spielgesteuert [28.11.11]

Wie vielleicht der eine oder andere von euch weiß oder auch nicht, bekomme ich regelmäßig Besuch von einer Familienhelferin. Was genau die bei uns soll, wissen wir, sie eingeschlossen, bis heute noch nicht, aber wir treffen uns halt einmal die Woche, so etwa, und unterhalten uns ganz angenehm.

Diese Dame lud Chris und mich zu einem vom LRA angebotenen Computer-Workshop ein, für Familienhelfer, Eltern und auch [ältere] Kinder. Unsere beiden sind noch zu klein und blieben daher bei Eric zuhause.

So verbrachten wir heute interessante und durchaus auch lehrreiche dreieinhalb Stunden im Landratsamt. Beantworteten Fragen, spielten Konsolen- und Computerspiele, hörten zu und fragten unsererseits den Referenden die eine oder andere Frage, und versuchten, jeder für sich, etwas aus diesem Workshop „mitzunehmen“.

Da dies mein erster Workshop dieser Art war, wusste ich natürlich zuerst nicht, worauf ich mich einließ. Aber natürlich war ich sehr, sehr neugierig.

Der Referend selbst ist Sozialpädagoge und – natürlich – auch Zocker. Seine beiden Assistenten sind so um die zwanzig und ebenfalls Zocker.

Ohne jetzt zu sehr auf die Details einzugehen, da es definitiv meinen heutigen noch zur Verfügung stehenden Zeitrahmen sprengen würde, möchte ich anmerken, dass mir die Art und Weise sehr gefiel, wie der Referend das Thema an seine [stellenweise computerspielemäßig wirklich „unbedarften“] Zuhörer herantrug.

Kein „Killerspiele“, kein „Amoklauf“, aber auch keine Hetze gegen die ihrerseits „hetzenden Massenmedien“. Er selbst blieb ausnahmslos sachlich, und benannte einen Aspekt, der mir bis dato auf diese Weise noch nicht bewusst war. Natürlich war eines der Themen Kinder, die übermäßig viel Zeit am PC verbringen. Aber, er nannte nämlich ein ganz großes Problem endlich mal beim Namen: dass nicht das Computerspiel ein Kind „kaputt macht“ [vorausgesetzt natürlich, die Eltern achten auf die Altersfreigabe!], sondern dass sich das Kind aus einer unschönen/frustrierenden Realität in eine „schönere“ virtuelle Realität flüchtet, wo es schnell Erfolgserlebnisse bekommt. Wenn also ein größeres Kind/ein Jugendlicher kaum mehr vom PC wegkommt, ist es an den Eltern, sich zu fragen, was eigentlich wirklich los ist, und das Gespräch zu suchen, anstatt pauschal mal zu behaupten „das Computerspiel ist schuld!“ So können die Spielgewohnheiten des Kindes tatsächlich ein Stück weit Indikator  für dessen seelischen Zustand sein.

Im Großen und Ganzen eigentlich nichts neues für jemanden, der ab und an mal sein Hirn benutzt. Doch ich vergesse immer wieder, dass es auch heute noch Menschen gibt, auch in meinem Alter, die mit dem Medium „Computer“ überhaupt aber sowas von nichts am Hut haben.

Langer Rede kurzer Sinn: Diese Jungs haben einen klasse Job gemacht. Sie klären sachlich auf, und suchen einen Weg, dieses Thema betreffend zwischen Eltern und Kindern zu vermitteln, eine Ebene der Kommunikation zu schaffen, und ich für meinen Teil finde, es gelingt ihnen sehr gut.

Daher hier deren webadresse: http://www.spielgesteuert.wordpress.com

Bei facebook sind sie auch, wenns euch interessiert, schauts euch mal an, ich für meinen Teil bin schwer dafür, dass endlich mal jemand „vernünftig“ über Computerspiele aufklärt.

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