Berzwerkerin. Mein kleines, großes Mädchen.

Momentan dreht sich hier viel um Sohnemann. Das merkt natürlich auch das Töchterchen. Und, um ehrlich zu sein, es passt ihr erwartungsgemäß überhaupt nicht in den Kram.

Sohni macht einen Schwimmkurs. Töchterchen findet das toll und will auch, so wie sie alles, was ihr Bruder macht, erst mal toll findet und auch will. Das Spielchen hab ich zweimal mitgespielt, als es darum ging dass sie auch Taekwondo anfangen wollte, allerdings hat sie es sich zweimal wieder „anders überlegt“ bzw. hatte dann Angst vorm Trainer und den vielen fremden Kindern, so dass ich beschloss, es wieder zu beenden.

Nun, mit dem Schwimmkurs entwickelt es sich ganz ähnlich, natürlich will sie auch mitmachen. Allerdings kenne ich meine Pappenheimer, und weiß genau, wenn ich sie auch dort angemeldet hätte, dürfte ich zweimal Kursgebühren zahlen und hätte am Ende zwei Kinder, die immer noch nicht schwimmen können, weil sie während der Schwimmstunde viel zu sehr damit beschäftigt waren, sich gegenseitig aufzustacheln und den Unterricht zu stören. Deshalb macht Töchterchen eben nächstes Jahr ihren Schwimmkurs. Reicht ja.

Ansonsten macht sie derzeit einen gewaltigen Entwicklungsschub durch. Und wir mit ihr. Vor wenigen Wochen wurde sie sich der Endlichkeit allen Lebens bewusst. Sprich, wenn alle Menschen und alle Tiere sterben, dann bedeutet das in weiterer Konsequenz, dass Papa und Mama auch mal sterben, und sie selbst auch. Das macht ihr schwer zu schaffen. Ferner stellt sie Fragen zum Kinderkriegen [beim Machen sind wir noch nicht angelangt, aber bis dahin dürfte es nicht mehr allzu lang dauern] und allerlei anderer „Erwachsenenthemen“.

Das ist natürlich ganz schön viel auf einmal, wenn man sich plötzlich darüber klar wird, dass man selbst irgendwann einmal sterben muss. Dazu kommt, dass ihr Bruder sehr viel Aufmerksamkeit bekommt [was sich allerdings mit den Medis spürbar gebessert hat, da ich mittlerweile nicht ständig meine ganze Aufmerksamkeit auf ihn richten muss], und es kotzt sie nach wie vor mächtig an, dass sie die Kleinere von beiden ist. So fragte sie mich vor einiger Zeit erbost, warum eigentlich nicht sie „zuerst geboren werden durfte weil sie will nicht immer die Kleinere sein“. Tja. Klarer Fall von dumm gelaufen. Ich versuchte es ihr zu erklären, ich glaube sie hat es auch soweit verstanden, aber es käst sie trotzdem an.

Und so haben wir momentan tägliches Drama, wovon sich der Hauptteil – natürlich, wann sonst – abends abspielt, vorzugsweise vor dem Zähneputzen. Da wird das Kind zum Berserker, und geht auf wirklich alles los, was sich ihr in den Weg stellt. Da muss man schon mal das Kind in die Zange nehmen um es davon abzuhalten, das Kinderzimmer zu verwüsten, oder wahlweise sich selbst oder einen von uns zu verletzen. Berserker eben. Und genauso plötzlich wie es kam ist das Gewitter dann irgendwann wieder vorüber, und das Kind ist wieder ansprechbar.

Ich liebe sie.

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