Burn Out [Teil 3, 5.3.2011]

Doch ich sah mich in einer Zwickmühle, einerseits mein Wunsch nach Veränderung, das dringende Verlangen aus dieser Situation auszubrechen, andererseits die vielen Menschen die mir vertauten, die mir wieder und wieder halfen, die zu mir hielten, die sich auf mich verließen, und nicht zuletzt der Druck durch die Gläubiger.

Ich wusste, etwas würde ich ändern müssen, um meine – unser ALLER – Situation zu verbessern. Doch von dem Moment an, als ich erstmals die Entscheidung traf, das Unternehmen in den Sand zu setzen, bis ich tatsächlich fähig war, diese Entscheidung auch wirklich bis zur letzten Konsequenz durchzuziehen, dauerte es tatsächlich noch sage und schreibe ein ganzes Jahr.

Doch ich war damit keinen Tag zu früh dran. Ich war nie beim Arzt deswegen, da mir davon abgeraten wurde. Doch ich weiß eines: dieses Mal habe ich den Bogen überspannt, und ich kann von Glück sprechen dass ich so „glimpflich“ davon gekommen bin, und dass es „nur“ ein halbes Jahr dauerte bis ich mich körperlich und seelisch dazu imstande fühlte, mich jeden Tag um meine beiden Kinder zu kümmern. Seitdem sehe ich mich täglich mit den Konsequenzen des Burn Out konfrontiert, und mit der Notwendigkeit Kraftreserven zu mobilisieren, wo einfach keine mehr sind.

Es fällt mir schwer dies zu akzeptieren, und es wird nur sehr langsam leichter für mich, den Tatsachen ins Auge zu blicken, dass ich eben doch nicht „alles“ schultern kann. Dreieinhalb Jahre lang mit dem eigenen Körper Schindluder treiben und sich selbst wirklich alles und noch mehr abzuverlangen, das hinterlässt Spuren. Ich fühle mich nicht als wäre ich drei Jahre gealtert; es fühlt sich an als wären es zwanzig.

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