N#MMER – Das Magazin für Autisten, AD[H]Sler und Astronauten

N#MMER ist ein Magazin für Autisten und AD(H)Sler. Ohne Selbstmitleid, ohne Hokuspokus. Aber mit Themen von uns, für uns, über uns.

Doch N#MMER will mehr. Nämlich aktiv Grenzen zwischen Autisten, AD(H)Slern und neurotypischen* Menschen abbauen, indem das Magazin zeigt wie wir die Welt sehen.

*neurotypisch sind Menschen, die keine neurologischen Besonderheiten wie z.B. Autismus und AD(H)S aufweisen – die Astronauten also, die uns in „unserer Welt“ besuchen

Kategorie: Journalismus
Schlagwörter: ASDADSAspergerJournalismusAutismusADHSMagazinLifestyle
Finanzierungszeitraum: 14.05.2014, 10:09 Uhr bis 20.07.2014, 23:59 Uhr
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ADHS-Logik

Ein sehr treffender Vergleich, wie ich finde.

erzaehlmirnix

 

Ich weiß, dass viele das anders sehen aber als jemand, der sich beruflich sehr ausführlich mit ADHS und der Behandlung dagegen befasst hat, bin ich absoluter Vertreter der o.g. Meinung. Ein Kind mit ADHS wird nie sein volles Potential ausschöpfen können, weil es sich nicht seiner Intelligenz entsprechend konzentrieren kann. Eine gesunde Skepsis gegenüber Medikamenten rechtfertigt m.E. nicht, eine Erkrankung unbehandelt zu lassen und damit das Kind immer zu zwingen sich mehr anzustrengen um weniger zu erreichen.

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Ein Rant. Oder: Wie sieht so ein ADHS-Kind eigentlich aus?

Bzw. woran erkennt man es? Oder woran glauben Außenstehende immer wieder, ein betroffenes oder nicht-betroffenes Kind erkennen zu können? Oder, noch besser, warum glauben immer wieder Menschen, die meine Beiden zu Gesicht bekommen, dass sie auf den ersten Blick oder nach ein paar Stunden Beobachtung beurteilen können, an den Beiden sei doch „alles ganz normal“?

Well…

So ein ADHS-Kind kann sich je nach Schwere der Störung zeitweise durchaus „ganz normal“ verhalten; besonders wenn es rund-um-die-Uhr beschäftigt wird. Wenn Jemand die Zeit, die Energie und auch die Kapazitäten hat, dies auf Dauer zu tun.

Wie es zB immer wieder bei den Grillenings der Fall ist. Irgendjemand findet sich eigentlich immer, irgendein Opfer das es nicht schafft „nein“ zu sagen, und schwups sind zwei Kinder rundum zufrieden.

Ist ja schön und gut. Meine Kinder machen also einen total normalen Eindruck, wenn sie mit sich und der Welt zufrieden sind weil sie jede Menge Abwechslung, Ansprache und Aufmerksamkeit bekommen. Das ist wirklich eine sehr scharfsinnige Beobachtung.

Also wenn jemand zu mir sagt, meine Kinder sähen doch ganz normal aus, oder sie benähmen sich doch ganz normal, dann reagiere ich normalerweise in etwa so, zumindest äußerlich:
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Was dagegen in mir vorgeht… Ich weiß dann nie, was ich sagen soll. Soll ich sagen „hey, cool, jetzt wo du´s sagst, ich wusste doch dass die vielen Ärzte und Psychologen allesamt Scharlatane sind“? Ist jetzt so ziemlich die einzige Antwort, die mir dazu noch einfällt. „Dann kann ich ihn ja jetzt in einer Regelschule anmelden, vielleicht kriegt er den Behinderten-Stempel ja wieder los, nech?“

Oder noch besser: Man lernt sich gerade erst kennen und das Erste was man zu hören bekommt ist „hey, ich find ja dass Kinder keine Medikamente nehmen sollten“ und „du weißt schon dass du deinem Sohn harte Drogen gibst, oder?“

Well…

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Und was passiert nun wenn – was viel häufiger vorkommmt – dies einmal nicht der Fall ist? Weil – stellt euch vor, ganz besonders die „Du gibst deinen Kindern harte Drogen“ Fraktion, jetzt stellt euch mal vor, Eltern haben auch noch so ein, zwei andere klitzekleine Kleinigkeiten um die sie sich kümmern müssen, OBWOHL oder auch gerade WEIL sie Kinder haben und Kinder halt nunmal mehr brauchen als Luft und gaaaaaanz viel Liebe. Und Aufmerksamkeit. Gaaaaaanz superwichtig, Aufmerksamkeit.
Solche Kleinigkeiten die absolut unwichtig sind, das könnte beispielsweise eine Berufstätigkeit sein [jaja ich weiß, wird völlig überbewertet] oder auch sowas wie eine saubere Wohnung, jeden Tag was Sauberes zum Anziehen [hoppla, jetzt wirds  dekadent hier] UND dann wollen die Bälger ja auch noch hin und wieder was essen und das muss man erst kaufen und schließlich muss man es auch noch zubereiten. Puh, ganz  schön viel was?

Also, was könnte in einem solchen Fall passieren? Wir stellen uns vor, da ist ein Kind das ein Problem mit seiner Frustrationstoleranz hat, und außerdem funktioniert dessen Impulskontrolle auch nicht so gut, naja, eigentlich gar nicht. Das heißt, das Kind ist schnell frustriert und obendrein handelt es BEVOR es nachdenkt. Das Elternteil ist [im Idealfall zumindest] gerade zuhause, das Kind will Irgendwas, Elternteil sagt nein oder hat einfach gerade keine Zeit sich drölfzigmal jeden einzelnen Fortschritt beim aktuellen Legomodell anzusehen. Kind wird also abgewimmelt oder auf später vertröstet und das kann [je nachdem, wie der bisherige Tag des Kindes oder – besser – der KindER so verlaufen ist, bereits der Funke sein der das Fass [hier: das Kind] zum Explodieren bringt. Das Kind explodiert also und fängt an zu bocken und dem Elternteil Vorwürfe zu machen [„Du bist blöd, nie hast du Zeit, immer hast du was anderes zu tun, nie spielst du mit mir“ etc pp] es trampelt lautstark schimpfend zurück ins Zimmer, schlägt die Tür hinter sich zu und fängt an, sich selbst zu schlagen/Gegenstände durchs Zimmer zu werfen/Herumzubrüllen/anderweitig zu toben und herumzulärmen. Früher oder später MUSS das Elternteil reagieren, schlicht um zu  verhindern dass das Kind sich selbst verletzt.
À propos selbst verletzt: Wusstet ihr eigentlich dass ADHS-Kinder sich überdurchschnittlich oft verletzen? Der Grund ist schlicht und ergreifend ihre mangelnde Aufmerksamkeit. Sie laufen vor Autos, stürzen mit Fahrrad/Skateboard/Inlinern weil sie entweder schusselig sind oder sich an unverhältnismäßig waghalsigen Manövern versuchen. Das geht mit der Volljährigkeit bzw. mit Erlangen der Fahrerlaubnis direkt weiter. Sie verunglücken häufiger als neurotypische junge Erwachsene mit dem Auto oder Motorrad. Sie unterliegen einer erhöhten Gefahr, später einmal drogensüchtig zu werden, aber das liegt nicht an den Medikamenten [die ein Großteil von ihnen sowieso nie eingenommen hat, weil oft nichtmal eine Diagnostik durchgeführt wurde. Ihr wisst schon, „das wächst sich aus, der ist halt ein bisschen zappelig“] Es liegt vielmehr am veränderten Hirnstoffwechsel und dem dringenden Bedürfnis nach „dem Kick“. ADHS-Betroffene sind Adrenalinjunkies. Sie sind ständig auf der Jagd nach dem größeren, besseren, intensiveren Erlebnis, und deshalb sind sie so anfällig für gefährliche Situationen, Alkohol und Drogen.

