Archiv für den Monat Oktober 2012

Home again.

Nun bin ich seit etwas mehr als einem Tag wieder zuhause. Mittlerweile auch kopfmäßig wieder hier angekommen, auch wenn mir diese hardcore-Woche immer noch in den Gliedern sitzt.

Ich hatte eigentlich nicht wirklich etwas anderes erwartet; aber dass es mich  derart schlauchen würde, zumal ich dort einfach nur saumäßig schlecht geschlafen hab, das konnte [oder wollte] ich mir irgendwie nicht in vollem Umfang vorstellen.

Die insgesamt etwa zehn Stunden Autofahrt, die 40 Stunden hardcore-Sitzen und hochkonzentriert dem Redner lauschen und mich idealerweise hie und da auch noch in den Unterricht einbringen, das fordert jetzt noch seinen Tribut.

Die Rückfahrt war sogar noch übler als ich befürchtet habe. Sonneneinstrahlung von schräg links oben, mir hätts fast das linke Ohr gegrillt. Naja, zumindest gefühlt, und das während nahezu den gesamten fünf Stunden Fahrt. Trotz Sonnenbrille, geöffnetem Fenster, Red Bull und anderer Getränke sowie Banänsche sprich Traubenzucker fürs Hirn sowie den Möglichkeiten entsprechend weitestgehend ausgeschlafen. An und für sich kam ich gut voran, trotz ewig-Baustelle bei Augsburg; auf der A8 bei Stuttgart hats dann natürlich doch noch ein Stau sein müssen, und die Fahrt zooooooog sich wie Kaugummi.

Irgendwie schaffte ich es, den Stau hinter mir zu lassen, und irgendwie auch den restlichen Heimweg zu bewältigen; zuhause wurde ich sehr freudig begrüßt, die Kinder hatten viiiiel zu erzählen, und natürlich freuten sie sich dass ich nicht nur mich selbst, sondern auch Spielsachen [für die kleinen Kinder] und lecker Linzerschnitt[ch]en [für die kleinen UND die großen Kinder] mitgebracht hab.

Das Schlachtfeld welches ich am Sonntag in der Küche hinterlassen habe bekam ich am Freitag auf Heller und Pfennig von Eric zurück bezahlt; aber ansonsten habens die Männer soweit ganz gut geschultert, auch wenn natürlich niemand die Mama hier ersetzen kann. 😀

Ich selbst bin auch heilfroh, endlich wieder hier zu sein; natürlich hatte ich ziemlich Bammel davor, was mich wohl erwarten würde, da mein letzter Wifikurs vor etwas mehr als sieben Jahren stattgefunden hat. Außerdem bin ich a) ein ziemlicher Schisshase, was Situationen mit vielen Variablen angeht, und b) bin ich einfach doch mittlerweile, hm, ich glaube ein wenig bequem geworden. Oder alt, wer weiß. 😀 Vielleicht von beidem ein Bisschen.

Abenteuer Salzburg, Tag 5 [vierter und letzter Kurstag – 18.10.12]

Heute wars wieder einmal sehr interessant für mich, aber das war ja zu erwarten. Wie ebenfalls [fast] zu erwarten war, verpackte die gute Frau Sozialpädagogin/Referendin das Abschlussgespräch in eine Gruppenarbeit, welche wir am zweiten Kurstag anfingen und am vierten Kurstag abschlossen.

Ergo nahm ich gegen vier Uhr nachmittags freudestrahlend und gänzlich entspannt mein Zeugnis entgegen.

Allerdings werde ich allem Anschein nach meinen Meisterbrief leider erst im Herbst nächsten Jahres entgegen nehmen können, da dieser tatsächlich nur einmal pro Jahr hochoffiziell „verliehen“ wird, und der diesjährige Termin bereits verstrichen ist. So lautete zumindest die Antwort auf meine Anfrage bei der Meisterprüfungsstelle. Natürlich auch nur vorausgesetzt, ich kann alle Zeugnisse plus Nachweise über eine mindestens dreijährige ununterbrochene Selbständigkeit vorlegen. Aber das kann ich ja, deshalb: null Problemo. Allerdings bekomme ich bis dorthin ein „Meisterprüfungs-Gesamtzeugnis“ ausgestellt, mit dem ich mich auf Jobsuche begeben kann. Ist doch schon mal was.

Eines sei noch gesagt: 

Heute wurde tatsächlich noch im Ansatz die Transaktionsanalyse angesprochen. Natürlich kann man in 30 Stunden Pädagogik nicht alles im Detail besprechen, aber ich finde es sehr erfreulich, dass sich im Bereich Lehrlingsausbildung so viel bewegt hat.

Heute am Abend war ich noch bei einer befreundeten Familie zu Besuch; wir haben uns seit fünf Jahren nicht gesehen; genauer seit dem Tag an dem ich auf der Rückfahrt von Salzburg kurz vor Stuttgart meinen Punto zerlegt hab.

