, denen man auf andere Weise und mit viel „Geduld und Spucke“ beikommen kann.

Allerdings glaube ich, dass schon allein der Verdacht auf ADHS und die Angst vor einer möglichen Methylphenidat-Empfehlung und die dadurch verursachte [befürchtete] soziale Ausgrenzung [Vorurteil: Unfähige/bequeme Eltern] etliche Eltern davon abhält, diesem Verdacht nachzugehen.

Und dann gibt es noch das Eltern-Ego. „Wir schaffen das ohne diese Drogen, sowas brauchen wir nicht. Wir sind sorgende und fähige Eltern und können das [im schlimmsten Fall] ohne Hilfe schaffen.“

Man hat natürlich Angst, ob man dem Kind dadurch unter Umständen langfristig schadet. Diese Angst ist realistisch, immerhin: „man hört doch so viel“, das Medikament unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz, und überhaupt gibt es viel zu wenige Langzeitstudien in diesem Bereich.

Das sehe ich genauso. Und – wenn irgendeine Möglichkeit besteht, dem Kind anders zu helfen, dann muss man es zumindest versuchen. Allerdings, falls wirklich nichts fruchtet [Sohnemann ist seit Monaten im zB im Taekwondo nicht seinen Fähigkeiten entsprechend weitergekommen, hat nur gesehen, wieviele andere Kinder  schon die ersten Prüfungen machen durften, und er schaffte es kaum einmal, eine Stunde lang durchzuhalten, ohne mindestens einmal rauszufliegen oder zumindest ermahnt zu werden], dann muss man sich als sorgendes Elternteil, schon allein im Interesse des Kindes und dessen seelischer Gesundheit, überlegen, ob nicht doch wenigstens über einen gewissen Zeitraum hinweg eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein könnte.