Zurück zu den allseits beliebten Alltagssituationen, das Kind hat gerade Besuch eines anderen befreundeten Kindes [was ohnehin bei diesen Kindern selten genug der Fall ist] und es wird langsam Zeit, die Sachen zu packen weil die Mutter des Kindes ist da, um es abzuholen. Beide Kinder wollen aber noch weiterspielen, also fängt das eine an zu bocken, es sagt „ich geh aber nicht mit, ich bleib jetzt hier, genau hier auf die Treppe setz ich mich hin und da bleib ich dann bis du wieder gehst“ und das andere Kind fängt an zu heulen weil, naja, weil halt.

Wieder andere Situation, du sagst dem Kind etwas, und es kann sich das Gesagte nicht merken. Du sagst es wieder, und wieder vergisst das Kind, was du gesagt hast. Wohlgemerkt, es ist wirklich völlig egal worum es sich handelt, es ist einfach für das Hirn bzw. dessen Belohnungszentrum nicht interessant bzw. nicht vielversprechend genug und wird deshalb ausgeblendet. Irgendwann bist du selbst nur noch genervt von der Vergesslichkeit deines Kindes und wirst pampig, maulst dein Kind an, das Kind wiederum hat keine Ahnung, was es nun schon wieder angestellt hat und fühlt sich [zu Recht oder zu Unrecht darüber lässt sich streiten] ungerecht behandelt.

Alltagssituation drölftriepzehn „Nein Kind, es gibt nichts Süßes vor dem Abendessen“, „Nein Kind, die Hausaufgaben werden jetzt fertig gemacht“ oder auch „nein, du kannst nicht heute auf der Stelle bei deinem Freund übernachten“, „wie kannst du Hunger haben, wir haben doch vor einer Stunde erst gegessen?“ oder wie wäre es mit „Doch, die Zähne werden geputzt, gerade eben beim Spielen warst du auch nicht zu müde“, „Das Zimmer wird aufgeräumt bevor du an Tablet/Handy/Computer/Playstation darfst“, „Hör auf zu zappeln“ oder „warum musst du immer dann anfangen zu sprechen, wenn du dir gerade eine Gabel voll Essen in den Mund gestopft hast?“ und „kannst du bitte die Serviette benutzen anstatt Ärmel/Kragen/Handfläche?“

Und das wirklich jedes-verdammte-Mal.

Wir sind alle nur Menschen. Die Kinder genauso wie wir Eltern. Jeder von uns trägt seine eigene Besonderheit und seine eigenen Dämonen mit sich herum.

Wir geben uns größte Mühe. Wir alle. Und auch auf die Gefahr hin, mich jetzt zu wiederholen: Ich möchte, dass meine Kinder körperlich und psychisch gesund groß werden. Ich weiß, ich kann sie nicht vor der Welt da draußen beschützen. Ich kann nur versuchen, sie so gut es geht darauf vorzubereiten.

Meinem Sohn merkt man also nicht auf den ersten Blick an, dass er ADHS hat? Er kann sich soweit einfügen dass man ihn zumindest zeitweise für ein normales Kind hält? Gut so. Dann sind wir auf dem richtigen Weg. Denn das war – und ist auch heute noch – nicht immer der Fall.

Und was die Tochter angeht: Ein Großteil der ADS-betroffenen Mädchen fliegt unterm Radar. Oder was glaubt ihr, warum offiziell so viel mehr Jungs als Mädchen diagnostiziert [und was noch schlimmer ist: warum nur ein Bruchteil der Mädchen behandelt] werden? Weil Mädchen sehr oft die hypoaktive Variante zeigen. Sie sind eher still und introvertiert und bei Weitem nicht so auffällig wie die meisten ADHS-betroffenen Jungs.
Die Tochter ist zwar oft nachdenklich, aber sie kann auch ein echter Wildfang sein. Und ganz nebenbei bemerkt: Mein ADHS-Facharzt meinte einmal zu mir, das war an einem unserer ersten Termine, er wundere sich warum ich jetzt schon [soll heißen, in so jungen Jahren schon] bei ihm sitze; normalerweise würden sich Frauen erst ab der Menopause bei ihm melden, weil erst ab diesem Zeitpunkt der hormonellen Umstellung bei Frauen die wirklichen Probleme begännen.

Tja, bei mir hats halt etwas früher angefangen. Stress, Burn Out, der Tod meines Vaters, meine eigene innere Aggression, das alles waren Faktoren die meine Situation zur Eskalation brachten. Tja. Dumm gelaufen.

Schuljahr geschafft die Zweite

Wie angekündigt nun die aktuellsten Entwicklungen zum Sohnemann.

Vor einigen Wochen hatte er nämlich noch einen Termin in der Klinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie, übrigens beim selben Arzt wie meine Tochter, als ich mit ihr dort vorstellig wurde.
Auch wenn ich mich damals von jenem Arzt nicht sonderlich ernst genommen fühlte, so nahm ich mir seinen Rat dennoch zu Herzen und versuchte zu ändern, was im Rahmen meiner Möglichkeiten lag. Eine Privatschule gehörte bis dato leider nicht dazu, doch wer weiß, vielleicht kriegen wir das ja auch noch hin.
Immerhin trugen die bisher durchgeführten Veränderungen bereits Früchte und schon allein deshalb bin ich mir sicher, dass wir mit ihr auf einem guten Weg sind. Doch zurück zum Sohnemann.

Zuerst einmal war der Sohnemann beim Gespräch mit besagtem Arzt nicht wirklich zugänglich. Er zappelte unablässig, sah den Arzt kaum einmal an und war nicht fähig, auch nur eine der gestellten Fragen sinnvoll und zusammenhängend zu beantworten. Er war einsilbig und stellenweise fast völlig geistesabwesend.
Der Arzt stellte ihm verschiedene Fragen über Schule, Familie, Wohnsituation, Freunde und Hobbies bzw. Interessen. Ihm wurde schnell klar, dass der Sohn tatsächlich einige größere Baustellen hat, woraufhin er ihn bat, einige Sätze auf einem Blatt Papier zu vervollständigen, und ihn hierfür nach draußen schickte.

