Konditoreizeug.

Nun gehöre ich ja seit einer Woche wieder zum berufstätigen Volk. Allerdings arbeite ich nicht in meinem Lehrberuf, sondern in der Snackabteilung. Da werden belegte Brötchen und Butterbrezeln gemacht und so Zeug, aber hey, es ist ein Job und immerhin ists in einer Bäckerei. Nachts arbeiten klappt auch ganz gut, von daher, was will ich mehr.

Allerdings konnte ich mir dennoch den einen oder anderen etwas sehnsüchtigen Blick in die angrenzende Konditorei nicht verkneifen. Doch was ich dort sah, das gefiel mir nicht so sehr.

Gleich vorab: Ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass die Zeiten sich gewandelt haben und dass vieles heute anders läuft als noch zu meiner Lehrzeit, während derer es schon keine Selbstverständlichkeit mehr war, dass man eine solch umfassende Konditorenausbildung genießen durfte wie ich in meinem Lehrbetrieb.

Die „Geiz-ist-geil und alles-muss-rund-um-die-Uhr-frisch-verfügbar-sein“ Mentalität hat natürlich auch von den Bäckereien und Konditoreien nicht halt gemacht. Wir haben Konkurrenz von Tankstellen und Billig-Discountern und somit hat ein Bäcker alle Hände voll zu tun, im Wettbewerb weiterhin bestehen zu können.

Sprich: entweder du vergrößerst oder du machst deinen Laden dicht.

Direkt im Anschluss an meine Gesellenprüfung fing ich in Salzburg in einer Großbäckerei an zu arbeiten. Zuerst in der Konditorei; mit Zwischenstation in Snackbereich und Plunderstraße landete ich später in der Mischerei. Sprich: dort, wo die ganzen Brot- und Kleingebäck-Teige gemischt werden.

Wenn man so will, war es eine komplett andere Welt der Konditorei als diejenige, welche ich während meiner Lehrzeit erfahren hatte. In meinem Lehrbetrieb wurde noch nahezu alles selbst hergestellt, der Chef griff lediglich für Eis und Pralinen auf aromatisierende Pasten und gekaufte Hohlkörper zurück, ansonsten war tatsächlich alles Handarbeit. Er verarbeitete hochwertige Rohstoffe und achtete auf bestmögliche Qualität des Endprodukts.

Und dann, als schönen Kontrast, lande ich in einer Großbäckerei. Natürlich brauchte ich dringend einen Job und daher war mir erstmal alles recht, aber irgendwann merkte ich dann, dass ich zwar vom Tempo her, welches dort an den Tag gelegt wurde, nach einer Eingewöhnungszeit durchaus mithalten konnte, dort aber auf Dauer nicht glücklich werden würde.

Und diese Woche, im Snackbereich, da hatte ich ein Déja-vu. Wie ich so dastand und zur Konditorei rüberschaute, da war mir plötzlich eines klar: DAS ist nicht die Konditorei, in der ich arbeiten möchte. Weil was die machen ist zwar auch mein Beruf, aber ich bin mir ziemlich sicher es ist nicht meine Berufung. Machen könnte ich es sicher für eine Weile, aber ich würde dort kaum glücklicher sein als dort wo ich jetzt bin.

Ich möchte nicht diese viel zu süßen Torten und Kuchen machen die nach nichts schmecken und wenn doch, dann schmeckt alles gleich, nämlich nach Pampe.

Damals, noch zu meiner Lehrzeit, habe ich nie meinen Lehrmeister  verstanden, wenn er Convenienceprodukte so verteufelt hat. Okay, er hat viele andere Dinge auch verteufelt und sich in meinen Augen somit, was Glaubwürdigkeit angeht, selbst disqualifiziert.

Aber mittlerweile sage ich: entweder ich hab einen Konditorenjob, bei dem ich Süßspeisen herstelle von denen ich überzeugt bin sie auch selbst essen zu wollen, oder ich mache die Torten tatsächlich zuhause.

Einen Auftrag hab ich ja schon. ^^

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