Entsprechend war die Wiedersehensfreude groß, zumindest bei den Großen, die Tochter konnte natürlich nicht wirklich viel mit mir anfangen, sie kennt mich ja nicht wirklich.

Ich hätte noch stundenlang weiterquatschen können, so fein wars, aber beide müssen morgen arbeiten und ich hab ja auch noch was vor. Aber ich hab mir fest vorgenommen: Nächsten Sommer müssen wir das wiederholen, dann nehm ich aber die Kiddies mit. Die wollen eh unbedingt mal nach Salzburg.

Morgen vormittag liefere ich noch meine Unterlagen bei der Meisterprüfungsstelle ab, fahre zu meinem Termin und gegen Mittag mache ich mich auf in Richtung Heimat, schließlich möchte ich am Freitag meine Kinder wieder selbst ins Bett bringen.

Abenteuer Salzburg, Tag 4 [dritter Kurstag – 17.10.12].

Heute wars für mich eher nicht so sehr interessant, weil österreichisches Ausbildungsrecht werde ich vermutlich nicht allzu bald im Berufsleben benötigen. Aber es gehört nunmal dazu, und deshalb kam ich meiner Anwesenheitspflicht nach und passte sogar im Unterricht auf.

Nach dem Kurs war ich dann doch noch schnell im Toys´r´us am Airport, ein paar Mitbringsel für die Kinder besorgen, und für mich einige Lebensmittel einkaufen. Ich muss schließlich gerüstet sein für morgen. ^^

Interessant finde ich beim Pädagogischen Teil des Kurses, dass ich in der Problemlösung sehr schnell Ansätze von Rosenbergs gewaltfreier Kommunikation entdecken konnte.

Dem entsprechend bin ich tatsächlich hellauf begeistert von der Referendin, und mag keine Sekunde des Kurses verpassen.

Morgen ist auch schon der letzte Kurstag inklusive Abschlussgespräch; so schlimm scheints nicht zu sein, nach den Angaben der Referendin schafft es nur ganz selten mal jemand nicht durch das Abschlussgespräch, von daher mach ich mir auch keinen allzu großen Kopf.

Abenteuer Salzburg, Tag 3 [zweiter Kurstag – 16.10.12]

Heute war ich besser vorbereitet, gebracht hats nicht viel; nachmittags holte ich mir doch ein Red Bull.

Der Unterrichts-Stoff war auch am zweiten Tage hochinteressant und spannend; wir machten ein kurzes Persönlichkeits-Profil, welches Rückschlüsse auf unsere eigene Sozialisation zuließ; Man merkt der Referendin ihre jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Jugendarbeit wirklich an, für sie ist das absolute Routine und sie ist tatsächlich – wer hätte DAS gedacht – eine ziemlich gute Menschenkennerin.

War hochinteressant, welche unterschiedlichen Arten der kindlichen Prägung bzw. des Erziehungsstils es gibt, und wie gut oder schlecht die jeweiligen Persönlichkeitstypen zusammenpassen – oder eben nicht.

Natürlich wurde heute nochmal ausgiebigst auf die „Lebenskrise“ namens Pubertät eingegangen, inklusive typische Probleme der Jugendlichen, und auf welche Weise man eine Problemlösung bzw. eine Verhaltensänderung des Jugendlichen herbeiführen kann.

Nach dem Kurs war ich gemeinsam mit meinem Gastgeber noch bei einem gemeinsamen Freund, den ich eigentlich seit meiner Rückkehr in die Heimat nicht mehr gesehen hatte. War ein super-schönes Wiedersehen, unterwegs holte ich mir noch Sushi, das gabs dann zum fröhlichen Wiedersehen und ich muss sagen: lecker wars.

Nun bin ich platt, und freue mich auf den morgigen Tag, weil morgen hab ich nach dem Kurs ausnahmsweise mal nix mehr vor.

Abenteuer Salzburg, Tag 2 [erster Kurstag – 15.10.12].

Nachdem ich mich heute früh total abgestresst hab, um auch ja pünktlich zu sein, und kurz nicht mal gewusst hab wo ich überhaupt hinmusste, nur um dann zu erleben dass sich tatsächlich die Hälfte der Teilnehmer verspäten würde, und die letzte Teilnehmerin mit über einer Stunde Verspätung im Kursraum aufschlagen würde, ging gegen 9 Uhr dann endlich mal der Unterricht los.

Die ersten zehn Unterrichtseinheiten sind überstanden, und wer hätte das gedacht, das war auch noch echt interessant, wenngleich 10 Stunden vollste Konzentration pro Tag schon heftig sind.