Als der Sohn draußen war fragte mich der Arzt, ob eigentlich von einem der bisherigen Ärzte jemals der Verdacht auf Asperger-Syndrom ausgesprochen worden war. Ich verneinte, gab allerdings zu Bedenken dass die Lehrkräfte vom Sohn angeregt hätten, diesem Verdacht nachzugehen, da er doch einige der typischen Anzeichen wie bspw. mangelnde Flexibilität bzw. das Beharren auf fest durchstrukturierte Abläufe, ausgeprägte Spezialinteressen sowie motorische und soziale Eigenheiten aufweist.

Also gab er mir zwei Fragebögen für die Diagnostik meines Sohnes mit, einen werde ich wohl gemeisam mit meinem Partner ausfüllen, den anderen gebe ich entweder dem leiblichen Vater oder Sohnemanns Lehrkräften zum Ausfüllen mit.

So viel zum Thema Kinderzentrum, nun will ich noch kurz auf Sohnemanns schulische Leistungen und seine sonstige Entwicklung eingehen.

Wieder einmal hat er ein sehr gutes Zeugnis mit nach Hause gebracht, und wieder einmal hat er eine Eins in Mathe, in Deutsch eine Zwei und sogar sein Schriftbild sowie sein Verhalten während des Unterrichts haben sich während des vergangenen Schuljahres verbessert. Dennoch ist er von einer Rückschulung noch weit entfernt. Falls er überhaupt jemals so weit sein sollte, eine Regelschule zu besuchen.

Gegen Ende des Schuljahres gab es einen Wechsel beim Taxiunternehmen; Sohnemann hat nun einen anderen Fahrer. Soweit alles im Rahmen des Erträglichen, es gibt allerdings drei andere Jungs, die den Sohnemann regelmäßig triezen und ihn regelrecht mobben. Es fing an mit systematischem Heischen nach Sohnemanns Aufmerksamkeit und ging bis zu Verhohnepiepeln seines bzw. unseres Nachnamens [welcher sich hierfür leider ausgezeichnet eignet -.-*]. Diese Sache mit dem Nachnamen ist für mich unglaublich triggernd, da ich selbst exakt dieselbe Sch***e auch während meiner gesamten Schulzeit mitmachen durfte.

Das Mobbing ging so weit, dass Sohni eines Abends am Esstisch saß und meinte, er wolle nie wieder ins Taxi steigen und ob ich ihn in die Schule fahren und auch wieder von dort abholen könne.  Natürlich hakten wir nach und so erfuhren wir, dass Sohni in der Schule von einem Rädelsführer und zwei Mitläuferm regelmäßig gemobbt wurde, woraufhin ich am folgenden Tag in der Schule stand und die Leiterin für Jugendhilfe um ein Gespräch bat.

Ich erklärte ihr die vom Sohn geschilderten Ereignisse woraufhin sie zusagte, den besagten Jungen sowie dessen Eltern ebenfalls zum Gespräch zu bitten.

Nun sind endlich Ferien und einen Lichtblick gibt es für das kommende Schuljahr: Zumindest der Rädelsführer wechselt die Schule und ich vermute und hoffe, dass sich das Mobbingproblem hiermit für uns erledigt haben dürfte.

Zuhause ist alles mehr oder weniger beim Alten; Sohnemann und Tochter sind wie typische Geschwister [Pack schlägt sich, Pack verträgt sich würde meine Oma jetzt sagen] und auch sonst gibt sich der Sohnemann große Mühe, auch wenn er immer noch deutliche Schwierigkeiten beim grundsätzlichen Einhalten von Regeln hat, und auch so manche Umgangsformen und das Einhalten seiner eigenen Zusagen und Versprechen sind für ihn unglaublich schwer, besonders wenn es um Spiele geht, die seine Schwester mit ihm spielen möchte und die nichts mit Kampf oder Panzern zu tun haben. Schrieb ich vorhin nicht etwas von Spezialinteressen? Genau, das wären sie dann. Panzer und Kämpfe aller Art, er kann stundenlang Gefechte durchführen, natürlich inklusive verschiedener Strategien, er baut sich allerlei Einheiten aus Lego zusammen, hauptsächlich Raumschiffe, Raketenstellungen, Raumjäger und-was-weiß-ich-was-noch-alles.
Hin und wieder spielt das Miniweib mal mit, dann müssen aber unbedingt alle Spielregeln [natürlich vom Sohnemann] festgelegt werden, eine zeitlang geht das gut, aber sie besteht natürlich darauf dass irgendwann auch mal sie entscheiden darf, was wie gespielt wird. Und regelmäßig lässt der Sohn sie hängen. Natürlich gibts dann Zank, das Eine Wort führt zum Nächsten und schon – Eltern von Geschwistern kennen das – haben wir das größte Theater hier.

Der ganz normale Wahnsinn eben.

Schuljahr geschafft!

Der vergangene Mittwoch war für meine Kids der letzte Schultag vor den Sommerferien. Die Tochter bekam am selben Tag ihr Zeugnis, der Sohn hatte seines bereits eine Woche zuvor erhalten.

Beide Zeugnisse sind erwartungsgemäß gut ausgefallen, wobei die Tochter es tatsächlich geschafft hat, noch Eins draufzusetzen. Denn dass sie klug ist und über eine gute Auffassungsgabe verfügt wusste ich bereits, und dass sie gute Zensuren haben würde war abzusehen; doch die Beurteilung ihrer Klassenlehrerin war so ziemlich genau das Gegenteil jener Beurteilung, welche sie noch für das erste Schuljahr erhalten hatte.

Im letzten Blogeintrag ging ich bereits darauf ein, was ich zu ändern vorhatte. Und auch wenn ihr Temperament nach wie vor etwas hitzig und das ganze Mädel an sich ziemlich… nunja, eigenwillig ist, habe ich dennoch den Eindruck, dass sie allgemein ein ganzes Stück ausgeglichener und weniger oft frustriert ist.

Ihre Eins in Deutsch rührt nicht zuletzt von den drei Null-Fehler-Diktaten, welche sie im zweiten Halbjahr abgeliefert hatte; Auch im Wochenplan ist sie ganz vorn mit dabei. Genauer gesagt ist sie die Zweitbeste ihrer Klasse. Und ihre Klassenlehrerin ist in ihrem Zeugnis voller Lob über die zuverlässig guten Leistungen meiner Tochter. Die Zwei in Mathe ist auch nur deshalb eine Zwei geworden, weil sie einen Test naja, nicht wirklich verhauen hat, aber der für ihre Verhältnisse untypisch ausfiel. Das war bevor wir anfingen, täglich das kleine Einmaleins zu üben. Mittlerweile ist sie in Mathe auch wieder fit, einen kleinen Durchhänger darf schließlich Jeder mal haben, und über eine Zwei in Mathe darf man sich nun wirklich nicht beklagen. Auch wenn sie, das merkt man ihr an, schon sehr gern die Klassenbeste wäre.

