Von fünfjährigen Prinzessinnen und anderen Naturgewalten.

Das Töchterchen befindet sich derzeit in einer interessanten Entwicklungsphase. Umgangssprachlich wird diese Phase auch „Trotzphase“ genannt, oder auch [eine weniger populäre Bezeichnung]: kleine Pubertät.

Wir haben täglich Zähneputzdrama. Entweder diskutiert der Große und erklärt uns, warum er wieder mal keinen Bock auf Zähneputzen hat, oder seine Schwester ist auf Konfrontationskurs. Beides hält sich etwa die Waage. Der Sohnemann lässt sich meist auf die charmante, humorige Weise überreden, das Töchterchen aber ist stur. Grundsätzlich erkennt man ihre Grenzensuch-Eskapaden daran, dass sie immer genau den Gegenstand oder die Person haben möchte, welche gerade nicht verfügbar ist. Gibt man ihr in dieser Situation den kleinen Finger, nimmt das „Ich-will-Drama“ seinen Lauf. Und falls nicht beginnt es übrigens auch, nur etwas früher.

Ich war also gestern gerade dabei, mit dem Töchterchen unseren alltäglichen Zähneputz-Kampf auszufechten. Sie will dies, sie will das, sie will alles, nur nicht Zähneputzen. Das Kind brüllt und tobt und tritt nach mir, sie windet sich und zappelt, und versucht irgendwie freizukommen. Nachdem sie mir mit ihrem Filly-Kuscheltier wenige Minuten zuvor über die Schulter eins [mitten aufs Aug!] übergezogen hatte, habe ich es in meiner grenzenlosen Dreistigkeit aus ihrer Reichweite befördert.

Plötzlich steht Sohnemann in der Tür. „Mamaa… kannst du mir kurz helfen?“

„Äh. Nein.“ Seine zappelnde Schwester festhaltend nicke ich zu ihr herab. „Du siehst schon dass ich gerade mit deiner Schwester beschäftigt bin, oder?“

Tochter derweilen: „FILLLLLYYYYYYYYYY!drölf ICH WILL MEIN FILLYYYYYYYYYY UÄÄÄÄÄÄÄHHHHHHH FILLYYYYYYYYYY!“

Sohnemann in nörgeligem Ton: „Kann die mal aufhören?“

„Sag ihr das.“

Sohnemann zieht ab. Ich glotze hochkonzentriert an die Decke vom Bad und versuche, die Ruhe zu bewahren und gleichzeitig das sich immer noch in meinem Griff windende Kind daran zu hindern, weder sich selbst noch mich zu verletzen als plötzlich…

Stille.

*Mooooment…*

Ein Blick zur Tür verrät mir dass Sohnemann wieder da ist, und als ich das Töchterchen ansehe  erkenne ich auch, was er mitgebracht hat. Das Filly. *seufz*

Einmal Autorität untergraben bitte. Ja ich weiß, er meint es nur gut und wollte mir dabei helfen, das Töchterchen ruhig zu bekommen. Aber irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt.

Also, wenn DAS die kleine Pubertät ist, wie wird sich das Mädel dann aufführen, wenn sie tatsächlich anfängt, erwachsen zu werden?

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