Das Positive daran: Der Stoff ist echt super-interessant und selbst wenn ich in meinen ganzen Leben keinen einzigen Lehrling ausbilden sollte, kann ich irre viel mitnehmen, da das Thema Pädagogik recht intensiv bearbeitet wird; zwar mit Schwerpunkt Pubertät, aber es kommen immer mal wieder Fallbeispiele aus dem Kindesalter, und viele Erziehungsrichtlinien sind mit leichten Variationen die gesamte Kindheit über anwendbar.

Nach Mittag musste ich auf ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk zurückgreifen um nicht einzuschlafen, aber nicht weil der Unterricht langweilig war, sondern schlicht weil mein Hirn nach nicht mal der Hälfte des Tagespensums gemeint hat: Nö. Ich mag nimmer. Okay, das lag aber auch an der Tatsache dass ich absolut miserabel geschlafen hatte, in der Nacht mindestens fünf mal wachgeworden bin, nämlich immer dann wenn mich so eine Scheiß-Stechmücke gestochen hat.

Morgen bin ich dann besser vorbereitet. Hoffe ich. Ich nehm mir Traubenzucker mit, und ein paar Bananen und vielleicht bissi Studentenfutter, mal sehen. Und natürlich genug zu trinken, aber heute half das auch nichts mehr.

Dennoch hier noch ein Beispiel für assoziatives Lernen, welches man intuitiv im Kindesalter anwendet, und dann in der Schule per Frontalunterricht in Jahren mühevoller Kleinarbeit wieder aberzogen bekommt.

Ein Zweibein sitzt auf einem Dreibein und isst ein Einbein. Da kommt ein Vierbein und nimmt dem Zweibein das Einbein weg. Das Zweibein schlägt mit dem Dreibein nach dem Vierbein. Und das Vierbein läuft mit dem Einbein vor dem Zweibein davon.

Kann man sich nicht so ohne weiteres merken, oder? Also ich habs nicht mehr zustande gebracht. Wenn man allerdings ein Bild für jeden Begriff hat, ergibt alles plötzlich Sinn. Also, nochmal.

Ein Mensch sitzt auf einem Hocker und isst eine Haxe. Da kommt ein Hund und nimmt dem Mensch  die Haxe weg. Der Mensch schlägt mit dem Hocker nach dem Hund. Und der Hund läuft mit der Haxe vor dem Menschen davon.

Und plötzlich kann man es sich etwas merken, was vorher auf den ersten Blick vollkommener Nonsens gewesen ist.

Erstes Fazit: Macht Spaß, auch wenns echt viel Zeug is.

Abenteuer Salzburg, Tag 1. [14.10.2012]

Nach langer Zeit bin ich heute zum ersten Mal wieder in Salzburg, um ab morgen über vier Tage den Ausbilderkurs zu absolvieren.

Gestern wurden noch Léons Geschenkchen für die Kita-Feier eingepackt, welche er an seinem letzten Geburtstag als Kindergartenkind an die anderen Kinder seiner Gruppe verteilen darf; heute vormittag machte ich noch schnell die Muffins für den Kiga, in der Küche hinterließ ich ein Schlachtfeld [danke fürs Abwasch machen, Eric]; danach hieß es nur noch: Packen, und dann Abmarsch.

Unspektakulär und irgendwie auch wieder nicht, der Abschied war nicht ganz einfach für mich, weil ich ganz genau weiß, dass meine Bagage mir ganz schön fehlen wird. 

Dennoch versuchte ich, ihn möglichst kurz und schmerzlos zu gestalten, und machte mich auf den Weg. Noch schnell vollgetankt und eine Flasche Frostschutz für die Scheiben gekauft, man kann ja nie wissen, und los gings.

Ganz gemütlich in vier Stunden die Strecke zurück gelegt, [ich allein unterwegs, allein mit meinen Gedanken und Erinnerungen] mit einer Pause [Vignette und Warnweste kaufen], heil in Salzburg angekommen, und dann… ja dann…

Dann fand ich die Straße nicht. Blöde Baustellen überall, man glaubt gar nicht wie eine Stadt sich binnen weniger Jahre verändern kann. Jedenfalls kam ich etwa eine Stunde später dann doch noch am Ziel an.

Kaum angekommen, rief ich gleich bei der Familie an um ein Lebenszeichen zu geben, man hat mich nämlich schon vermisst. Es ist irgendwie seltsam, mit den Kiddies zu telefonieren, das hatten wir zum letzten Mal während sie in der Pflegefamilie waren. Irgendwie glaub ich, weiß ich grad nicht so wirklich, was in mir so vorgeht. Das ist alles sehr strange. Chris und die Kinder, sie fehlen mir.

Dennoch wurde ich von meinem Gastgeber lecker bekocht, netterweise kann ich mittlerweile wieder etwas essen das nicht gleich wieder den Weg retour nehmen möchte, und ich fühle mich auch schon wieder gesünder, irgendwie.

Jetzt lass ich noch den Tag ausklingen und beschließe, zeitig ins Bett zu gehen, dass ich morgen früh fit bin.