Darf ich jetzt sagen dass ich stolz auf sie bin? Darf man stolz auf etwas sein, das nicht man selbst, sondern das eigene Kind erreicht hat? Ich weiß nicht… ich finde schon. Zumal ich weiß, dass sie sich trotz ihrer Begabungen in vielen Dingen schwer tut. Ihrer Reizfilterschwäche verdankt sie einerseits ihre Einfühlsamkeit, doch auf der anderen Seite kann sie sich auch im Unterricht kaum konzentrieren, wenn im Klassenzimmer ein anderes Kind mit dem Stuhl schaukelt oder anderweitig ablenkende Geräusche verursacht. Ihre Frustrationstoleranz ist auch so eine Sache, und was gibt es über Freundschaften zu sagen… Ihre beste [und einzige] Freundin gibt es noch, die beiden sind nach wie vor miteinander befreundet; doch das Mädel wird voraussichtlich die zweite Klasse wiederholen müssen.
Ich mag nicht schwarzmalen doch ich fürchte, ihre Freundin wird ihr fehlen. Natürlich können sie sich weiterhin treffen, während der großen Pause auf dem Schulhof und nachmittags können sie nach wie vor etwas miteinander unternehmen; Und natürlich werde ich die Freundschaft auch weiterhin unterstützen wenn es irgendwie in meiner Macht steht. Doch wenn sie frustriert ist [was leider sehr schnell passiert] und dann Niemand da ist, der sie tröstet oder ihr gut zuredet… ich weiß nicht ob sie im kommenden Schuljahr weiterhin so stabil bleibt wenn ihr diese eine Freundin fehlt.

Das Einzige was ich wirklich tun kann ist für sie da sein. Oder es zumindest versuchen. Auch wenn ich selbst im Moment auch alles andere als stabil bin. Meine Krankenkasse bezahlt das vom ADHS-Facharzt verschriebene Medikament nicht mehr, und das Ersatzpräparat wirkt nicht so gut wie das ursprünglich verschriebene Elontril.
Der Arzt schlug vor, es in doppelter Dosis einzunehmen, was allerdings fürchterliche Mundtrockenheit als Nebenwirkung mit sich bringt. Aktuell nehme ich es nach kurzer Versuchsphase wieder in der ursprünglichen Dosis von 150 mg und an besonders stressigen Tagen nehme am Nachmittag eine zweite Dosis, doch ich konnte bezüglich der Dosis noch keine finale Entscheidung treffen.

Also bleibt alles vorerst wie gehabt: Die Stabilität innerhalb meiner Familie steht und fällt mit meiner Eigenen und mein Lieblingsmensch ist so ziemlich die einzige Konstante.

[Irgendwie ist das jetzt doch länger geworden als erwartet. Der Sohnemann bekommt also einen eigenen Blogeintrag. Voraussichtlich innerhalb der nächsten Tage.]

Gerade nochmal die Kurve gekratzt

„Wissen Sie Frau U., Kinder die zuhause so viel Unterstützung bekommen wie es bei Ihrer Tochter der Fall ist, denen jemand bei den Hausaufgaben hilft und außerdem darauf achtet, dass die Schulsachen immer vollständig sind, die werden normalerweise erst viel später auffällig als jene Kinder, die mit alldem mehr oder weniger auf sich allein gestellt sind; frühestens ab der dritten Klasse oder noch später.

„Ich würde das auf alle Fälle weiter beobachten und wenn sich die Situation verschlimmert oder es zu weiteren Eskalationen kommt treten Sie auf jeden Fall mit uns in Kontakt.“

So lautet das bisherige Ergebnis der Diagnostik bei meiner Tochter.

Aber alles der Reihe nach.
Bereits im Januar bzw. Februar diesen Jahres hatten die Anamnesegespräche bei der Fachärztin stattgefunden und auch zwei Diagnostiktermine haben wir bereits hinter uns. Nach Analyse der vorliegenden Unterlagen [Zeugnis der ersten Klasse sowie Ergebnisse diverser Tests] fasste der Arzt zusammen, darin stünde bereits alles was man wissen müsste um zu sehen, dass die Tochter bereits während des ersten Schuljahres etliche ADHS-typische Verhaltensauffälligkeiten zeigte.

Nun muss man jedoch bedenken dass ich damals, als meine Tochter eingeschult wurde, vieles noch nicht wusste was ich heute weiß und aufgrund dessen den Tagesablauf nicht gerade optimal eingerichtet habe.
Damals hatte ich zwar den Verdacht, dass sie [wie mein Sohn und ich selbst auch] eine Reizfilterschwäche hat und dass ihr trotzig-provokantes bis aggressives Verhalten nichts anderes als ihre Art und Weise ist, mit Reizüberflutung umzugehen; doch wie bereits erwähnt vermutete ich es nur, ich wusste es nicht mit Sicherheit.
Mit diesem Verhalten eckte sie sehr bald in der Schule und auch im evangelischen Kinderhort massiv an, was mir vollumfänglich erst beim Elterngespräch mit ihrer Klassenlehrerin klar wurde.

Die Tochter wurde im Laufe des ersten Schuljahres immer auffälliger; Irgendwann war ich gezwungen, sie direkt nach dem Mittagessen abzuholen bis nicht einmal mehr das funktionierte. Daher beschloss ich kurz vor Ende des ersten Schuljahres, sie ganz aus der Hortbetreuung herauszunehmen.

Ich fühlte mich schlecht und schuldig, weil ich sie dieser Belastung und diesem ganzen Stress ausgesetzt hatte; Mir wurde klar, dass ich ihre Belastbarkeit völlig falsch eingeschätzt hatte.

Also würde ich nach den Sommerferien so Einiges anders angehen müssen. Künftig würde sie nach der Schule direkt nach Hause gehen, die Hortbetreuung strich ich gedanklich aus der weiteren Planung heraus. Tagsüber würde ich mir wieder mehr Zeit für sie nehmen, speziell bei den Hausaufgaben würde ich sie künftig unterstützen. Weiters nahm ich mir vor, in Zukunft mehr auf ihre Sensibilität einzugehen und ihr nicht mehr so fordernd gegenüber zu treten.

Lang hatte ich denselben Fehler gemacht den so ziemlich Jeder macht, der sie kennenlernt und über einen längeren Zeitraum mit ihr zu tun hat. Durch ihr doch recht aufbrausendes und teils recht forsches Auftreten tritt ihr sensibles Wesen so sehr in den Hintergrund, dass man schon sehr genau hinsehen muss, um ihren Gemütszustand richtig einschätzen zu können. Aus irgendwelchen Gründen war ich zu er Überzeugung gelangt, weil ihr Vieles [zB sich auf etwas zu konzentrieren] so viel leichter fiel als ihrem Bruder, dann müsste das in den sozialen Belangen doch ebenfalls so sein.

Nun sind wir bereits mitten in der zweiten Hälfte des zweiten Schuljahres; das zweite Elterngespräch verlief im Gegensatz zum Ersten durchweg positiv. Tochters Klassenlehrerin meinte, sie habe sich in den vergangenen Monaten in so ziemlich allen sozialen Bereichen stabilisiert, was ich hauptsächlich auf den veränderten Tagesablauf zurückführe sowie auf die Tatsache, dass sich mein eigener Zustand ebenfalls stabilisiert hat.
Sie hat sich mit einem Mädchen aus ihrer Klasse angefreundet, die sie auch außerhalb der Schule regelmäßig trifft; Diese Freundschaft erscheint mir bereits jetzt stabiler als alle vorherigen Freundschaften, die sie mit anderen Kindern geknüpft hatte. Auch mit dem Nachbarssohn, der etwas älter ist als sie, trifft sie sich regelmäßig.
Außerdem ist sie was den Schulstoff angeht ganz vorn mit dabei, laut ihrer Lehrerin hat sie sich eine solide Wissensgrundlage angeeignet und verfügt obendrein über ein gutes Wortbildgedächtnis, was ihr erst vorvergangene Woche zu ihrem ersten Null-Fehler-Diktat verholfen hat.

