Wir und ADHS: Vorstellung im Kinderzentrum.

Heute war wieder ein äußerst spannender Tag. Endlich durften wir im Kinderzentrum vorsprechen.

In den letzten Monaten war das Zusammenleben hier zunehmend angespannt geworden, und da ich bei dem auf ADHS spezialisierten Kinderarzt immer wieder vertröstet worden war, und aus Mangel an Alternativen sah ich mich gezwungen, schließlich doch in der Klinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie anzurufen um einen Termin auszumachen.

Das war vor zwei Monaten.

Und nachdem es heute nochmal turbulent zuging, da meine Mutter, welche eigentlich während unseres Termins auf  die Tochter hätte aufpassen sollen, wegen ihrer Diabetes ins Klinikum musste, nahm der Lieblingsmensch sich kurzerhand frei und somit stand dem Gespräch im KiZe nichts mehr im Wege.

Das Zentrum war relativ leicht zu finden, wir waren etwas zu früh dran und mussten daher einige Zeit warten. Doch mit Spielsachen wurde die Wartezeit zumindest gefühlt verkürzt, und einigermaßen pünktlich wurden wir hineingebeten.

Zuerst wurde ein Gespräch geführt über den allgemeinen Zustand vom Sohnemann, seine Stärken und wo die Schwierigkeiten liegen, und warum wir überhaupt hier sind. Natürlich erklärte ich ihr, dass seit geraumer Zeit ADHS im Raum steht und dass wir langsam Gewissheit brauchen, weils einfach nicht mehr so weitergehen kann.

Als nächstes folgte die übliche Prozedur, Messen, Wiegen, verschiedene Bewegungs- und Gleichgewichtsübungen sowie ein kurzes Gespräch der Ärztin mit dem Sohnemann.

Danach durfte er zwei Etagen tiefer einige Feinmotorik- und Logikaufgaben lösen, um herauszufinden, wie es um seine Konzentrationsfähigkeit bestellt ist.

Hier lief es anfangs sehr gut, beide Ärztinnen haben festgestellt dass Sohnemann ein cleveres Kerlchen ist, er sich aber durch seine mangelnde Konzentrationsfähigkeit massiv selbst im Weg steht. Soweit deckt sich alles mit den Aussagen der Erzieherinnen im Kiga, und auch damit was ich zuhause mit ihm erlebe.

Als er mit den Konzentrationsübungen fertig war, ging es wieder eine Etage nach oben zum EEG. Sohnemann hatte keinen Bock mehr und machte auch keinen Hehl daraus. Dennoch ließ er die Prozedur wenn auch widerwillig über sich ergehen, und nach einer weiteren halben Stunde waren wir wieder oben bei der Ärztin, welche uns in Empfang genommen hatte.

Es folgte ein „Abschlussgespräch“ was natürlich nur einige erste Beobachtungen waren, denn es werden noch weitere Termine folgen. Beide Ärztinnen kamen übereinstimmend zu dem Schluss, dass eine Ergotherapie mit Schwerpunkt auf Konzentration für ihn auf jedenfall hilfreich wäre, ggf. mit medikamentöser Unterstützung.

Ich gestehe, noch vor einem Jahr wäre es für mich absolut undenkbar gewesen, überhaupt an diesen Ort zu gehen, geschweige denn zuzulassen dass einem meiner Kinder Medikamente verabreicht werden, um sie, wie sagt man so schön, „ruhig zu stellen“.

Allerdings geht es hierbei nicht ums „Ruhigstellen“ [diese Medikamente sind ja keine Beruhigungspillen sondern Stimulanzien] sondern darum, das Kind zu unterstützen und ihm dabei zu helfen, sein wirkliches Potential zu entfalten.

Da es sich beim Sohnemann um einen mittelschweren Fall von Aufmerksamkeitsdefizit handelt, wird eine unterstützende Medikation angeraten.

Natürlich werden wir nicht gleich damit anfangen; schließlich steht in knapp vier Wochen erst noch der Termin mit dem Psychologen an, zumindest dieses Gespräch wollte ich noch abwarten.

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