Thank you, dear friend, for teaching me this lesson.

Ich tappe ja grundsätzlich erst mal in jede Falle die mein Leben für mich bereithält. Es sei denn, ich bin schon etwa drölfzigmal, mindestens jedoch einmal, reingetappt und erkenne sie bereits von Weitem.

So. Gerade das Zwischenmenschliche ist stellenweise wirklich Neuland für mich. Natürlich nicht alles, aber vieles. Dinge wie Freundschaften an sich, davon habe ich mich den Großteil meines Lebens weitestgehend ferngehalten. Zuviel Nähe und Konfliktpotenzial und so.

Nun gab es natürlich hie und da immer wieder mal Frauen, die man durchaus als Freundin hätte bezeichnen können. Irgendwie habe ich es allerdings immer sehr erfolgreich zustande gebracht, diese Freundinnen [oft nach jahrelanger guter Freundschaft] wieder zu vergraulen. Aber irgendwie nie mutwillig. Auch wenn ich mittlerweile mit zweien wieder in freundschaftlichem Kontakt stehe.

Jedenfalls weiß ich seit einiger Zeit, warum man sich niemalsnimmernicht, wirklich unter absolut keinen Umständen jemals in eine Beziehung einmischen sollte, auch und besonders dann nicht, wenn sich die Freundin bei dir ausheult. Okay, von einigen wirklich schlimmen Extremfällen mal abgesehen.

Weil ansonsten nämlich Folgendes, wie mir kürzlich, passieren könnte:

Wie oben beschrieben, Freundin heult sich aus, Kerl is ein Arsch und überhaupt warum hat sie eigentlich nicht schon längst mit ihm Schluss gemacht. Zu sehr ins Detail gehen möchte ich nicht, beide sind jenseits der 30, nicht verheiratet und es gibt ein gemeinsames kleines Kind. So weit eigentlich ganz gut.

Wäre diese Beziehung ein Mensch, würde ich als Laie diesen Menschen als Bipolar bezeichnen. Auf himmelhohes Jauchzen folgt tiefste Depression. Wieder und wieder und wieder.

In einer depressiven Beziehungsphase hörte und las ich mir ihr Elend durch, und fragte sie, warum sie sich eigentlich wirklich nicht schon längst von ihm getrennt habe. Das wisse sie selbst nicht, antwortete sie.

In meiner Naivität erzählte ich ihr noch leichtfertig [was ich rückblickend besser gelassen hätte] welches Problem ich mit der Vergangenheit ihres Kerls hätte. Hierzu sollte ich sagen, dass ich ja eigentlich erstmal mit ihr befreundet bin, und meistens mit ihm ohnehin nichts zu tun habe, von daher interessiert mich seine Vergangenheit eigentlich herzlich wenig, und ich kann an und für sich ganz gut damit leben, dass es so ist wie es ist. Schließlich muss ich nicht mit ihm unter einem Dach leben.

Beim nächsten Besuch folgte sogleich die Strafe für meinen Leichtsinn. In einer erneuten Hochphase nämlich hatte meine liebe Freundin ihrem Kerl alles erzählt. Inklusive meiner Eröffnung bezüglich seiner Vergangenheit, und er bat mich, ihm über eventuelle Probleme meinerseits die ich mit ihm unter Umständen haben könnte, zu berichten. oÔ

Wenn ich auf eine Situation nicht vorbereitet bin, dann ist das immer recht heikel und kann durchaus hässlich enden. Doch ich habe, für meine Verhältnisse, recht gelassen reagiert, und ihn darüber informiert, dass ich ganz bestimmt zu gegebener Zeit mit ihm darüber reden würde, doch nicht hier und nicht heute. Das reichte ihm erst mal, und wenn es ihm nicht gereicht hätte, dann wärs mir auch schnuppe gewesen, ehrlich gesagt. Ich wollte nicht und deshalb hab ich nicht.

Doch als die liebe Freundin mir vor wenigen Tagen erneut ihr Leid klagte, sah meine Reaktion natürlich ganz, ganz anders aus. Ich wich ihr zuerst einmal aus, und dann hab ich ihr unter Zuhilfenahme der Transaktionsanalyse erklärt, warum ich ihr gerade ausweiche, anstatt ihr zu raten, sich zu trennen.

Es war… gut. Besser als beim ersten Mal.

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