Zusammengefasst würde ich die Situation folgendermaßen beschreiben: Das erste Schuljahr plus Hortbetreuung hat sie ziemlich überfordert und ihren gesamten Gemütszustand in eine Schieflage gebracht. Die vorgenommenen Veränderungen in ihrem Tagesablauf haben jedoch im zweiten Schuljahr eine deutliche Verbesserung in sämtlichen Bereichen bewirkt. Ich denke wir sind auf einem guten Weg, müssen jedoch darauf achten das richtige Maß zu finden zwischen fordern aber nicht über-fordern.

Was sich verändert hat

Mit diesem Artikel nehme ich an der Blogparade von Rene Pöpperl teil, welche sich mit dem Thema „Die größten Herausforderungen für erwachsene ADSler und wie man sie meistert“ befasst.

Mittlerweile ist seit meiner Diagnose bzw. seit dem Beginn der Einnahme zweier Medikamente über ein halbes Jahr vergangen.

An das Nicht-Vorhandensein des inneren Drucks, der Wut, die mich schon solang ich mich erinnern kann begleitet hat, habe ich mich ziemlich schnell gewöhnt.

Ich muss wohl nicht explizit erwähnen, dass sich dadurch sehr viel verändert hat. Mein Umgang mit anderen Menschen ist ein Anderer; ich werde nicht mehr so schnell wütend, und selbst wenn mich doch einmal etwas aus der Fassung bringt, dann kommt es nicht mehr zum Kontrollverlust wie es davor der Fall war. In solchen Situationen verfliegt der Zorn so schnell wieder wie er gekommen ist.

Mittlerweile kann ich mir nur noch schwer vorstellen wie es war, damals, die ganzen Jahre zuvor. Es war mir schlicht nicht möglich, meine Gefühlslage zu regulieren. Den ganzen Tag kämpfte ich gegen den inneren Druck an; und wenn es dann schlussendlich passierte dass ich explodierte, dann schaffte ich es einfach nicht mehr, mich aus eigener Kraft wieder aus dieser Wut-Spirale zu befreien. Oft habe ich mich – ohne es zu wollen – derart in etwas hineingesteigert bzw. bin so extrem ausgerastet dass ich erst dann aufhören konnte wenn ich völlig erschöpft war und einfach nicht mehr konnte.

Wenn ich das heute zu beschreiben versuche, dann klingt es selbst für mich irgendwie unwirklich, und das obwohl ich ganz genau weiß, dass es sich genau so zugetragen hat. Auch wenn ich mich heute frage wie es passieren konnte, dass mich eine Handvoll alltäglicher Situationen derart in Rage brachte.

Auch mein erster Eindruck mit der verbesserten Selbstwahrnehmung hat sich in den vergangenen Monaten bestätigt. Wenn sich mein Überreizungs-Pegel einem kritischen Maß nähert [was immer noch regelmäßig der Fall ist] dann merke ich es früh genug, um mich aus der Situation zurückziehen zu können. Und selbst dann ist mein Kopf immer noch klar genug um gegebenenfalls im direkten Gespräch dem Gegenüber meine derzeitige Gefühlslage zu kommunizieren.

Auch hier ist selbsterklärend, dass sich hierdurch die gesamte Familiensituation entspannt hat. Bei den Kindern kann ich generell viel gelassener reagieren als es noch vor einem Jahr der Fall war; plötzlich fällt es mir leicht, geduldig zu sein und jetzt, da mein Hirn nicht mehr ununterbrochen vom Zorn vernebelt ist, kann ich meine Gedanken viel besser artikulieren. Meine gesamte Gefühlswelt ist nicht mehr dieses heillose Chaos wie es vor der Medikation der Fall war.

Je mehr Zeit vergeht und je mehr Fortschritte ich mache desto häufiger und vor allem desto dringlicher wird mir bewusst: Ich will nie wieder dorthin zurück wo ich war, als ich mich entschloss, zu diesem ADHS-Facharzt zu gehen. Nie. Wieder.

Ein weiterer, anfangs verstörender Effekt der Medikation: Ich bin was körperliche Nähe angeht regelrecht anhänglich geworden. Davor konnte ich eigentlich die meiste Zeit überhaupt keine körperliche Nähe bzw. Berührungen aushalten geschweige denn als angenehm empfinden. Wenn ich gestresst war konnte bereits eine harmlose Berührung zur Eskalation führen. Abgesehen davon verstand ich den Sinn von Berührungen nicht. Wohl weil ich die meiste Zeit einfach kein Bedürfnis danach hatte.

Vielleicht klingt das jetzt zu überschwänglich für den Einen oder Anderen; speziell da der Großteil meines veränderten Verhaltens auf die Medikation zurückzuführen ist. Aber im Vergleich zu damals fühlt sich mein ganzes Leben heute unfassbar einfach an.

Natürlich ist der Alltag nach wie vor anstrengend; die Nachtschichtarbeit, die Kinder und „das bisschen Haushalt“, hin und wieder will man neben dem „Alltagsgeschäft“ auch mal ein bisschen Beziehungspflege betreiben… doch es ist trotz allem einfacher geworden, den Alltag zu bewältigen. Irgendwie kann ich auch die Nähe zu meinem Lieblingsmenschen erst seit einigen Monaten wieder so richtig genießen. Und selbst wenn ich gestresst bin oder unter Druck stehe, dann wirkt eine Berührung bei mir nicht mehr wie ein Funke, der das sprichwörtliche Pulverfass zum Explodieren bringt. Es ist okay für mich und oft finde ich in einer Umarmung meines Partners sogar Trost oder zumindest kann ich mich dadurch leichter wieder beruhigen.

Alles Dinge, die vor der Medikation schlicht unvorstellbar waren.

Anamnesegespräch

Heute war ich mit der Tochter bei meinem ADHS-Facharzt. Eine Woche zuvor hatte bereits der erste Teil des Gesprächs stattgefunden, allerdings ohne sie. Da bei solchen Gesprächen teils negative Aspekte besprochen werden hatte  mich die Ärztin gebeten, meine Tochter zu  Hause zu lassen.  Es wurden die obligatorischen Fragebögen abgearbeitet und ich nannte die Reizfilterschwäche als Hauptursache für ihre Schwierigkeiten im [Schul-]Alltag.

Heute kam also das persönliche Gespräch zwischen der Ärztin und meiner Tochter an die Reihe. Mich schickte sie gleich zu Anfang aus dem Raum, einfach um die kleine Patientin unverfälscht zu erleben.

