Sohnemann kann – und was es mit dem Rest der Familie macht. Teil 2: Mama.

Ich bin sowas von erleichtert, das könnt ihr euch überhaupt nicht vorstellen. Klar ich hätte es lieber ohne Medis in den Griff bekommen, aber lieber so als weitermachen wie bisher.

Vor einer Weile schrieb ich bereits, dass der Sohn sich seit Beginn der Medikamentgabe charakterlich nicht verändert hat. Er ist nach wie vor extrem neugierig, regelrecht wissensdurstig, will überall mitmachen und -helfen, und ist sogar gefühlt kreativer und auch motorisch viel geschickter geworden. Sprich er ist nach wie vor sehr agil. Außerdem wirkt er generell entspannter und auch selbstsicherer auf mich. Einfach „nur“ weil sein Hirn die Impulse plötzlich korrekt verarbeiten kann.

Für mich ist es insofern eine große Erleichterung, da ich nun auch mal Anweisungen geben kann, denen er [länger als drei Sekunden] zu folgen in der Lage ist, und nicht beim nächsten Gedanken den Kopf wieder „in den Wolken“ hat. Ich muss ihn nicht mehr ununterbrochen im Auge behalten aus Angst, dass er mir plötzlich unvermittelt auf die Straße rennt, weil er seine Gedanken nicht sortiert kriegt.

Erstmals erlebe ich meinen Sohn, wie er „dabei“ ist, so richtig mit seiner ganzen Konzentration, und es auch schafft, länger als fünf Minuten dabei zu bleiben.

Es macht auch mir plötzlich wieder viel mehr Spaß, etwas mit ihm zu unternehmen, weil er nicht mehr im Fünfminutentakt die Art der Beschäftigung ändert, wenn ich gerade erst richtig angefangen hab.

So gesehen, war DAS glaube ich so mit das Anstrengendste. Dass man sich bei ihm auf nichts richtig einstellen konnte, und immer, wirklich un-unterbrochen, gedanklich in Hab-Acht-Stellung sein musste, um notfalls sofort einzugreifen und so eine [unnötige] Eskalation abwenden zu können.

Wie anstrengend das wirklich war, erlebe ich wenn ich mal am Wochenende, wenns eigentlich nicht so tragisch ist, die Tablette weglasse. Es ist der reinste Eiertanz und die Kinder [beide!] sind gleich so viel anstrengender und kräftezehrender, dagegen ist ein Tag mit Sohnemann, wenn er eine Medikinet genommen hat, der reinste Frühlingsspaziergang.

Ich bin froh, dass wir  diesen Schritt gegangen sind, nicht nur wegen der gefühlten eigenen Erleichterung, sondern ebenso weil Sohnemann so viel zufriedener erscheint.

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