Heikel.

In den letzten paar Jahren habe ich sehr viel herausgefunden, über mich, meine Vergangenheit und meine Familie. Ich habe gelernt, in Situationen der Konfrontation zumindest meistens relativ gelassen zu bleiben, und erst mal Abstand zu gewinnen, anstatt [wie vorher] erst zu schießen [sprich auszuticken] und dann, vielleicht, [aber wirklich nur vielleicht!] zu fragen.

Dies gelingt mir oft, aber sehr zu meinem Leidwesen nicht immer. Es gibt spezielle Situationen, die nach wie vor problematisch für mich sind. Nämlich wenn in meinem Beisein Dinge passieren, die zwar eigentlich ganz normal sind, und ein Stück weit einfach zum Leben dazugehören, die jedoch für mich persönlich aus eigener Erfahrung heraus ein massives Problem darstellen.

Solche Situationen passieren immer wieder mit meinen Kindern, speziell mit meinem Sohn. Es schränkt mich tatsächlich ein. Und eines könnt ihr mir glauben: es kotzt mich an.

Irgendwann habe ich mal angedeutet, dass mein Leben bis sagen wir mal Erwachsenenalter nicht einfach war. Jaja, mimimi, wer hats schon leicht kann man jetzt fragen. Ist mir eigentlich gleich wers leicht oder schwer hatte, ich trage mein Leben mit mir herum und das reicht mir eigentlich, und bis ich mit dem Erlebten klarkomme, habe ich wirklich einiges aufzuarbeiten.

Es ging um Andersartigkeit [Stichwort Zeugen Jehovas], um problematische Familienverhältnisse und persönliche Defizite, die auszugleichen ich allein und ohne Hilfe schlichtweg nicht imstande war.

Während der Grundschulzeit wars eigentlich noch recht einfach, verglichen mit dem, was während der Realschulzeit abging. Wenn du lang genug getriezt, gepiesackt und bloßgestellt wirst dann macht das natürlich was mit dir. Ich für meinen Teil bin ab-so-lut allergisch dagegen, wenn jemand meine Kinder oder eines davon piesackt. Auch, und hier wird es schwierig, wenn das andere Kinder sind. JA ICH WEIß das gehört dazu. Das gehört zu der ganz normalen Entwicklung dazu, weil Kinder das einfach machen, um herauszufinden, was okay ist und was nicht.

Allerdings, wenn in meinem Beisein eines meiner Kinder gepiesackt wird, dann macht das eben auch was mit mir. Und das geht über den normalen „Mutter-beschützt-ihre-Kinder-Instinkt“ weit hinaus. So weit, dass in einer solchen Situation mein Erwachsenen-Ich sich eben mal verabschiedet und ich geradezu panisch reagiere. Fluchtinstinkt. Aggression. Normale Kommunikation ist dann nicht mehr möglich. Ich muss weg, raus aus der Situation, erst mal wieder einen klaren Kopf kriegen.

Dass DAS problematisch wird, wenn ein Pulk Kinder auf dem Hof spielt, und du allein mit den Kindern bist, und keine Ahnung hast wie du in diesem Moment die Situation entschärfen könntest weil eigentlich selbst kaum dazu in der Lage, dich vernünftig zu artikulieren.

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