Da ich selbst die gesamte Diagnostik bereits zweimal erlebt habe, einmal als es um meinen Sohn ging und einmal bei mir selbst, habe ich natürlich eine ungefähre Ahnung, was sich abgespielt haben dürfte: diverse kognitive und motorische Tests, um eine Vorstellung vom Entwicklungsstand des Patienten zu bekommen.

Nach anderthalb Stunden verließen beide  den Raum und die Ärztin bat mich zum kurzen Fazit zu sich. Im Großen und Ganzen habe sie nicht viel feststellen können, meinte sie. Doch so ein Gespräch sei eben immer nur eine  Momentaufnahme und zeige daher lediglich einen Bruchteil des Ganzen. Jedoch sei auffällig dass meine Tochter auf jeden kleinen Reiz von Außen reagiere und ihre Antennen im Grunde genommen immer auf Empfang stünden. Was sich wiederum mit den von mir gemachten Beobachtungen deckt. Ich stimmte ihrer Aussage daher zu und fügte hinzu dass ihre Reizfilterschwäche tatsächlich ein massives Problem darstelle.

Jedoch muss man ihr zugestehen,dass sie in den vergangenen Monaten im Hinblick auf nahezu jede ihrer „sozialen“ Baustellen enorme Fortschritte gemacht hat. Dies bestätigte sogar ihre Klassenlehrerin beim Elterngespräch am vergangenen Donnerstag. Alles in allem habe sie sich enorm stabilisiert, was meiner Vermutung zufolge nicht zuletzt der Abmeldung im evangelischen Kinderhort geschuldet sein dürfte.

Was besagte Hortbetreuung angeht…  Rückblickend habe ich mich in mehr als nur einer Variablen vertan : die Kompetenz der dortigen Betreuer habe ich über- und die Ausprägung ihrer Reizfilterschwäche dagenen grob unterschätzt. Sie direkt nach der Einschulung – was an sich schon eine völlig neue Situation darstellt – in die Nachmittagsbetreuung zu stecken hat sie schlichtweg überfordert.

Was meine persönliche Bewertung der Kompetenz dieser Betreuer angeht mag ich ungerecht wirken oder eine überzogene Anspruchshaltung haben, zumindest in den Augen Einiger von euch. Doch es gab dort genau zwei Betreuer, einer von ihnen der Hortleiter, die mit meiner Tochter umgehen konnten. Unmöglich scheint es also nicht zu sein.

Wie dem auch sei, die Hausaufgaben macht sie seit einem halben Jahr zuhause und hier klappt es meistens absolut reibungslos, was im Hort zum Schluss ein einziger Kampf war und sie sich trotzdem zuhause nochmal hinsetzen musste, weil sie im Hort trotz ausreichender Zeit nicht fertig geworden ist.

In drei Wochen ist ihr nächster Termin, diesmal zur eigentlichen Diagnostik, ich bin ja schon sehr neugierig darauf, was wohl der Arzt dazu meint.

Die zappelt doch gar nicht…

…also hat sie kein ADHS.

Das war in etwa der Wortlaut des Psychologen bei unserem letzten Termin im Kinderzentrum.

Vielleicht hätte ihm mal jemand sagen sollen, dass es auch eine hypoaktive Variante der ADHS gibt.

Wir haben jetzt also einmal Verdacht auf ADHS und einmal die oben genannte Aussage, sprich: Sind wieder am Anfang.

Ihr Rating [laut Psychologe] ist vergleichsweise niedrig, dennoch möchte ich mir noch eine dritte Meinung einholen, bevor ich diesen Verdacht zu den Akten lege.

Meine Tochter hat sehr reelle Schwierigkeiten, im Alltag klarzukommen; Speziell ihre Aggressionen bei Überreizung sind ein Problem.

In der Schule kommt sie gut mit, auch wenn sie bereits begriffene Lerninhalte regelmäßg wieder vergisst, welche ihr immer wieder erklärt werden müssen. Hier kommt ihr zum Glück ihre enorm rasche Auffassungsgabe zu Gute.

Kommenden Dienstag findet das Anamnesegespräch bei meinem Facharzt bzw. der Ärztin statt, es bleibt also spannend.

Some things never change…

„Jetzt stell dich doch nicht so an… du warst doch früher nicht so.“

Und da wunder sich noch einer warum ich die längste Zeit meines bisherigen Lebens der festen Überzeugung war, mit mir stimme etwas nicht.

Die Tochter und ich feierten heute Geburtstag, sie ihren achten und ich meinen, naja, ein paar Jährchen mehr :3

Es war sehr lustig, wie eigentlich immer wenn wir es denn mal schaffen, uns zu treffen. Bis zur Verabschiedung. Meine Mom wollte mich irgendwie umarmen oder mir ein Bussi auf die Backe drücken, was weiß ich, ist mir eigentlich auch egal, aber ich wollte eben nicht. War für mich ziemlich viel Input heute und als sich das lustige Gelage dem Ende näherte merkte ich, dass ich jetzt-dann-wirklich-langsam-aber-sicher genug hatte. Also bat ich meine Mutter „Nicht anfassen.“ und erntete zuerst mal nur einen ungläubigen Gesichtsausdruck und als nächstes einen weiteren Versuch, sich mit einem eindeutigen „Zuviel“ an körperlicher Nähe von mir zu verabschieden.
Daraufhin zuckte ich zurück und wand mich aus ihrer Annäherung heraus. Ihre Antwort? Siehe oben.

Als alle Gäste gegangen waren erfuhr ich, dass mein Lieblingsmensch in jenem Moment den Raum verlassen hatte; aus eigener Erfahrung weiß er dass es keine gute Idee ist, mit mir auf Tuchfühlung zu gehen wenn ich zuvor ausdrücklich darum gebeten hatte, genau dies nicht zu tun.

Ich selbst war gerade zu sehr mit mir selbst beschäftigt und damit, zu begreifen was sie da gerade zu mir gesagt hatte… dass sie DIESEN SATZ gesagt hatte.

Stell dich nicht so an.

Jener Satz, der einen Menschen – ein Kind – dazu bringen kann, dem eigenen Bauchgefühl zu misstrauen… es irgendwann vollkommen zu ignorieren. So wie ich.

Das Schlimme daran: Dass sie erst an meinem ungläubigen Gesichtsausdruck und an der betretenen Stille im Raum merkte, dass sie wohl irgendetwas Falsches gesagt hatte.

Ich weiß nicht wie ich noch vor einem Jahr reagiert hätte. Vielleicht – nein, sogar ziemlich sicher – hätte ich es über mich ergehen lassen weil ich – so wie es vor der Diagnose und somit auch vor der Medikation eigentlich immer der Fall war – gar nicht gemerkt hätte, dass es mir schon längst bis obenhin steht und ich vor lauter Reizüberflutung gar nicht mehr gewusst hätte, wo mir eigentlich der Kopf stand. Meistens waren es genau solche „Kleinigkeiten“, die das Fass zum Überlaufen brachten; die in der Veragangenheit schon unzählige Male zum Auslöser für einen Kontrollverlust meinerseits wurden.

