Grenzen setzen: Theorie und Praxis.

Der eine oder andere hats vielleicht schon mitbekommen: ich lästere derzeit recht viel über meine Kiddies; das ist nicht wirklich böse gemeint, ich tue es größtenteils augenzwinkernd, einfach weil ich anders vermutlich sehr bald schon durchdrehen würde. Eine Art Galgenhumor, wenn man so will. Oder wie heißt es so schön: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Jedenfalls ist das Setzen von Grenzen hier gerade ein großes und ständig präsentes Thema, da die Kinder [und zwar beide] gerade ununterbrochen dabei sind, ebendiese Grenzen zu erforschen und auf Stabilität zu überprüfen.

Ich dachte mir damals, wenn ich schon Kinder haben würde, dann sollten die altersmäßig nicht allzu weit auseinander sein, dann geht quasi „alles in einem Aufwasch“ und ich muss nicht nochmal von vorn anfangen, wenn das erste „aus dem Gröbsten draußen“ ist. Außerdem haben sie dann immer jemanden, mit dem sie spielen können. Michi halt, pragmatisch wie immer.

Irgendwie ist das ja auch soweit in Erfüllung gegangen. Zwar nicht ganz so, wie ich mir das gedacht hatte, aber gut, ich wollte es so. Und jetzt versuche ich, das Beste daraus zu machen.

Jedenfalls wissen wir, dass Grenzen wichtig sind. Sie geben den Kindern einen vorgegebenen Raum, in welchem sie sich einigermaßen frei und vor allem sicher bewegen können. Für die Grenzen selbst sind – natürlich – in erster Linie die Eltern zuständig, und auch dafür dass diese Grenzen konstant sind und ggf. regelmäßig der Entwicklung des Kindes angepasst werden. Soviel zur Theorie.

Was die Grenzen angeht herrscht hier auch ich sage mal weitestgehend Einigkeit. Ich persönlich versuche mich an folgende Regel zu halten: Nur dann nein sagen, wenn man sich sicher ist, dieses Nein auch wirklich durchziehen und notfalls den Frust des Kindes aushalten zu können. Das führt dazu, dass ich dazu neige, den Kindern ziemlich viel zu erlauben. Natürlich nicht alles, aber ich würde schon sagen, sie dürfen recht viel.

Meine Kind-Frust-Toleranz hängt natürlich von meiner Tagesform ab, und schwankt entsprechend. Weil ich natürlich nicht konstant jeden Tag gleich gute Laune habe, schließlich bin ich ein Mensch und keine Maschine.

Die Praxis sieht derzeit folgendermaßen aus:

Zwei Kinder die momentan permanent auf der Suche nach einer undichten Stelle sind, die ständig versuchen herauszufinden, ob sich die eine oder andere Grenze nicht doch unter Umständen vielleicht um ein, zwei Millimeter verschoben haben könnte. Und gibst du ihnen den kleinen Finger, so sei auf der Hut, eine Sekunde später könnten sie dir den Arm abgerissen haben.

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