Die Sache mit der Abhängigkeit.

Aus aktuellem Anlass sah ich mich in den vergangenen Wochen dazu gezwungen, mich sehr genau mit dem Thema Abhängigkeit auseinander zu setzen.

Meine Überlegungen und die Gespräche mit anderen Menschen brachten mich zu folgendem Schluss:

Abhängigkeit ist, zumindest was meine Person angeht, pures Gift für eine Beziehung. Natürlich wählte ich diesen Schritt selbst, niemand zwang mich dazu. Doch ich bin mir sicher, dass ich in diesem Verhältnis der [finanziellen] Abhängigkeit keine Beziehung führen kann, die auf Dauer funktioniert.

Zuerst einmal habe ich schon seit ich siebzehn war, immer mein eigenes Geld verdient. Ganz klar, damals reichte es nicht für eine eigene Wohnung; ich wohnte zu dieser Zeit noch bei meinem Vater. Mit 18 begann ich meine zweite Ausbildung, auch hier reichte das Geld noch nicht um auf eigenen Beinen zu stehen, doch es war okay. Mit 20 hatte ich dann ein Auto, da wurde das Geld immer ziemlich schnell knapp, vor allem die Fahrerei nach Salzburg jedes Wochenende ging ganz schön an den Geldbeutel.

In Salzburg verdiente ich zwar kein Vermögen, schon gar nicht als frisch ausgelernter Konditorgeselle, doch immerhin wars genug um meinen Teil zur gemeinsamen Wohnung und Haushalt beitragen zu können, plus eigenes Auto. Knapp zehntausend Österreichische Schilling waren das [damals noch, vor Einführung des Euro], aber das nur am Rande.

Man gewöhnt sich daran, jeden Tag arbeiten zu gehen, und wer ganz viel Glück hat findet irgendwann eine Stelle in einer Firma, wo man jeden Tag gerne hingeht weil das Betriebsklima passt und man sich mit den Kollegen versteht.

Nach fünf Jahren Wohnen, Arbeiten und Sonstiges in Salzburg kehrte ich zurück in die Heimat, doch sogar dort angekommen und schwanger fand ich recht schnell eine Anstellung; zwar erst einmal auf 400 € Basis, doch daraus ergab sich wenig später die Selbständigkeit.

Und nun sitze ich hier, nach etwa 14 Jahren fast ununterbrochener Berufstätigkeit, als Hausfrau und Mama, und wundere mich, dass ich langsam aber sicher eingehe wie eine Primel.

Das heißt, jetzt wundere ich mich natürlich nicht mehr. Aber mir wurde einfach klar, dass ich dringend wieder anfangen muss, mein eigenes Geld zu verdienen. Nicht zuletzt weil ich aus der Berufstätigkeit auch immer ganz viel Bestätigung und Selbstwert ziehen konnte, und zwar auf eine Art und Weise wie es weder Haushalt noch Kinder und auch nicht der Partner mir geben können.

Und jetzt noch ein anderer Aspekt der mir in diesem Maße überhaupt nicht bewusst war: Abhängigkeit vs. Liebe.

Kann ich jemanden lieben, von dem ich in irgendeiner Form abhängig bin? Ich weiß es nicht, weil ich nicht differenzieren kann, wenn ich in mich hineinfühle. Auch deshalb muss ich hier raus. Damit ich aus dieser großen Breischüssel mit der Aufschrift „Abhängigkeit“ die meines Erachtens wichtigen Komponenten für eine Beziehung wieder herauslesen kann. Zumindest hoffe ich das.

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