Ich kann es nicht ausstehen, wenn meine Mitmenschen von mir klar aufgezeigte Grenzen nicht respektieren. Versteht mich richtig, ich verlange von niemandem, dass er meine Gedanken liest. Wenn ich jedoch jemanden – egal wen – darum bitte, mich nicht anzufassen, was-zum-Henker ist eigentlich daran so schwer zu verstehen?

kekse2015

2015 – Zeit für ein Resümee

Schon seit einigen Wochen nehme ich mir vor, wieder einmal einen Blogeintrag zu schreiben. Doch ich konnte mich nicht dazu aufraffen, mich endlich wieder vor mein Notebook zu setzen. Bis heute.

Vielleicht liegt es daran, dass heute der Geburtstag meines Vaters wäre und ich deshalb dazu neige, ins Melancholische abzudriften. Vielleicht auch weil sich in den letzten ein, zwei Wochen so Einiges getan hat und ich nicht zuletzt deshalb neuen Mut für die Zukunft schöpfe.

Das Jahr 2015 war enorm ereignisreich für mich. Ohne jetzt das gesamte Jahr aufdröseln zu wollen möchte ich doch die wichtigsten oder einschneidendsten Ereignisse herauspicken und kurz darauf eingehen.

Ein ganz großes Thema ist hier nach wie vor ADHS. Seit es bei meinem Sohn diagnostiziert wurde gab es eine innere Stimme, die mich immer mehr dazu drängte, bei mir selbst ebenfalls eine Diagnostik durchführen zu lassen. Das Ergebnis – welch Überraschung – war positiv und seit einigen Monaten nehme ich Medikamente, die mir hauptsächlich im Hinblick auf meine Reizfilterschwäche und den „inneren Druckkessel“ eine enorme Hilfe im Alltag sind.

Bei der Tochter ist das Thema noch in der Schwebe, doch ich hoffe das ändert sich bald. Für Januar habe ich mir vorgenommen, meinen eigenen Facharzt nochmals wegen einem Termin für sie zu kontaktieren.
Ich gebe mir im Alltag große Mühe, sie zu unterstützen und für sie da zu sein doch ich befürchte, das allein könnte nicht genügen. Es ist nicht immer ganz einfach mit ihr, zumal sie ja „meine“ Tochter ist. Das bedeutet, sie kommt in nicht wenigen Bereichen nach mir, sprich: Sie ist freundlich, ehrgeizig, intelligent, kreativ, nachdenklich und hypersensibel. Und außerdem ein ziemlicher Hitzkopf. Was den Schulstoff angeht ist sie extrem fit [und ebenso schnell gelangweilt] nur eben das Zwischenmenschliche macht ihr erhebliche Schwierigkeiten. Willkommen in meiner Welt, mein Kind.

Der Sohn hat sich prächtig entwickelt, erst kürzlich hatte ich ein Elterngespräch mit seiner Sozialpädagogin in der E-Schule. Sie meinte, man würde schon merken dass er älter geworden sei. Derzeit sei das Thema Mobbing in seiner Klasse aktuell, und nicht nur dass er sich an solchen Aktionen nicht beteilige, er helfe auch mal einem Schwächeren und sei darauf bedacht, dass die Dinge vor den Lehrern auch so dargestellt würden, wie sie sich zugetragen haben. Und dass die Schuldigen ihre Konsequenz bekämen. Ungeachtet der Gefahr, dafür von ihnen ausgeschlossen zu werden. Er stehe für sich und seine Meinung ein und ließe sich nicht so ohne Weiteres einschüchtern.
Außerdem, meinte sie, dürfe er nach den Ferien wieder einige Stunden in der Woche in die Außenklasse sitzen. Man könne darüber nachdenken, ihn langsam auf eine Rückschulung vorzubereiten, denn je früher er mit der Welt „da draußen“ konfrontiert würde, desto leichter fiele es ihm, sich dort zurecht zu finden.

Soviel zu den Kindern, nun kurz etwas weniger Erfreuliches: Gegen Ende der ersten Jahreshälfte wurde mir – wieder einmal – sehr schmerzlich vor Augen geführt, warum ich von Dingen wie Freundschaft bisher die Finger ließ. Und warum ich es künftig auch wieder tun werde: Wann immer ich mir sicher bin, im Hinblick auf Falschheit bei anderen Menschen schon alles erlebt zu haben, dann kommt ein Mensch daher und setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
Leichtsinnigerweise habe ich mich auf – zumindest glaubte ich das – eine Freundschaft zu einem alten Bekannten eingelassen der, wie sich einige Zeit später herausstellte, die ganze Zeit nichts anderes im Sinn hatte als meinen Lieblingsmenschen und mich auseinander zu bringen, oder zumindest einen Keil zwischen uns zu treiben.
Ich habe eine lange Zeit gebraucht, um diesen Vertrauensbruch zu verarbeiten. Mittlerweile bin ich weitestgehend darüber hinweg, doch ob ich mich in den nächsten Jahren wieder auf etwas einlassen kann – oder will – das über „flüchtige Bekanntschaft“ hinausgeht, das wage ich stark zu bezweifeln. Ohnehin neige ich eher zum Eigenbrötlertum; Die einzigen Menschen, die mir wichtig sind, gehören zu meiner Familie.

Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären: Familie. Man sagt ja, wenn sich die eine Tür schließt, öffnet sich eine Andere. So auch diesmal: Mein jüngerer Bruder und ich… wie soll ich das sagen… wir haben uns versöhnt.
Wir erinnern uns: Nachdem ich vor ein paar Jahren einen ziemlichen Bock geschossen hatte und seitdem – verständlicherweise – Funkstille herrschte, kam es ebenfalls gegen Mitte des Jahres zu einer vorsichtigen Annäherung und einige Zeit später führten wir ein laaaanges Gespräch. Seitdem ist es wieder – ich will nicht sagen wie vorher, weil das ist es nicht – aber es ist wieder gut zwischen uns. Vielleicht sogar besser als vorher. Natürlich ist auch jetzt nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen, aber wir sind beide älter [und vernünftiger] geworden. Es ist jetzt… wie sag ich das… ausgeglichener. Wir sind auf Augenhöhe. Und: Ich habe gelernt, loszulassen. Diese Angelegenheit war schon so etwas wie eine Lektion für mich. Dinge, die ich nicht ändern kann und Menschen, die nur das Schlechte in mir sehen wollen, die muss ich loslassen. Sonst reibe ich mich daran auf.
Nochmal Thema Familie, und nochmal ein Bruder, diesmal einer der beiden Älteren: auch hier kam es im vergangenen Jahr zu einer Annäherung. Als Kinder hatten wir nie auch nur den Ansatz des sprichwörtlichen Drahtes zueinander. Es sah einfach so aus: wir konnten uns nicht ausstehen. Meine gesamte Familie ist enorm kompliziert; Mein älterer Bruder und ich waren – zumindest erweckt es auf mich heute diesen Eindruck – damals möglicherweise so etwas wie ein Ventil für einen großen Teil der damaligen Probleme in unserer Familie.
Doch ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen: wir haben jetzt irgendwie doch eine Art Draht zueinander geknüpft, vielleicht war er auch die ganze Zeit da und wir hatten wegen dem Riesenberg Sch***e, der zwischen uns stand, einfach keinen Zugriff darauf, was weiß ich. Jedenfalls bin ich froh und dankbar dafür, dass es sich in diese Richtung entwickelt hat.

Nun zu meinem Lieblingsmenschen. Ich hätte es niemals für möglich gehalten. Dass ich auf meine alten Tage *hust* nochmal sagen würde: Ich hab den Richtigen gefunden.
Natürlich gibt es für nichts im Leben eine Garantie. Eine Beziehung ist Arbeit; Arbeit an sich selbst und ein ständiges Aufeinander-Zu-Gehen, Kompromisse finden, den anderen wertschätzen. Es fühlt sich unglaublich gut an, jemanden an der Seite zu haben, mit dem man wirklich über alles reden kann, ohne dafür verurteilt zu werden.
Wir sind jetzt sechseinhalb Jahre zusammen. Einmal kriselte es so heftig dass wir beide nicht wussten, ob wir die Kurve nochmal kriegen würden. Doch unsere Beziehung hat keinen bleibenden Schaden davongetragen, im Gegenteil: Wir stehen uns näher als jemals zuvor, meine ADHS-Diagnose [und damit einhergehend die Tatsache, dass ich mich selbst viel besser kennengelernt habe und nun auch viel besser auf mich selbst acht geben kann] hat einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen.
Doch ich will nicht zuviel verraten, jetzt schauen wir mal was das nächste halbe Jahr bringt und wer weiß… wer weiß, was ich dann zu erzählen habe.

In diesem Sinne: Euch allen ein gutes Neues Jahr und auf dass ihr es schafft, eure Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Nun zum Abschluss noch was zum Schmunzeln, nämlich: Rhetorische Kunstgriffe for Beginners, Tochter-Edition.

Wir sitzen gerade beim Nachtisch und besprechen den weiteren Tagesablauf.

Ich: *blah rhabarber* „…und dann würd ich ganz gern wenigstens die eine Waschmaschine noch aufhängen…“

Tochter [ungläubig]: „Wirklich? Die ganze Waschmaschine? Ist das nicht ein bisschen schwer?“6236453345464030306.jpg

Aggro-Mädchen

AD[H]S. Wieder und immer wieder geht es um diese vier Buchstaben; Eine kleine, harmlos klingende Abkürzung für eine neurologische Störung, die sich auf jeden meiner Lebensbereiche auswirkt.

Oh, guck mal, ein Eichhörnchen. Jaja, so lustig.

Und so sehr ich auch versuche, es möglichst mit Humor zu nehmen… es fällt mir dennoch schwer in Situationen, die mich triggern, gefasst zu bleiben.

Heute war – nach langer Zeit – wieder einmal eine Schulkameradin meiner Tochter zu Besuch. Seit langem deshalb, weil die Tochter massive Schwierigkeiten hat, Freundschaften aufrecht zu erhalten. Zwar knüpft sie immer wieder Kontakte, doch aus irgendwelchen Gründen sind das meist ebenfalls irgendwie „spezielle“ Kinder, die ebenfalls irgendwelche Baustellen haben. Wir denken an den antiautoritär erzogenen Nachbarssohn [der jetzt – zum Gück – weggezogen ist] oder an die Freundin aus Kindergartentagen, die selbst AD[H]S hat, oder das leicht ambivalente Mädchen, mit der sie dieselbe Klasse besucht.

Der heutige Besuch war ein Mädchen, mit der die Tochter nie sonderlich viel Kontakt hatte obwohl sie ebenfalls eine Klassenkameradin ist. Seit einigen Tagen stecken sie scheinbar immer wieder die Köpfe zusammen und erfreulicherweise kam es tatsächlich zum Treffen, bei dessen Zustandekommen auch die Mutter des Mädchens einen Teil der Initiative übernommen hatte.

Jedenfalls hat das Mädchen auch schon ins Freundebuch der Tochter geschrieben. Das übliche Zeug, Lieblingsfarbe, Lieblingsessen etc. pp. und abschließend darf das befreundete Kind dem Besitzer des Freundbuches noch etwas für die Zukunft wünschen. Und in diesem typisch-kindlich-aufrichtigen Satz steckt so unglaublich viel Wahrheit…

Was ich dir für die Zukunft wünsche: Dass du nicht mehr so aggro bist.

BÄM!

Die Tochter ist ein – und genau das meine ich wenn ich sage, sie trägt beides in sich – unglaublich sensibles und nachdenkliches Kind, das je nach Situation sehr einfühlsam agieren kann. Andererseits ist sie ein ziemlicher Wildfang [ich nenne sie manchmal spaßeshalber meine Räubertochter] und fährt notfalls Krallen, Zähne und Ellbogen aus, wenn sie die Notwendigkeit dafür als gegeben sieht. Dann wiederum spielt sie hier regelmäßig den Entertainer, der andere zum Lachen bringt, und genießt die Aufmerksamkeit die sie mit ihrer Show abgreift.

Dennoch hat sie in der Schule ihren Spitznamen schon weg. Sie ist das Aggro-Mädchen. Das ist in meinen Augen insofern ein Problem, da es sie auf einen einzigen Aspekt ihrer Persönlichkeit reduziert. Natürlich ist es einer den sie hauptsächlich dann zeigt, wenn ihr alles um sie herum zuviel wird. Die Tochter reagiert nämlich nicht mit Rückzug sondern mit Aggression auf Reizüberflutung.

Erst vorhin, als mein Lieblingsmensch die Kinder ins Bett brachte während ich unterwegs war, da hatten die beiden es von Freundebüchern und von dem Satz, den die Schulkameradin in ihres geschrieben hatte. Und als die Tochter erzählte, sie wolle doch eigentlich gar nicht aggro sein, da vergoß sie sogar einige Tränchen.

Ich glaube – nein, ich weiß – dass es ihr schwer zu schaffen macht, nicht so zu sein wie die anderen Kinder. Dass die Mutter nicht so ist wie die anderen Mütter und sie deshalb nicht so wirklich ein Vorbild ist was das Knüpfen von Kontakten angeht, das dürfte es nicht unbedingt einfacher für sie machen.

In diesen Dingen fühle ich mich hilflos. Auch wenn ich es noch so gern würde, ich kann ihr das nicht abnehmen. Nicht den Schmerz des Zurückgewiesen-Werdens und nicht das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn man etwas so sehr versucht – es sich so sehr wünscht – und es einfach nicht klappen will.

Wie jede Mutter leide ich jedes Mal mit, wenn sie wieder mal von jemandem geärgert oder ausgelacht wird. Und es sind immer wieder diese Situationen, in denen ich selbst wieder Kind bin und zusätzlich noch meinen eigenen Schmerz fühle, obwohl ich doch eigentlich die Erwachsene, die Vernünftige und für mein Kind da sein muss. Immer dann regt sich in mir das verletzte und zurückgewiesene Kind, das sich selbst nicht anders zu helfen weiß als ebenfalls mit Aggression zu reagieren

Ich soll so viel und kann – gefühlt – so wenig.